Lebensdaten
1871 bis 1952
Geburtsort
Schwetz/Weichsel
Beruf/Funktion
Medizinalbeamter
Konfession
evangelische Familie
Normdaten
GND: 137504985 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Frey, Gottfried Julius Ottokar
  • Wolfhart, Ernst (Pseudonym)
  • Frey, Gottfried
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Zitierweise

Frey, Gottfried, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd137504985.html [17.08.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Joh. Gottfr. (1835–1907), Pfarrer, S d. Gutsbes. Franz Ottokar (S d. Joh. Gottfr., s. 2);
    M Agnes Wilh. Marie (1849–1926), T d. Pfarrers Joh. Aug. Jul. Kowalk;
    1905 Else Alice Frieda Scholl (* 1885);
    2 K.

  • Leben

    1894 wurde F. als Arzt approbiert und war zunächst Assistent an der Provinzial-Irrenanstalt in Schwetz/Weichsel, dann Kreisassistenzarzt in Beuthen und Oppeln, 1901-06 Kreisarzt in Lublinitz, 1906-14 in Tarnowitz. Während des 1. Weltkrieges war F. Leiter der Medizinalverwaltung beim Zivilverwaltungschef im besetzten Gebiet von Polen (später Generalgouvernement Warschau). Hier organisierte er das Gesundheitswesen und baute einen wirksamen Grenzseuchenschutz auf, dem es zu verdanken ist, daß aus dem Osten keine der dort herrschenden Seuchen ins Reichsgebiet eingeschleppt wurden. 1920 wurde er Direktor der Medizinischen Abteilung im Reichsgesundheitsamt. F. war Stellvertreter des Präsidenten und Mitglied des Reichsgesundheitsrates. Auf den verschiedensten internationalen Konferenzen der 20er Jahre war er sachverständiger Vertreter des Deutschen Reiches für Infektionskrankheiten. Am 1.3.1933 wurde er Leiter der Medizinalabteilung des preußischen Innenministeriums. In dieser Stellung (bis 1937) war er maßgeblich an der Reorganisation des Gesundheitswesens beteiligt. Die ersten Arbeiten von F. liegen auf dem Gebiet der Psychiatrie. Später beschäftigte er sich mit Themen aus dem Gebiet der Arbeitsmedizin, vor allem der Hygiene der zinn- und bleierzeugenden Betriebe. Die Arbeiten der 20er Jahre behandeln hauptsächlich Fragen des öffentlichen Gesundheitswesens, der Infektionskrankheiten und der Gewerbehygiene. Besonderes Interesse zeigte er für die hygienische Volksbelehrung, in deren Rahmen er populäre Artikel in der Tagespresse schrieb. Neben seinen wissenschaftlichen Arbeiten verfaßte er auch Romane und Theaterstücke.

  • Werke

    W u. a. Die Hygiene d. Bergbaues u. Hüttenwesens, insbes. d. Tätigkeit d. beamteten Arztes auf diesem Gebiete, in: Veröff. a. d. Gebiet d.|Medizinalverwaltung 1, 1912, S. 797-843;
    Bilder a. d. Gesundheitswesen in Polen (Kongreß-Polen) aus d. Zeit d. dt. Verwaltung (1914–18), = Btrr. z. Poln. Landeskde., R. B, Bd. 7, 1919;
    Das Gesundheitswesen im Dt. Verwaltungsgebiet v. Polen in d. J. 1914-18, in: Arbb. a. d. Reichsgesundheitsamte 51, 1919, S. 583-733;
    Gedanken üb. hygien. Volksbelehrung, ihre Wege u. Hilfsmittel, 1927, 31934, u. d. T. Hygien. Erziehung im Volksgesundheitsdienst, 51940.

  • Literatur

    Fabian, in: Öffentl. Gesundheitsdienst 14, 1952-53, S. 414 f.;
    Rhdb. (P);
    Wi. 1935 (W).

  • Autor/in

    Manfred Stürzbecher
  • Empfohlene Zitierweise

    Stürzbecher, Manfred, "Frey, Gottfried" in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 415 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137504985.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA