Lebensdaten
1855 - 1930
Geburtsort
Kiel
Sterbeort
Cambridge (Massachusetts, USA)
Beruf/Funktion
Literaturhistoriker ; Kulturhistoriker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116697644 | OGND | VIAF: 52448289
Namensvarianten
  • Francke, Kuno
  • Francke, Cuno

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Zitierweise

Francke, Kuno, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116697644.html [15.05.2021].

CC0

  • Genealogie

    V Aug. Wilh., Senatspräs, in K.;
    M Kath. Marie Jensen;
    B Alexander (1853–1925), Buchhändler u. Verleger in Bern, seit 1885 Mitbes. d. Dalpschen Buchhandlung, seit 1902 Alleininhaber d. Fa., jetzt A. F. AG, Verlag u. Sortiment, pflegt vor allem d. Geisteswiss. u. schweizer. Schrifttum u. gibt d. „Slg. Dalp“ heraus;
    1888 Katharine ( 1956), T d. John H. Gilbert, Landbes. u. Geschäftsmann in G.;
    2 S, 1 T.

  • Leben

    F. betrieb ungewöhnlich umfassende Studien 1873-78 unter F. Paulsen, R. Eucken, M. Bernays, E. Rohde, W. von Giesebrecht, H. von Brunn und anderen in Kiel, Berlin, Jena und München, wo er promovierte. Nach einem Jahr in Italien als König-Ludwig-Stipendiat und Erfahrung erst als Gymnasiallehrer in seiner Vaterstadt, dann als Mitarbeiter unter G. Waitz an den Monumenta Historiae Germanica erhielt er 1884 ein Lehramt (instructorship) an der Harvard Universität in den USA. In dieser fremden, doch freundlichen Umgebung fand er bald eine ausgezeichnete Lebensbahn als ein vielseitiger, genialer, überall anerkannter Vertreter und Interpret des deutschen Geistes. 1896 wurde er Professor für Geschichte der deutschen Kultur (Professor emeritus 1917) und veröffentlichte sein einflußreiches Werk „Social Forces in German Literature“ (New York 1896, 4.-12. Auflage, unter dem Titel History of German Literature as Determined by Social Forces, 1904). Sein Grundgedanke als Literarhistoriker war die Zurückführung aller literarischen Erscheinungen auf die stete Aufeinanderfolge von individualistischen und kollektivistischen Bewegungen. Er hielt Vortragskurse an den Johns Hopkins, Wisconsin, California und Cornell Universities und regte 1901 den Professorenaustausch an. 1902 gründete er mit freigebiger Unterstützung des Deutschen Kaisers und einiger Deutsch-Amerikaner das Harvard Germanic Museum (seit 1950 Busch-Reisinger Museum), dessen Kurator er bis 1917 war (danach Ehrenkurator). Amerikanischer Bürger seit 1891, bewahrte er der deutschen Heimat stets die Treue, fühlte sich doch ebenso der neuen amerikanischen Heimat verwachsen. Während der tragischen Jahre 1914-17 erstrebte er, die Treue gegenüber dem alten Vaterlande mit der Einsicht in die harten Notwendigkeiten amerikanischer Politik zu vereinigen. Eine reizvolle Selbstbiographie (Deutsche Arbeit in Amerika, 1930) war seine letzte Veröffentlichung.

  • Werke

    Weitere W Glimpses of Modern German Culture, New York 1898;
    German Ideals of To-day, ebd. 1907;
    Kulturwerte d. dt. Lit. in ihrer geschichtl. Entwicklung I, 1910. 21925, II, 1923;
    German Classics of the XIX and XX Centuries, 20 Bde., New York 1913 f.;
    A German American's Confession of Faith, ebd. 1915;
    The German Spirit, ebd. 1916;
    Personality in German Literature before Luther, New York 1916;
    Dt. Schicksal, 1923;
    German After-War Problems, Cambridge, Mass., 1927;
    Weltbürgertum in d. dt. Lit. v. Herder bis Nietzsche, 1928. – Bearbeiter: Libelli de Lite Imperatorum et Pontificum Saeculis XI et XII, Bd. I u. II, 1891 f. (MG).

  • Literatur

    S. E. Morison, The Development of Harvard University 1869–1929, Cambridge, Mass., 1930 (P);
    Dict. of American Biogr. VI, New York 1931;
    |H. A. Pochmann, Bibliogr. of German Culture in America to 1940, Madison, Wisc., 1953.

  • Portraits

    Ölgem. v. I. M. Gaugengigl (Cambridge, Mass., Busch-Reisinger Museum).

  • Autor/in

    George H. Genzmer
  • Empfohlene Zitierweise

    Genzmer, George H., "Francke, Kuno" in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 328 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116697644.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA