Lebensdaten
1851 bis 1916
Geburtsort
Preßburg
Sterbeort
Preßburg
Beruf/Funktion
Mathematiker ; Physiker
Konfession
evangelische Familie
Normdaten
GND: 136001718 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Fuchs, Karl
  • Fuchs, Carl

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Zitierweise

Fuchs, Karl, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd136001718.html [19.07.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Albert (1808–94), Prof. d. Math. u. Physik am Gymnasium in Eperies (Ungarn), seit 1846 am ev. Lyzeum in P. (s. W, L), S d. Joh. Samuel (1770–1817), Gymnasial-Prof. in Leutschau, dann Prediger in Käsmark, seit 1813 Sup. d. ev. Gemeinden in Galizien (s. W, L);
    M Luise Munyay;
    Ov Wilhelm (1802–53), Bergrat in Schemnitz, 1851 Leiter d. serb. Bergwesens (s. W, L);
    Vt d. V Frdr. David (1799–1874), Forstmeister, legte 1827 d. Park d. Lublauer Bades an, gründete 1847 e. Eisenwerk in Jakubjan u. 1847 e. Walzwerk in Leutschau, führte 1860-62 trigonometr. u. barometr. Vermessung d. Zentralkarpathen durch (s. W, L);
    B Theodor s. (2);
    N.N.;
    3 S.

  • Leben

    F. studierte in Wien Mathematik (J. Petzval), Physik (J. Stefan) und Astronomie (K. von Littrow und E. Weiß). In Wien wie auch in Budapest legte er die Prüfung für das Mittelschullehramt ab, das er 1877-91 in Ödenburg ausübte. 1891 kam er nach Preßburg, 1892 nach Panůova, 1894 nach Arad (heute Rumänien), schließlich an die Staatsoberrealschule Kronstadt. 1902 wegen eines Nervenleidens in den Ruhestand versetzt, kehrte er nach Preßburg zurück, um sich ganz der wissenschaftlichen Forschung zu widmen, die er schon während der Zeit seiner Unterrichtstätigkeit in ausgedehntem Maße betrieben hatte. – Zunächst mit der physikalischen Deutung geologischer Erscheinungen, der Flutbewegung, der Meeresbewegungen in verschiedenen Tiefen beschäftigt, trat F. später mit Publikationen über die Wirkung von Molekularkräften (Phänomene der Aggregatzustandsänderung, der Oberflächenspannung|und Kapillarität, der fließenden Kristalle) hervor, wodurch er in Meinungsaustausch mit O. Lehmann geriet. Vermutlich angeregt durch die Arbeiten des Wiener Militärgeographischen Institutes und seit 1908 durch Eduard Doležal, wandte er sich dem Gebiet der Photogrammetrie zu, auf welchem er seine bemerkenswertesten Erfolge erzielte. Als das Militärgeographische Institut die ausgedehnten stereophotogrammetrischen Aufnahmen auf einem kurz zuvor (1901) in Jena erfundenen, in Wien 1903 eingetroffenen Stereokomparator auswertete und sich dabei auf Normalaufnahmen beschränken mußte, gelang es F., eine Formel für den Verschwenkungsfall zu finden, die eine namhafte Erweiterung der Auswertemöglichkeiten brachte und auch heute noch den stereophotogrammetrischen Arbeiten zugrunde liegt (Zeitschrift für Vermessungswesen 26, 1907). Eine zweite Erfindung machte er durch die Aufstellung des Kriteriums bei der Orientierung von Bildpaaren, demzufolge die Höhenparallaxen für alle Bildpunkte Null sein müssen. Unter dem unscheinbaren Titel „Betrachtung der Konstanten der Aufstellung der inneren Daten“ (Internationales Archiv für Photogrammetrie 1, 1908, S. 201-13, 264-78 u. 2, 1909, S. 112-18, insbesondere 114) publiziert, wurde diese Quelle bei den neueren Veröffentlichungen über die gegenseitige Orientierung von Bildern von niemandem genannt und geriet in Vergessenheit. Das Kriterium der Höhenparallaxen bei der Orientierung von Luftaufnahmen ist aber inzwischen Allgemeingut der Luftbildmessung geworden und wird auch heute noch angewendet.

  • Werke

    ca. 150 Publ. in Fachzss. – Zu V Albert: Természettan elemei, Kassa 1845;
    Asziának földrajza, Preßburg 1853;
    Populäre naturwiss. Vorträge, 1858;
    zu Gvv Joh. Sam.:
    Institutiones logicae, 1800;
    Elemente juris naturalis. 1803;
    zu Ov Wilh.:
    Die Venetianer Alpen, 1843;
    Btrr. z. Lehre v. d. Erzlagerstätten, 1846;
    zu Vt d. V Frdr. Dav.:
    Die Centralkarpathen mit d. nächsten Voralpen, 1863;
    Ungarns Urwälder, 1861;
    Ansichten üb. Parkanlagen, 1869.

  • Literatur

    E. Doležal, in: Internat. Archiv f. Photogrammetrie 6, 1919-23, S. 2 (W-Verz. [Photogrammetr. Publ.], P);
    Pogg. V (Verz. d. physikal. Publ.). – Zu Gvv Joh. Sam.: J. Melzer, Biogrr. berühmter Zipser, 1832;
    Wurzbach IV;
    zu V Albert:
    J. Szinnyei, Magyar Irók III, Budapest 1894 (auch f. Fam.); – zu Ov Wilh.:
    ADB VIII;
    Alm. d. Ak. d. Wiss. in Wien 4, 1854;
    Wurzbach IV;
    Pogg. I; zu Vt d. V Frdr. Dav.:
    Zipser Bote, 1875, Nr. 9;
    Jb. d. Ungar. Karpathenver. 3, 1676, S. 120-23, u. 21, 1894, S. 170 f. (P);
    Karpathen-Post, 1882, Nr. 44.

  • Autor/in

    Franz Manek
  • Empfohlene Zitierweise

    Manek, Franz, "Fuchs, Karl" in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 673 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd136001718.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA