Lebensdaten
1809 bis 1878
Geburtsort
Bern
Sterbeort
Cannes
Beruf/Funktion
Chemiker
Konfession
reformierte Familie
Normdaten
GND: 101309104 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Fellenberg, Ludwig Rudolf von
  • Fellenberg, Rudolf von
  • Fellenberg, Ludwig Rudolf von

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Zitierweise

Fellenberg, Rudolf von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd101309104.html [12.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Emanuel Rudolf (1780–1850), Appellationsrichter, Mitgl. d. Kl. Rats, S d. Dav. Rudolf (1754–1827), Mitgl. d. Gr. Rats, Präs. d. Obereheger., d. Kirchen- u. Schulrats, u. d. Elis. Julia Persida Effinger;
    M Henriette (1787–1856), T d. Sam. Emanuel Grüner (1760–88), Guts- u. Papiermühlenbes. in Worblaufen, u. d. Elis. Cath. Fischer ( 2] Albrecht v. Haller, 1823, Botaniker);
    Vt Ludw. Gruner (1809–83), Prof. d. Metallurgie u. Gen.-insp. d. École des mines in Paris (s. Pogg. I, III);| Verwandter Phil. Emanuel s. (1);
    1) Genf 1836 Louise (1817–38), T d. Kaufm. Joh. Wolfg. Reisse aus Hamburg, 2) Lausanne 1842 Susanne (1819–89), T d. Gutsbes. Théodore Rivier (1791–1875), Förderer d. freien Kirche d. Kt. Waadt; Schwager Alphonse Rivier (1835–98), Prof. d. röm. Rechts a. d. freien Univ. Brüssel, Chefredakteur d. „Revue de droit international et de législation comparée“;
    S aus 1) Edmund (1838–1902), Geologe, Archäologe u. Alpinist, 3 S, 2 T aus 2);
    E Theodor (* 1881), Chemiker.

  • Leben

    In Hofwyl gewann F. 1816-27 bei seinem Verwandten Philipp Emanuel von Fellenberg humanistische Bildung und Interesse an der Natur. Zur Leitung der elterlichen Papierfabrik bestimmt, studierte er Technologie und Chemie in Genf, seit 1829 bei K. Brunner in Bern und seit 1831 in Paris. Dort arbeitete er 1833 bei H. F. Gaultier de Claubry, bis er in der École des mines zu selbständigem Forschen kam. Mit Vorliebe widmete sich F. analytischen Arbeiten, aber auch der Geologie, Mineralogie und Archäologie. 1835 nach Bern zurückgekehrt, zog er sich von den Fabrikgeschäften zurück, um nur noch der Forschung zu leben. 1841 erlangte er das Gießener Doktordiplom und die Professur für Chemie und Mineralogie an der Akademie in Lausanne, die er aber – nebst 7 anderen Professoren – als Anhänger der Freien Kirche des Kantons Waadt auf Grund eines von der inzwischen an die Macht gelangten antiliberalen Regierung erlassenen Gesetzes 1846 wieder verlor. Seine Arbeiten setzte er in seinem Privatlaboratorium in Bern fort. Neben Analysen schweizerisch Mineralwässer und verschiedener Mineralien („Studerit“) beschäftigten ihn metallurgische Forschungen. Internationales Ansehen brachten ihm seine Analysen von antiken Bronzen und Gläsern verschiedener Provenienz sowie von Nephriten und Jadeiten aus Pfahlbauten und dem Orient. Mit diesen systematisch ausgeführten Analysen wurde er einer der Wegbereiter, die der Archäologie eine heute viel genutzte Informationsmöglichkeit eröffneten, nämlich durch Kenntnis und Vergleich der stofflichen Zusammensetzung der Fundgegenstände deren Herkunft und Bearbeitung festzustellen und damit Aufschluß über die prähistorischen Handelswege zu gewinnen.

  • Werke

    W u. a. Analysen v. antiken Bronzen, in: Mitt. d. Naturforsch.Ges. in Bern, 1857 u. 1860-66, u. in: Jb. d. Ver. f. meckl. Gesch. u. Altertumskde. 29, 1864;
    Analysen gefärbter röm. Gläser, in: Schrr. d. Physikal.-ökonom. Ges. zu Königsberg i. Pr. 33, 1893.

  • Literatur

    A. Valentin, in: Verhh. d. Schweizer. Naturforsch.Ges. in Bern, 1877/78, S. 273-83;
    ders., in: Slg. Bern. Biogrr. II, 1896, S. 212-19;
    Anz. f. Schweizer Gesch., 1879, S. 147;
    Th. Rivier-Rose, La Familie Rivier, Lausanne 1916 (P);
    B. Strahlmann, in: Mitt. a. d. Gebiete d. Lebensmittelunters. u. Hygiene 50, 1959 (W, P);
    HBLS;
    Pogg. I u. III.

  • Quellen

    Qu.: Hs. Nachlaß in d. Burgerbibl. Bern.

  • Portraits

    Ölbild v. J. F. Dietler, 1873 (im Bes. d. E Dr. med. Rudolf v. F., Bern);
    Miniatur-Aquarell v. G. Vieusseux (im Bes. d. E Amanda v. F., Bern).

  • Autor/in

    Berend Strahlmann
  • Empfohlene Zitierweise

    Strahlmann, Berend, "Fellenberg, Rudolf von" in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 71 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd101309104.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA