Lebensdaten
um 1525 bis nach 1588
Geburtsort
Naumburg/Saale
Sterbeort
Meißen
Beruf/Funktion
Komponist ; Musiktheoretiker ; Kantor ; Lehrer
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 130066753 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Töpfer, Wolfgang (eigentlich)
  • Figulus, Wolfgang
  • Töpfer, Wolfgang (eigentlich)
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Quellen(nachweise)

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Zitierweise

Figulus, Wolfgang, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd130066753.html [15.11.2019].

CC0

  • Genealogie

    1) Leipzig 1550 Anna Schönfeld, 2) Meißen 1579 Anna Pirus, verw. Geier; mindestens 4 S, 4 T aus 1);
    Schwieger-S Frdr. Birck, Mag., übernahm 1591 d. Kantorenamt in M.

  • Leben

    F., der nach seinen eigenen Worten schon in früher Kindheit Musik getrieben hat, wirkte seit 1545 oder 1546 als Kantor in Lübben. Anfang 1547 wurde er an der Universität Frankfurt/Oder, im Wintersemester 1547/48 an der Universität Leipzig immatrikuliert, wo er seine musikalische und humanistische Ausbildung abschloß. 1549-51 war er Thomaskantor zu Leipzig, daneben unterrichtete er Musik an der Universität. 1551 berief ihn Georg Fabricius an die angesehenere Stelle eines Kantors und Quartus an der Fürstenschule Sankt Afra zu Meißen. Von hier aus veröffentlichte er, dessen Leben und Schaffen durch den engen Rahmen der Kantoreipraxis des 16. Jahrhunderts begrenzt war, seine Lehrschriften und Kompositionen (Messen, Motetten, Hymnen und Lieder, von denen etwa 170 bekannt und über 100 erhalten sind). „Alters und Schwachheit halber“ ließ sich F. 1588 pensionieren. Er soll bald darauf gestorben sein.

  • Auszeichnungen

    F.s Schaffen, dem Martin Agricola (sein Lehrer?) und Gg. Fabricius Vorbild und Anregung waren, ist der deutschen ev. Tradition des 16. Jh. verpflichtet.

  • Werke

    Precationes aliquot, Leipzig 1553;
    Tricinia sacra ad voces pueriles, Nürnberg 1559;
    Dt. Musica u. Gesangbüchlein (erweiterte Bearb. v. M. Agricolas Sangbüchlein), ebd. 1560, 21563, 31568;
    De musica practica über primus, ebd. 1565;
    Elements musicae, ebd. 1555 (nur in erweiterter Neuaufl. v. 1565 erh.);
    Vetera nova carmina … de natali Domini u. Cantionum sacrarum … decas prima, beide Frankfurt/Oder 1575;
    Melodiae in Prudentinum et alios poetas pios, noch zu seinen Lebzeiten erschienen, neuhrsg. v. F. Birck, 1594 u. 1604, erhalten als Wolfgangi Figuli Numburgani hymni sacri et scholastici, Leipzig 1604;
    vollst. Verz. s. MGG IV.

  • Literatur

    ADB VII;
    J. A. Müller, Versuch e. vollst. Gesch. d. Chursächs. Fürsten- u. Landesschule zu Meißen, Leipzig 1787 u. 1789;
    R. Eitner, W. F., in: Mhh. f. Musikgesch. 9, 1877, S. 126 ff.;
    O. Clemen, Ein Buch a. d. Besitze d. W. F., in: Zs. f. Musikwiss. 11, 1929, S. 441 ff.;
    H. Grimm, Meister d. Renaissancemusik an d. Viadrana, 1942;
    W. Brennecke, in: MGG IV, Sp. 173-76 (W, L).

  • Autor/in

    Wilfried Brennecke
  • Empfohlene Zitierweise

    Brennecke, Wilfried, "Figulus, Wolfgang" in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 144 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd130066753.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Figulus: Wolfgang F., war aus Naumburg gebürtig, wie er selbst seinem Namen stets hinzufügt. Da er nach handschriftlichen Notizen auf seinen in der Bibliothek der königl. Landesschule in Grimma befindlichen Compositionen um 1548—50 in Leipzig lebte, wahrscheinlich seiner Studien halber, so muß er gegen 1520 oder 1523 geboren sein, denn 1551 an Lätare (also vor Ostern) erhielt er in Meißen an der Fürstenschule den Cantorposten, der zugleich ein Lehramt umschloß, also philologische Kenntnisse beanspruchte. Am 4. März 1588 wurde er „wegen Alters und Leibesschwachheit halber“ pensionirt und erhielt jährlich 70 Gulden, doch scheint er den Dienst nicht ganz aufgegeben zu haben, denn Friedrich Birck, sein Schwiegersohn, wurde sein Vertreter, während Georg Schulze am 4. März 1588 die Cantorstelle erhielt. Birck ist unter den angestellten Lehrern in Meißen an der Fürstenschule nicht genannt, er erhielt jedoch 1591 die Cantorstelle in Grimma an der Landesschule, und muß also bis zu diesem Jahre seinen Schwiegervater in Meißen vertreten haben, so daß man daraus schließen kann, F. sei in diesem Jahre gestorben. Von ihm erschienen 1565 zu Nürnberg folgende theoretische Werke: 1) „De Musica practica liber primus. Guidonis Aretini dialogus de dimensione Monochordi ex vetustissimis exemplaribus descriptus etc.“ 2) „Wolfgangi Figuli Numburgani Libri primi musicae Practicae Elementa brevissima, in usum puerorum conscripta etc.“ Von seinen praktischen Werken ist zunächst folgendes Sammelwerk zu erwähnen: „Vetera nova Carmina sacra. De Natali Domini nostri Jesu Christi, a diversis Musicis composita. Quatuor vocum“ (Frankfurt an der Oder 1571). Dies Sammelwerk enthält 20 vorher nie gedruckte Weihnachtsliedlein der besten Meister, darunter 10 von F. Außerdem erschienen von ihm in den J. 1553 bis 1587 in Leipzig, Nürnberg, Frankfurt und Wittenberg sieben mehrstimmige kirchliche Compositionen (geistliche Gesänge, Hymnen, Schullieder etc.). Hierüber, sowie über eine nach seinem Tode herausgekommene Sammlung geistlicher Gesänge und über seine in Grimma noch vorhandenen Manuscripte gibt R. Eitner in den Monatsheften für Musikgeschichte (Berlin 1877, Nr. 6) Auskunft. Diesem Aufsatze sind auch die wenigen oben angeführten biographischen Notizen entnommen. Auch in einigen berühmten Sammelwerken des 16. Jahrh. befinden sich Compositionen des Meisters, was auf seine Beliebtheit und Tüchtigkeit schließen läßt. Hierüber berichtet ebenfalls Eitner in seiner Bibliographie der Musiksammelwerke des 16. und 17. Jahrhunderts (Berlin 1877).

  • Autor/in

    Fürstenau.
  • Empfohlene Zitierweise

    Fürstenau, Moritz, "Figulus, Wolfgang" in: Allgemeine Deutsche Biographie 7 (1878), S. 8 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd130066753.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA