Lebensdaten
1689 - 1740
Geburtsort
Wien
Sterbeort
London
Beruf/Funktion
Maler ; Radierer
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 128616296 | OGND | VIAF: 19954250
Namensvarianten
  • Fergant, Franz de Paula
  • Fergant, Franz de Paula (irrtümlich)
  • Ferg, Franz Joseph (eigentlich)
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Zitierweise

Ferg, Franz de Paula, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd128616296.html [21.06.2021].

CC0

  • Genealogie

    V Adam Pankraz (1651–1729), Maler (s. ThB);
    M Maria Elis. (um 1651-1722), Wwe d. Malers Jak. Kraus;
    N. N.

  • Leben

    F. erhielt seine Ausbildung bei seinem Vater, dann 4 Jahre bei Georg Andreas Wasshuber in Wiener Neustadt. Darauf kehrte er zu seinem Vater zurück, studierte daneben Stiche Callots und Sébastien le Clercs, die für seine Entwicklung von Bedeutung wurden, und setzte das Studium bei dem Faistenberger-Schüler Josef/Joseph Orient und bei Hans Graf in Wien fort. Seit 1718 lebte F. in Bamberg und Leipzig, wo er mit Johann Alexander Thiele zusammentraf. In dem Fall war bereits F. der Gebende; er staffierte dessen Landschaften und folgte ihm nach Dresden. Nach kürzerem Aufenthalt in Braunschweig, Salzdahlum und Hamburg (?) ging er 1720 nach London. Nach einer unglücklichen Heirat starb er dort in Elend. Seine Werke sind selten; es wird berichtet, daß er sehr langsam arbeitete. – F. malte kleinfigurige Sittenbilder, Landschaften und Marinen; er hat die um 1700 übliche holländische Manier von seinen Lehrern übernommen, mit italienischen Elementen bereichert und mit eigenen Qualitäten verbunden. Die früheren Werke zeigen wenig Tendenz, bestimmtes Geschehen festzuhalten; lediglich van Gool berichtet von Bildern von englischen Pferderennen. Die Ereignisdarstellungen zeigen starke holländische Züge, verbunden mit den italienischen Errungenschaften in der Landschaftsmalerei des 17. Jahrhunderts. Dabei tritt früh das Hell-Dunkel als raum- und formbildendes Element auf. Das Kolorit soll sich nach Hagedorn schon um 1720 vollkommen gelichtet haben. Von den Flamen wirkten stark Teniers in einer gemäßigten Haltung, die Kleinmeister sowie die Utrechter Maler mit Cornelius Poelenburgh an der Spitze; die Wirkung von Wouwermans dürfte wohl mehr im Spätwerk feststellbar sein. Trotz diesen eklektischen Zügen ist F.s Kunst für das Entstehen des österreichischen Sittenbildes von großer Bedeutung. Seinen Einfluß zeigt vor allem Carl Aigen, und Janneck fand dank F.s Tätigkeit einen vorbereiteten Boden vor. Norbert Grunds frühe Werke zeigen auch eine starke Beziehung zu F., der bis in die maria-theresianische Zeit hinein imitiert und kopiert wurde.

  • Werke

    W u. a. 4 Landschaften: die Jahreszeiten (Braunschweig, Hzgl. Mus.);
    2 Hafenbilder (Budapest, Mus. d. Schönen Künste);
    Jahrmarkt neben e. Bogenbrücke, Volksbelustigung am Flusse, Fährboot am Strom (2 Gegenstücke), Volkstreiben unter alten Ruinen, Jahrmarkt vor e. Schloß (Dresden, Gal.);
    Landschaft mit Figuren (Florenz, Uffizien);
    2 Donaulandschaften (Göttweig, Stift);
    Volksbelustigung im Sommer, Volksbelustigung im Winter (Graz, Johanneum);
    2 Landschaften mit Figuren (Nottingham);
    Rauferei (Prag, Rudolphinum);
    4 Landschaften (Schwerin, Mus.);
    Jahrmarkt (Wien, Österr. Gal.);
    Landschaft mit Staffage, Kanal u. Gebäuden (ebd., ehem. Liechtensteingal.);
    Schlittschuhlaufende (ebd., ehem. Slg. Kuranda);
    weitere: Cambridge, Fitzwilliam Mus.;
    Dessau, Amalienstift;
    London, Guidehall;
    New York, Metrop.Mus.;
    Pommersfelden;
    Prag, ehem. Gal. Nowak;
    Stockholm, Nat.Mus. (v.d. neueren Forschung F. abgeschrieben);
    Wörlitz, Got.Haus;
    Hamptoncourt;
    Hermannstadt;
    Zarskoje Selo. – Radierungen: Capricci fatti per F. F. (Folge v. 7 Landschaften), London 1726;
    1 BL.: Felsige Landschaft. – Nach F. haben gestochen: J. U. Biberger, C. Conti, J. Couché, A. D. Ernst, de Fehrt, C. Geyser, M. Keyl, S. Kupfer, Th. Major, P. Monaco, C. B. Schwarz, J. J. le Veau, F. Vivarez, J. H. Wiese, J. Wagner.

  • Literatur

    ADB VI;
    J. van Gool, Nieuwe Schouburg, Den Haag 1750;
    H. Walpole, Anecdotes of Painting in England, 3 Bde., London 1888;
    G. Biermann, Barock u. Rokoko, 1914;
    Wurzbach IV;
    ThB;
    Bénézit III, 1950 (m. weiteren Angaben).

  • Portraits

    Stich: Selbst-P gestochen v. J. F. Bause, in: Neue Bibl. d. Schönen Wiss. V, Leipzig 1767.

  • Autor/in

    Johannes Dobai
  • Empfohlene Zitierweise

    Dobai, Johannes, "Ferg, Franz de Paula" in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 96 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd128616296.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Ferg: Franz de Paula F., Maler und Aetzer, geb. zu Wien am 2. Mai 1689, zu London 1740, war der Sohn des Malers Pancratius F. und ein Schüler des Landschaftsmalers Joseph Orient, welcher, das aufstrebende Talent des Künstlers würdigend, demselben seine Unterstützung zur Fortsetzung seiner Ausbildung zuwandte. Nachdem F. durch mehrere Jahre in dem Hause Orient's gelebt und diesem bei der Ausführung großer Aufgaben behülflich gewesen, folgte er im J. 1718 einer Einladung des Malers Alexander Thiele in Dresden und machte hier unter dessen Anleitung bedeutende Fortschritte. Seine Bilder, unter dem Einflusse der Niederländer geschaffen, bestehen namentlich in der Darstellung von Handlungen mit landschaftlichem Hintergrunde, von Architekturen, von Marinebildern und Stillleben. Erstere zeichnen sich durch Feinheit und Charakteristik der Staffagen und ein warmes Colorit aus, so daß ihm Thiele bei einer Anzahl von Landschaften die Ausführung der Figuren übertrug. Von Dresden übersiedelte F. um das J. 1724 nach London, wo er die Tochter eines Porträtmalers ehelichte. Unglückliche häusliche Verhältnisse, besonders die Verschwendung seiner Frau, brachten den Künstler in Noth und Elend, verkümmerten sein Talent und untergruben seine Gesundheit. Der Tod, welchen er sich, wie aus Briefen an Thiele hervorgeht, selbst herbeigesehnt, erlöste ihn im J. 1740 von seinem Leiden. Wie man sich erzählt, fand man ihn eines Morgens todt vor seinem Hause liegend. — Von seinen Bildern haben sich verhältnißmäßig wenige in Deutschland erhalten. Die Wiener Belvedere- und die Dresdener Gallerie sind im Besitze von Werken des Künstlers, und zwar befinden sich in der ersteren zwei auf Kupfer gemalte Oelbilder, italienische Jahrmärkte mit kleinen Figuren und Gruppen. Von F. finden sich auch schön radirte Bilder, darunter eine Folge von acht Landschaften mit Ruinen und Figuren (London 1726). Mehrere seiner Bilder sind von Wagner, Th. Major, Couchin, Keill, Geyser, Vivarez etc. in Kupfer gestochen.

    • Literatur

      Vgl. C. v. Wurzbach, Biogr. Lexikon des österr. Kaiserstaates IV, 184 und die darin angeführten Quellen.

  • Autor/in

    K. Weiß.
  • Empfohlene Zitierweise

    Weiß, Karl, "Ferg, Franz de Paula" in: Allgemeine Deutsche Biographie 6 (1877), S. 711 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd128616296.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA