Lebensdaten
1801 bis 1874
Geburtsort
Heidelberg
Sterbeort
Offenburg
Beruf/Funktion
reformierter Theologe
Konfession
reformiert
Normdaten
GND: 11937515X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Bähr, Karl Wilhelm Christian Felix
  • Baehr, Karl
  • Bähr, Karl
  • mehr

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der NDB Genealogie

Verknüpfungen auf die Person andernorts

Aus dem Register von NDB/ADB

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Bähr, Karl, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11937515X.html [21.10.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Johannes Bähr (1767–1828), Oberkirchenrat und Prälat in Karlsruhe, Nachfolger J. P. Hebels;
    M Johanette Philippine Koch (1779–1829);
    Gvv Felix Bähr, Bäckermeister;
    Gmv Eva Katharina Stepp;
    B Johann Christian Felix Bähr (1798–1872), Ordinarius für klassische Philologie und Direktor der Universitätsbibliothek Heidelberg;
    Auguste Louise (1808–91), T des Friedrich Wilhelm Bohm (1763–1814), Pfarrer in Malterdingen, und der Sophie Karoline Sprenger.

  • Leben

    Nach dem Studium der Theologie in Heidelberg und Berlin erhielt B. als Landpfarrer 1838 für seine wissenschaftliche Arbeit die Doktorwürde. Im selben Jahr wurde er Ministerialrat bei der evangelischen Kirchensektion und zugleich Mitglied des Oberstudienrats, 1843 Oberkirchenrat. In seinen 3 liturgischen Schriften entwarf er als Schüler A. F. J. Thibauts ein auf dem Boden der geschichtlichen Entwicklung gegründetes Programm, wonach das Kirchengebet der Kern allen Gottesdienstes sein soll. Als Mitarbeiter des von der Eisenacher Kirchenkonferenz herausgegebenen Gesangbuchs (1853) trat er für den rhythmischen Choralgesang ein. Die Vorlage an die Generalsynode 1855 widersprach den durch den Rationalismus aufgekommenen Gewohnheiten, so daß die Agende (1858) trotz B.s Widerspruch zum Hebel für die Entwurzelungg des „positiven Kirchenregiments“ werden sollte.

  • Werke

    u. a. Die Lehre d. Kirche v. Tode Jesu in d. ersten drei Jh., 1832;
    Kommentar üb. d. Brief Pauli an d. Kolosser, 1833;

    Symbolik d. mosaischen Kultus, 2 Bde., 1837–39, 2 1874;

    Der Salomon. Tempel, seine Bedeutung u. sein Verhältnis z. Stiftshütte, 1848;

    Der prot. Gottesdienst v. Standpunkt d. Gemeinde aus, 1850 (anonym); Begründung einer Gottesdienstordnung f. d. ev.-prot. Kirche im Ghzgt. Baden, Vorlage d. Ev. Oberkirchenrats an d. Generalsynode, 1855;

    Die neue Gottesdienstordnung f. d. ev.-prot. Kirche im Ghzgt. Baden, 1858;

    Das bad. Kirchenbuch in seinem Verhältnis z. d. süddt. ev. Kirchenordnungen v. d. Ref. an, 1859;

    Die Revision d. ev. Kirchenverfassung im Ghzgt. Baden, 1861;
    Die Bücher d. Könige bearb., in: J. P. Langes theolog.-homilet. Bibelwerk, Bd. 7, 1868.

  • Literatur

    ADB I;
    Bad. Biogrr. I, 1875, S. 35 ff.;
    H. Neu, Pfarrerbuch d. ev. Kirche Badens v. d. Ref. bis z. Gegenwart, T. 2, 1939, S. 32 f., 70, 583.

  • Autor/in

    Hermann Erbacher
  • Empfohlene Zitierweise

    Erbacher, Hermann, "Bähr, Karl" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 520 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11937515X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Bähr: Karl Wilhelm Christian B., evangelischer Theologe, geb. 25. Juni 1801 zu Heidelberg, wo sein Vater reformirter Pfarrer, sein Großvater Bürger und Bäckermeister war, und 15. Mai 1874 zu Offenburg. Seine philosophische und theologische Bildung hat er in Heidelberg von 1818 bis 1821 und in Berlin 1822 gewonnen. Im Sommer 1823 in den geistlichen Stand der badischen Landeskirche aufgenommen, wurde er 1824 Diakonus in Pforzheim, 1829 Pfarrer in Eichstetten. In dieser Stellung machte er sich schriftstellerisch bekannt durch seinen „Commentar zum Kolosserbrief" (1833) und seine „Symbolik des Mosaischen Cultus" (2 Bände, 1837—39. 2. Aufl. 1874). Namentlich letzteres Werk machte großes Aufsehen. Er wurde zum Doctor der Theologie ernannt, trat 1838 in den badischen Oberkirchenrath und Oberstudienrath zu Karlsruhe ein und veröffentlichte weitere Schriften über den „salomonischen Tempel" (1848), den „protestantischen Gottesdienst vom Standpunkte der Gemeinde aus betrachtet" (1850), namentlich aber auch die, der badischen Generalsynode von 1855 vorgelegte „Begründung einer Gottesdienstordnung für die evangelische Kirche“. Die neue Agende, welche besonders auf seinen Betrieb nunmehr eingeführt wurde, widersprach den Gewohnheiten der badischen Gemeinden so sehr, daß sich ein Sturm dagegen erhob, welchem trotz Bähr's Vertheidigung ("Das badische Kirchenbuch in seinem Verhältniß zu den südwestdeutschen Kirchenordnungen“, 1859), sowol die Agende, als auch, nachdem 1860 ein liberales Ministerium ans Ruder gekommen war, der Oberkirchenrath selbst weichen mußte. Am 1. März 1861 in den Ruhestand versetzt, lebte er seither bei seinen Söhnen, die im badischen Pfarrdienste stehen; eine Frucht seiner Muße war die Bearbeitung der Bücher der Könige im Bibelwerke J. P. Lange's.

  • Autor/in

    Holtzmann.
  • Empfohlene Zitierweise

    Holtzmann, Heinrich, "Bähr, Karl" in: Allgemeine Deutsche Biographie 1 (1875), S. 772 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11937515X.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA