Lebensdaten
1847 – 1923
Geburtsort
Dorpat
Sterbeort
Leningrad
Beruf/Funktion
lutherischer Theologe
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 136007147 | OGND | VIAF: 80424458
Namensvarianten
  • Freifeldt, Conrad Raimund
  • Freifeldt, Konrad Raimund

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Zitierweise

Freifeldt, Conrad Raimund, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd136007147.html [20.04.2024].

CC0

  • Genealogie

    Aus urspr. lett. Fam.;
    V Peter, Elementarlehrer;
    M Sophie Lungert;
    1) 1872 Marie (1853–95), 2) Konstanze (1868–1939), beide T d. Karl Siegwart Michaelsen (1826–1900), aus Oldenburg/Holstein, Bäckermeister in St. Petersburg;
    4 T aus 2).

  • Biographie

    F. studierte 1866-70 in Dorpat Theologie. Die theologische Fakultät stand damals unter dem Einfluß des systematischen Theologen A. von Oettingen und des Kirchenhistorikers M. von Engelhardt. Theologisch vertrat man die Erlanger heilsgeschichtliche Konzeption lutherisch-konfessioneller Prägung (Theodosius Harnack), belebt und erwärmt durch den Einfluß der Erweckungsbewegung. 1871-75 war F. Pastor-Adjunkt an der (estnischen) Johanniskirche zu Petersburg, 1870-71 Religionslehrer an der deutschen Petri-Schule dortselbst und 1871-75 stellvertretender Direktor des berühmten Wiedemannschen Privatgymnasiums. Nach einer kurzen Zeit in Dorpat (1875-77 Pastor-Diakon an der Johanniskirche und Religionslehrer an Gymnasium und Töchterschule) kehrte er nach Petersburg zurück (1877-80 Prediger an der Johanniskirche und bei der Garde-Division; seit 1880 Prediger in der deutschen Gemeinde zu Sankt Annen). Seit 1887 war F. Mitglied des evangelisch-lutherischen General-Consistoriums in Petersburg (seit 1902 Praeses). In den Jahren der gewaltsamen Russifizierung der nichtrussischen Völkerschaften und der gewaltsamen Förderung der Russischen Orthodoxie in evangelischen Bezirken, insbesondere der Ostseeprovinzen, unter Alexander III. und Nikolaus II. hat F. zusammen mit Paul von Kügelgen und Josef König mit diplomatischem Geschick und persönlichem Mut die deutschen lutherischen Gemeinden und Kirchenschulen in Rußland wenigstens teilweise gerettet und viel persönliche Bedrängnis gelindert. Als nach den Revolutionen von 1917 das zaristische Kirchengesetz von 1832 für die Evangelisch-Lutherische Kirche außer Kraft gesetzt wurde, war es der Initiative und Persönlichkeit F.s zu danken, daß diese Kirche erhalten blieb. Durch seine Herkunft und Vergangenheit war er dazu prädestiniert, die separatistischen Neigungen der National-Gemeinden und -Kirchen zu überwinden. Er bemühte sich im November 1917 um die kirchliche Einigung der Deutschen, Letten und Esten in Riga, kehrte aber trotz aller Überredungsversuche aus Estland und Finnland in das hungernde|Sankt Petersburg zurück, um seine Gemeinde und sein kirchliches Werk nicht zu verlassen. 1920 wirkte er an den „Temporären Bestimmungen über die Selbstverwaltung der evangelisch-lutherischen Gemeinden in Rußland“ entscheidend mit und gründete den Bischofsrat als leitendes Gremium aller lutherischen Gemeinden (Deutsche, Esten, Finnen, Letten) in der Sowjetunion. Sein Werk hatte bis in die 30er Jahre hinein Bestand.

  • Literatur

    Album Academicum d. kaiserl. Univ. Dorpat, bearb. v. A. Hassclblatt u. G. Otto, Dorpat 1889;
    G. v. Kügelgen, in: Christl. Welt 37, 1923, Sp. 455 f.;
    Die evang. Diaspora, Mhh. d. Gustav -Adolf-Ver. 5, 1923, S. 31-35, 63-71;
    H. Maurer, Die Ev.-luth. Kirche in d. Sowjetunion 1917–37, in: Kirche im Osten II, 1959, S. 69-79;
    W. Gutsche, Rel. u. Evangelium in Sowjetrußland zw, d. Weltkriegen (1917–44), 1959;
    C. v. Kügelgen, in: DBJ V, S. 79-85 (u. Tl. 1923, L);
    RGG;
    RGG³.

  • Autor/in

    Fairy von Lilienfeld
  • Zitierweise

    Lilienfeld, Fairy von, "Freifeldt, Conrad Raimund" in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 396-397 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd136007147.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA