Lebensdaten
1715 bis 1793
Geburtsort
Dirlewang bei Mindelheim
Sterbeort
Eichstätt
Beruf/Funktion
Maler
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 129103705 | OGND | VIAF: 67536461
Namensvarianten
  • Franz, Johann Michael
  • Franz, Michael

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Zitierweise

Franz, Johann Michael, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd129103705.html [09.08.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Jakob (* 1681), Zimmermeister, S d. Michael aus Pfaffenhausen u. d. Anna Müller aus D.;
    M Anna Lueger aus Baisweil;
    Eichstätt 1751 Magdalena ( 1800), T d. Hofbuchdruckers Strauß;
    S Anton ( 1811), Miniatur- u. Porträthofmaler in E.

  • Leben

    Es liegt nahe, F. Ausbildung, über die bisher keine archivalischen Nachrichten bekannt wurden und die er laut Anstellungsgesuch (von 1751) um 1733 abschloß, im Umkreis der Augsburger Schule zu lokalisieren, der dieser talentierte und vielseitige Künstler sich stilistisch einfügt. In Eichstätt, in dessen Gebiet F. seit ungefähr 1739 lebte und wo er 1751 zum Hofmaler der Bischöfe ernannt wurde, hatten außerdem J. G. Bergmüller und J. Ev. Holzer Deckengemälde geschaffen, und Werke von J. Baptist Zimmermann lagen seiner Heimat nahe. In den Einzelheiten bleibt F. etwas schwerfällig und ungelenk, und im allgemeinen hält er an einem altertümlichen rundlichen Figurentyp fest. Seine Kompositionen aber sind voll Bewegung und Leben, dekorativ wirksam und eindrucksvoll erzählt. Die Farbgebung ist geschmackvoll und kräftig. Aufgeschlossen gegenüber den stilistischen Tendenzen der Zeit – ohne jedoch das jeweils gültige Schema selbständig zu bereichern –, umspannt sein Werk als Freskant die Entwicklung des 18. Jahrhunderts. Er beginnt mit den von verhältnismäßig wenigen und großen Figuren beengten Malfeldern, erreicht eine weiträumige, von Bewegungsströmen getragene Komposition (Sturz des Phaeton, Eichstätt), und schließlich gelingt ihm auch die strenge Gliederung des Klassizismus in reizvollen Wandarchitekturen. Außer Fresken hat er zahlreiche Altarbilder geschaffen, sich als topographisch verlässiger und malerisch gewandter Landschafter bewährt, und mit Recht werden seine sprechenden und ähnlichen Porträts gerühmt. Kann F. auch nicht den Rang eines seine Zeit formenden Künstlers beanspruchen, so muß doch seine große Bedeutung anerkannt werden als Vertreter einer der zahlreichen Lokalschulen und höfischen Kunstzentren, typisch für die deutschen Verhältnisse und das in diesem Lande so vielgestaltig abgewandelte Bild des 18. Jahrhunderts.

  • Werke

    |Signiert od. archivalisch gesichert: Fresko in d. Mariahilf-Kapelle in d. Westen, Eichstätt, 1744;
    Fresken u. Wandgem. in Schloß Hirschberg, 1764-66;
    Porträts d. Kaiserfam., ebd. 1760;
    Altarbild in Ramsberg, 1766;
    Fresken in Treppenhaus u. Spiegelsaal d. bischöfl. Residenz Eichstätt, 1768;
    Fresko in d. Pfarrkirche Buxheim, 1778 (zerst. 1911);
    Fresken in d. Hofgartenpavillons d. Residenz Eichstätt, 1781;
    klassizist. Wandarchitekturen in d. Residenz Eichstätt, 1791;
    Porträts d. Fürstbischöfe Strasoldo u. Zehmen mit d. J.zahlen 1776, 1777, 1783 (Schloß Hirschberg, Eichstätt, Bischöfl. Ordinariat u. ehem. Jesuitenkollegium, Mus. d. Hist. Ver.);
    Gem. v. Diözesanheiligen im Refektorium d. ehem. Jesuitenkollegs, Eichstätt, 1786;
    Altarbilder in d. Pfarrkirche in Beilngries u. Kloster Holzen. – Zugeschrieben u. a.: Deckenbilder in d. Pfarrkirche in Kemnathen u. im Stiegenhaus d. ehem. Dominikanerklosters Eichstätt, um 1740;
    Grisaillen u. Landschaften im Obergeschoß (Speisesaal) Schloß Ellingen, 1789;
    Wandarchitekturen im Obergeschoß d. Bischöfl. Ordinariates Eichstätt, um 1790;
    2 Gem. in d. Jesuitenkirche Eichstätt;
    Altarbild d. Hauskapelle in Herlingshard;
    weitere Porträts d. gen. Fürstbischöfe u. d. Fürstbischofs Freyberg, Eichstätt, Bischöfl. Palais. – Entwürfe zu Deckenbildern (German. Nat.mus. Nürnberg u. Graph. Slg. München).

  • Literatur

    Inventare d. Kunstdenkmäler Bayerns;
    F. Mader, Schloß Hirschberg, 1929;
    J. Bleicher, Eichstätts Künstler, 1929;
    A. Bauch, Schloß Hirschberg, 1956;
    ThB;
    Mitt. v. J. Striebel, Wiedergeltingen.

  • Autor/in

    Erika Hanfstaengel
  • Empfohlene Zitierweise

    Hanfstaengl, Erika, "Franz, Johann Michael" in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 374 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd129103705.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA