Lebensdaten
1803 bis 1836
Geburtsort
Brugg Kanton Aargau (Schweiz)
Sterbeort
Aarau (Schweiz)
Beruf/Funktion
Komponist ; Musiker
Konfession
evangelische Familie
Normdaten
GND: 11910184X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Fröhlich, Friedrich Theodor
  • Fröhlich, Theodor
  • Fröhlich, Friedrich Theodor
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Zitierweise

Fröhlich, Theodor, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11910184X.html [15.10.2019].

CC0

  • Genealogie

    B Abraham Emanuel s. (1);
    Vt Samuel Heinr. (s. 2);
    1832 Ida v. Klitzing (1806–59) aus Demerthin/Prignitz;
    2 T.

  • Leben

    Nach auf Bestimmung des Vaters begonnenen, aber fruchtlosen juristischen Studien (Basel und Berlin, 1822-24) entschied sich F. in harten inneren Kämpfen, die seine Gesundheit ernstlich gefährdeten, endgültig für den Musikerberuf. Er wurde zunächst Schüler des Aarauer Seminarmusiklehrers Michael Traugott Pfeiffer und ging 1826-30 mit einem Stipendium der Aargauer Regierung nach Berlin, wo er den Unterricht von K. F. Zelter und B. Klein genoß. Die Kompositionen jener fruchtbaren Jahre verraten die musikalischen und geistigen Einflüsse des Berliner Lebens und eines auserlesenen Freundeskreises, dem unter anderem der spätere Basler Germanist Wilhelm Wackernagel angehörte. 1830 wurde F. als Musiklehrer an die Kantonsschule und an das Seminar in Aarau berufen, wo er neben privaten Musikstunden auch die Leitung zweier Chöre und eines Orchesters übernahm. Trotz erfolgreicher Aufführungen, die dem Aarauer Musikleben zu neuem Schwung verhalfen, fühlte sich F. in seiner Heimat geistig vereinsamt. Nach einer Zeit schwerer seelischer Depressionen schied er freiwillig aus dem Leben. – F. ist einer der frühesten und begabtesten Vertreter der musikalischen Romantik auf Schweizerboden. Seine zahlreichen Klavierlieder (nach Texten von Unland, Tieck, Wilhelm Müller, Rückert, Wackernagel und anderen) weisen mit ihren zarten und verträumten Klängen auf Schumann hin, während die Instrumentalkompositionen unter dem Einfluß der Werke Beethovens, Webers und Mendelssohns stehen. Bedeutendes hat F. auch mit seinen Kantaten (zum Beispiel „Jesus der Kinderfreund“, 1834), Motetten und weiterer Kirchenmusik geschaffen. Die „Schweizerlieder“ (nach Worten seines Bruders Abraham Emanuel) für 4stimmigen Männerchor (op. 1, 1828) fanden schon zu F.s Lebzeiten dankbare Aufnahme. Einzelne beliebte Chorlieder, wie das bekannte „Wem Gott will rechte Gunst erweisen“, haben sich in vielen Liederbüchern erhalten.

  • Werke

    Weitere W Gedr.: Solo- u. Chorlieder, Ungedr.: Orchesterwerke, Kammermusik, Klavierstücke, Chorwerke (z. T. mit Orchester), Lieder. Verz. s. MGG.

  • Literatur

    ADB VIII;
    E. Refardt, Th. F., 1947 (W, L, P);
    ders., in: MGG IV, Sp. 995-97 (W, L, P);
    ders., in: Biogr. Lex. d. Aargaus, 1958 (W, L, P).

  • Quellen

    Qu.: Nachlaß in Univ.bibl. Basel.

  • Portraits

    v. L. Heine (im Bes. v. Frau Fröhlich-La Roche, Schaffhausen), Abb. in: MGG.

  • Autor/in

    Hans Peter Schanzlin
  • Empfohlene Zitierweise

    Schanzlin, Hans Peter, "Fröhlich, Theodor" in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 647 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11910184X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Fröhlich: Friedrich Theodor F., geb. zu Brugg im Canton Aargau den 25. Febr. 1803, besuchte seit 1820 das Gymnasium in Zürich und bezog 1822 die Universität Basel, um die Rechte zu studiren. Neben diesen wissen schaftlichen Studien pflegte er sein schon früh erwachtes musikalisches Talent als Clavierspieler und Componist. Im Frühling 1823 ging er nach Berlin, um die Universitätsstudien zu vollenden, erkrankte dort in Folge des entstehenden Kampfes zwischen dem erwählten Berufe und der immer stärker erwachenden Neigung zur Musik und mußte im Sommer 1824 nach Brugg zurückkehren, um seine Gesundheit wieder herzustellen. Nachdem er zwei Jahre dort verweilt und sich fast ausschließlich mit Musik beschäftigt hatte, ging er 1826 mit Unterstützung seiner Regierung wieder nach Berlin, um sich ganz der Kunst zu widmen. Er nahm theoretischen Unterricht bei Zelter und Bernh. Klein, wurde befreundet mit F. Mendelssohn-Bartholdy und verblieb bis 1830 in Berlin, in welchem Jahre er als Musikdirector nach Aarau berufen wurde. Dort leitete er einen Gesangverein, ein Dilettantenconcert, die Gesangsstunden der Stadt- und Cantonsschule und ertheilte eine Menge Privatstunden. Als Componist entfaltete F. eine außerordentliche Fruchtbarkeit. Er schrieb viele Vocal- und Instrumental werke, darunter ein Weihnachts- und Passions-Oratorium, eine Pfingstcantate, ein zwölfstimmiges Miserere, den 1. Psalm für Chor und Orchester. 20 Mo tetten, 40 Chorlieder, eine große Menge ein- und mehrstimmige Lieder, zwei Sinfonien, einige Streichquartette, 19 Claviersonaten etc. Eine so erstaunliche Thätigkeit erschöpfte die Lebenskraft Fröhlich's. In einem Anfall von Schwermuth ertränkte er sich am 16. Octbr. 1836 in der Aare.

    • Literatur

      Allgemeine musikalische Zeitung, Leipzig 1837, S. 375 ff.

  • Autor/in

    Fürstenau.
  • Empfohlene Zitierweise

    Fürstenau, Moritz, "Fröhlich, Theodor" in: Allgemeine Deutsche Biographie 8 (1878), S. 134 unter Fröhlich, Friedrich Theodor [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11910184X.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA