Lebensdaten
1660 bis 1735
Geburtsort
Saberau bei Soldau (Ostpreußen)
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
preußischer Generalfeldmarschall ; Prinzenerzieher
Konfession
reformierte Familie
Normdaten
GND: 135983223 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Finck von Finckenstein, Albrecht Konrad Reinhold Graf
  • Finckenstein, Albrecht Konrad Reinhold Graf Finck von
  • Finckenstein, Albrecht Konrad Graf Finck von
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Zitierweise

Finck von Finckenstein, Albrecht Konrad Graf, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd135983223.html [19.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Christoph ( 1660), 1633-39 Kammerjunker d. Kurprinzen Frdr. Wilh., dann Kämmerer u. Amtshptm., S d. Albrecht (s. Einl.) u. d. Katharina v. Rautter;
    M Charl. Kath. ( 1663), T d. Konr. Nik. v. Obentraut, Kommandant d. Feste Königstein (B d. kurpfälz. Gen. Hans Michel v. Obentraut, „der teutsch Michel“, 1625), u. d. Amalia Kath. v. Geispitzheim;
    Berlin 1700 Susanna Magdalena (1676–1752), Oberhofmeisterin d. Kgn. Sophie Dorothea, T d. hessen-kassel. Oberhofmarschalls Wilh. v. Hoff (Hoven) (1644–89) u. d. Johanna Dor. Schwertzeil v. u. z. Willingshausen;
    Halb-Schw Juliane Charl. (* 1640, Ernst F., s. Einl.);
    5 S, 4 T, u. a. Frdr. Wilh. (* 1702, b. Mollwitz 1741), Oberst u. Gen.Adj. d. Kg. Frdr. II. (Gesandtschaft nach Dresden 1740/41), Frdr. Ludw. (1709–85), preuß. Gen.-Lt., Karl Wilh. (s. 2), Maria Amalia (1704–58, Otto Adam v. Viereck, 1684–1758, preuß. Min.), Charl. Albertine (1706–95, Frdr. Wilh. Frhr. v. Cannenberg, 1762,|Oberhofmeister d. Kgn. Elis. Christine), 1762-95 Oberhofmeisterin d. Kgn. Elis. Christine;
    Groß-N Ernst Frdr. (1698–1753), auf Schönberg, Oberburggf. in Preußen mit d. Range e. Staatsmin.;
    Ur-Groß-N Albrecht (1743–1803), auf Gilgenburg, Chefpräs. d. ostpreuß. Regierung u. Kanzler in Preußen mit d. Range e. Staatsmin.

  • Leben

    Elternlos genoß F. eine sorgfältige Erziehung bei seinem Schwager Ernst F. in Gilgenburg. Im Heere Wilhelms III. von Oranien nahm er am Feldzug 1676/77 teil, geriet verwundet in Gefangenschaft, aus der er sich durch Eintritt in die französische Armee löste. Hier mußte er sich erst 3 Jahre auf dem spanischen Kriegsschauplatz bewähren – eine harte Schule, die noch Friedrich der Große später rühmend hervorhob, als er F. den jungen Offizieren als Vorbild hinstellte –, ehe er zum Offizier befördert wurde. Nach Ausbruch des Pfälzer Krieges verließ F. den französischen Dienst und wurde brandenburgischer Major (1689). Durch Tapferkeit und überlegene Führungskunst ausgezeichnet, wurde er 1697 Brigadier. Auch in selbständigen Kommandos bewährte er sich: 1703 zwang er Rheinberg, im nächsten Jahre (als Generalmajor) die Feste Geldern nach kurzer Belagerung zur Übergabe. In der Schlacht bei Höchstädt trug F.s Eingreifen zum Siege bei (Anerkennung durch Prinz Eugen, Beförderung zum Generalleutnant 1705).

    Im August 1704 wurde er zum Oberhofmeister des Kronprinzen Friedrich Wilhelm ernannt. Es gelang seiner geraden, religiös-ernsten und charaktervollen, dabei feingebildeten und gewandten Persönlichkeit, eine unangreifbare Stellung am intrigenreichen Hofe einzunehmen und das völlige Vertrauen des mißtrauischen Friedrich Wilhelm zu erringen. Als dessen militärischer Begleiter auf 2 Feldzügen stellte F. zugleich seine Feldherrngabe unter Beweis: an der Eroberung von Tournay (1706) und dem Sieg von Malplaquet (1709) hatte er entscheidenden Anteil, wie Marlborough und Prinz Eugen bezeugen (1710 auf Eugens Vorschlag Reichsgraf).

    1718 wurde F. Erzieher des 6jährigen Kronprinzen Friedrich. Er hat das in ihn gesetzte Vertrauen – zusammen mit dem Sousgouverneur Oberst Ch. W. von Kalckstein, unterstützt durch den Informator Duhan de Jandun – abermals gerechtfertigt. Als der Konflikt zwischen König und Kronprinz sich anbahnte, bewahrte er – wie auch seine von Friedrich wie eine Mutter verehrte Frau – das Vertrauen beider Parteien und verhinderte durch ehrliches und geschicktes Vermitteln den Bruch, der dann ein Jahr nach seinem Ausscheiden (28.3.1729) doch erfolgte und ihn tief erschütterte. Dem Gute Habersdorf, wo F. 1716-20 ein großartiges Schloß und eine Kirche in strengem Barock errichtete, gab der König den Namen Finckenstein. Selbst ein so scharfer Kritiker des Berliner Hofes wie E. A. H. Graf Lehndorff nennt F. den „ehrenwertesten Mann“, den „unser Königreich ehedem besessen hat“. – Schwarzer Adlerorden 1728, Feldmarschall 1733.

  • Literatur

    O. Herrmann, Gf. A. K. v. F. als Soldat, in: FBPG 29, 1916, S. 7-65;
    E. Joachim u. M. Klinkenborg (s. o.) I, S. 126-32, 197, 211-43, 447-49 (F.s Instruktion v. 1704, ebd. II, S. 75-78, v. 1718, ebd. II, S. 94-104) (P);
    C. Hinrichs, Frdr. Wilh. I., I, 1941 (P);
    E. Bratuscheck, Die Erziehung Frdr. d. Gr., 1885, S. 16 f., 33, 36, 123;
    C. v. Lorck, Ostpreuß. Gutshäuser, 21953, S. 36 f., 63, Abb. 43-47;
    Priesdorff I, S. 76 f. (P). – Zu S Frdr. Ludw.: ADB VII;
    Priesdorff I, S. 404 f. (P);
    O. Hintze, Die Hohenzollern u. ihr Werk, 81916 (verwechselt ihn mit Frdr. Aug. v. Finck [1718-66 s. Priesdorff I, S. 443 ff.]); – zu T Charl. Albertine:
    F. Arnheim, Der Hof Frdr. d. Gr., I, Der Hof d. Kronprinzen, 1912, S. 221 ff.

  • Portraits

    Ölgem. v. A. Pesne (Potsdam, Neues Palais).

  • Autor/in

    Lothar Graf zu Dohna
  • Empfohlene Zitierweise

    Dohna, Lothar Graf zu, "Finck von Finckenstein, Albrecht Konrad Graf" in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 151 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd135983223.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Finkenstein: Albrecht Konrad Reichsgraf Fink v. F., königl. preuß. Feldmarschall, Gouverneur von Pillau, Chef eines Regiments zu Fuß, Ritter des schwarzen Adlerordens, Johanniterordenssenior, Amtshauptmann zu Krossen, Erbherr auf Finkenstein etc., geb. im Oct. 1660, am 16. Dec. 1735. Sohn eines kurbrandenburgischen Kämmerers, trat er in holländischen, dann in französischen Kriegsdienst, forderte hier aber, als Ludwig XIV. sich gegen Deutschland rüstete, seinen Abschied und erwarb sich nach Anstellung als kurbrandenburgischer Major 1689 durch kriegerisches Verdienst, „sonderbare prudence und modération, sowie untadelige conduite“ höhere Rangstufen, Gnaden und Ehren — Oberhofmeisterstelle bei zwei Kronprinzen — 1710 den Reichsgrafenstand, 1733 den Feldmarschallsrang. Friedrich der Große gedenkt zwei Mal in seinen Schriften des wesentlichen Antheils, welchen F. am Siege von Malplaquet hatte (Oeuvres T. I. 118 u. 188) und ehrt ihn außerdem als Muster soldatischer Lernbegierde in einem seiner Gedichte militärischen Inhalts (T. X. 228). F. war „vertraut gegen seine Freunde, ein Feind alles gespreizten Wesens, herablassend gegen Niedere, sinnreich in freigebigen Schenkungen“.

    • Literatur

      Pauli, Leben großer Helden, Thl. 8.

  • Autor/in

    Graf , Lippe.
  • Empfohlene Zitierweise

    Lippe, E. Graf zur, "Finck von Finckenstein, Albrecht Konrad Graf" in: Allgemeine Deutsche Biographie 7 (1878), S. 20 unter Finkenstein [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd135983223.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA