Lebensdaten
1716 bis 1783
Geburtsort
Genf
Sterbeort
Genf
Beruf/Funktion
Violinist ; Komponist
Konfession
reformiert
Normdaten
GND: 124198198 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Fritz, Kaspar
  • Fritz, Caspar
  • Fritz, Gaspare
  • mehr

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Fritz, Kaspar, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd124198198.html [17.09.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Phil., aus Celle, seit 1709 als Musiker u. Musiklehrer in G.;
    M Jeanne Guibordanche aus Vals/Dep. Ardèche;
    1737 Charlotte Foex aus G.;
    4 K.

  • Leben

    Über den Lebenslauf F. ist nur sehr wenig bekannt. Nachdem er bei seinem Vater ersten Violinunterricht empfangen hatte, studierte er (laut Bericht des Engländers Ch. Burney) später bei Giovanni Battista Somis, dem königlichen Kapellmeister in Turin, einem Schüler von Arcangelo Corelli und Antonio Vivaldi. In Genf unterhielt F. Beziehungen zu den angesehensten Familien der Stadt und scheint den Ruf eines ausgezeichneten Violinlehrers genossen zu haben; vermutlich trat er auch als Solist in Genfer Konzerten auf. 1756 weilte er in Paris, wo er 3mal in den „Concerts spirituels“ auftrat, aber anscheinend ohne Erfolg. Als Komponist muß sein Name jedoch im Ausland einen guten Klang gehabt haben, da die meisten seiner Werke in Paris und London erschienen sind. Musikinteressierte Reisende suchten ihn gerne in Genf auf, so Burney, der ihn 1770 spielen hörte und seine Technik und ausdrucksvolle Interpretation bewunderte. – Während sich F. erste Kompositionen für Streichinstrumente in Thematik und Stil an die Werke seines Lehrers Somis anlehnen, weisen die Sonaten für Solovioline und Baß mit ihrer virtuosen Haltung (Doppelgriffe, reiche Verzierungen) auf französische Vorbilder hin. Dank der Ausgeglichenheit und Reife seiner anmutigen Sinfonien (für Streicher, 2 Flöten und 2 Hörner), die in mancher Hinsicht den Werken der Mannheimer Schule nahestehen, nimmt F. eine wichtige Stellung auf dem Gebiete der vorklassischen Sinfonik ein.

  • Werke

    Solosonaten f. Violine u. Baß, Sonaten f. 2 Violinen (mit u. ohne Baß), Sinfonien u. weitere Instrumentalkomp. – Zahlr. Werke v. F. gab Eugen Huber (Bern) im Selbstverlag heraus.

  • Literatur

    Ch. Burney, Tagebuch e. Musikal. Reise durch Frankreich u. Italien (dt. Übers. v. C. D. Ebeling), Hamburg 1772, S. 34 f.;
    R.-A. Mooser, in: Dissonances 1, Genf 1923/24, S. 84 ff. (P);
    H. Scherchen, in: Schweizer. Musikztg. 80, 1940, S. 277 ff.;
    A.-E. Cherbuliez, in: Sinfonia 14, 1953, S. 161 ff.;
    E. Refardt, Hist.-Biogr. Musikerlex. d. Schweiz, 1928;
    F. Giegling, in: MGG IV (Verz. d. W u. Neuausgg.).

  • Autor/in

    Hans Peter Schanzlin
  • Empfohlene Zitierweise

    Schanzlin, Hans Peter, "Fritz, Kaspar" in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 632 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd124198198.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA