Lebensdaten
1849 bis 1930
Geburtsort
Delitzsch bei Leipzig
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Mediziner
Konfession
evangelische Familie
Normdaten
GND: 116845864 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Fürbringer, Paul Walther
  • Fürbringer, Paul
  • Fürbringer, Paul Walther
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Zitierweise

Fürbringer, Paul, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116845864.html [17.10.2018].

CC0

  • Genealogie

    B Max s. (1);
    1) 1878 Rose (1853–1906), T d. Kammermusikers Joh. Gottfr. Baumgärtel in Dresden, 2) 1908 Ella (* 1879), T d. Stadtpfarrers Frdr. Jonathan Faulhaber in Stuttgart;
    1 S (⚔), 1 T aus 1), u. a. Luise ( Walther Reinhardt, 1930, Gen. d. Inf., preuß. Kriegsmin., Chef d. Heeresleitung).

  • Leben

    F. studierte in Jena und Berlin Medizin. Im Kriege 1870/71 war er als Hilfsarzt tätig, 1872-74 Assistent am Pathologischen Institut in Jena, anschließend bis 1877 Assistent Friedreichs an der Inneren Klinik in Heidelberg. 1876 habilitierte er sich für Arzneimittellehre und medizinische Chemie auf Grund einer Arbeit über Oxalsäureausscheidung im Harn. 1879 wurde F. Extraordinarius und Leiter der Distriktspoliklinik in Jena. Er hielt Vorlesungen über Haut- und Kinderkrankheiten. Nachdem er 1880 das Amtsphysikat in Jena übernommen hatte, las er auch über Hygiene und Gerichtsmedizin. 1886-1903 war F. Direktor des Städtischen Krankenhauses am Friedrichshain in Berlin, 1890-1921 Mitglied des Medizinalkollegiums für Berlin und die Mark Brandenburg als Sachverständiger auf den Gebieten der Unfallheilkunde, der Gewerbekrankheiten und der Leibesübungen.

    F. war ein geschätzter Konsiliarius und genoß im Stadtzentrum und Osten Berlins große Popularität. Seine wissenschaftlichen Interessen waren überaus vielseitig. In Heidelberg und Jena beschäftigten ihn besondere pathologisch-anatomische, physiologisch-chemische und pharmakologische Arbeiten. F. arbeitete unter anderem über die Salizylsäure, über Schwefelsäureausfuhr bei Fieber, über Alkaptonurie – eine Stoffwechselkrankheit –, über Quecksilber. Später standen dann vor allem klinische Untersuchungen über Infektionskrankheiten, Hydropsbehandlung, Temperaturmessungen, Klimatherapie, balneologische Probleme und Leibesübungen im Vordergrund seines Interesses. Von besonderer Bedeutung ist seine Arbeit über die Händedesinfektion mit Wasser und Seife und anschließend mit Alkohol. Als allgemein anerkannte Autorität galt F. auf dem Gebiet der Sexualpathologie, besonders des Mannes, die er durch umfangreiche klinische Beobachtungen ausbaute. Der Abgrenzung der verschiedenen Arten der Impotenz widmete er seine Aufmerksamkeit. F. war ein begeisterter Sportler.

  • Werke

    Zur Wirkung d. Salizylsäure, 1875;
    Die gebräuchlichsten Rezeptformeln d. med. Klinik zu Heidelberg, 1877;
    Über Spermatorrhoe u. Prostatorrhoe, 1881;
    Die Krankheiten d. Harn- u. Geschlechtsorgane, 1884, 21890;
    Unters, u. Vorschr. üb. d. Desinfektion d. Hände d. Arztes …, 1888;
    Die Störung d. Geschlechtsfunktion d. Mannes, 1899, 21901.

  • Literatur

    F. Kraus, in: Dt. Med. Wschr. 45, 1919, S. 861 f.;
    J. Schwalbe, ebd. 55, 1929, S. 1316;
    E. Dietrich, P. F. 80 J. alt. in: Med. Welt 3, 1929, S. 1203 f.;
    F. Kraus, in: Med. Klin. 25, 1929, S. 1271;
    Goldscheider, Gedächtnisrede, ebd. 26, 1930, S. 1653 f.;
    W. His, ebd. 27, 1931, S. 338;
    ders., P. F. u. d. Hauptwerk s. Lebens, in: Dt. Med. Wschr. 57, 1931, S. 591-93;
    A. Moll, in: Zs. f. Sexualwiss. u. Sexualpol. 16, 1929-30, S. 178-82;
    F. Leppmann, in: Ärztl. Sachverst. Ztg. 36, 1930, S. 225 f.;
    E. Giese u. B. v. Hagen, Gesch. d. med. Fak. d. Frdr.-Schiller-Univ. Jena, 1958;
    Rhdb.;
    Fischer.

  • Portraits

    Phot. (Berlin, Dt. Staatsbibl.).

  • Autor/in

    Manfred Stürzbecher
  • Empfohlene Zitierweise

    Stürzbecher, Manfred, "Fürbringer, Paul" in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 690 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116845864.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA