Lebensdaten
erwähnt 902, gestorben 906
Beruf/Funktion
ostfränkischer Graf
Konfession
katholisch?
Normdaten
GND: 122424883 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Adelbert
  • Adelbert von Babenberg
  • Adalbert von Babenberg
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Orte

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Zitierweise

Adalbert, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd122424883.html [19.04.2018].

CC0

  • Genealogie

    Aus dem Hause der sog. älteren Babenberger (Popponen); V Graf Heinrich, bewährter Heerführer Karls III. gegen die Normannen (vor Paris 886);
    M Baba, Schw König Heinrichs I., ist sagenhaft;
    B Adalhard und Heinrich;
    Brunhilde von Schwaben.

  • Leben

    Als Inhaber der väterlichen Grafschaften im Grabfeld, Tullifeld, Saalegau, anfangs auch im Volkfeld, waren die Söhne des ostfränkischen Grafen Heinrich die natürlichen Gegenspieler der von König Arnulf und König Ludwig begünstigten hessisch-rheinfränkischen Konradiner im Kampfe um eine herzogartige Stellung in Franken. A.s Stützpunkt war die 902 erstmals genannte Burg Babenberg auf dem heutigen Domberg zu Bamberg. Als A. damals in die 897 „aus geringfügigen Gründen“ (Regino von Prüm) ausgebrochene Fehde seiner Brüder mit den Konradinern, vor allem dem Bischof von Würzburg, eingriff, begann der Entscheidungskampf zwischen den beiden Familien. Bei einem Ausfall aus Bamberg kam Heinrich ums Leben, der gefangene Adalhard wurde von den Konradinern hingerichtet, ein Fürstenspruch zu Forchheim (903) entzog den beiden ihre Güter. A., persönlich noch nicht betroffen, setzte nun jahrelang den erbitterten Kampf in blitzartigen Überfällen fort, verjagte Bischof Rudolf aus Würzburg, seine Konradinischen Brüder aus dem Spessart, verheerte ihre Besitzungen und bedrohte die Wetterau. Sein Sieg bei Fritzlar (906) kostete dem älteren Konrad, Vater des nachmaligen Königs, das Leben. Der Ladung vor einen Reichstag nach Tribur leistete er keine Folge, ja, er brachte auch dem königlichen Heer, das die Reichsacht an ihm vollstrecken sollte, eine Niederlage bei. In Theres am Main belagert, ließ er sich, angeblich durch hinterlistige Versprechungen des Erzbischofs Hatto von Mainz, bewegen, die Gnade des Königs zu suchen, wurde aber in dessen Abwesenheit enthauptet. Bamberg fiel an König Ludwig. Im Grabfeld behauptete sich die nicht an der Fehde beteiligte Linie seines Oheims Poppo (spätere Grafen von Henneberg?). Da die Konradiner auf Rheinfranken beschränkt blieben, entschied sich mit dem Ausgang der Fehde der Charakter Ostfrankens als Königsland. A.s Kühnheit lebte in Volksliedern fort, die österreichischen „Babenberger“ betrachteten ihn wohl zu Unrecht als ihren Ahnherrn.

  • Literatur

    ADB I (unter Adelbert); F. Stein, Gesch. d. Kg.s Konrad I., 1872;
    E. Dümmler, Gesch. d. ostfränk. Reiches III, 21888; E. v. Guttenberg, Die Regg. d. Bischöfe u. d. Domkapitels v. Bamberg, 1. Lieferung, 1932 (weitere L).

  • Autor

    Erich Freiherr von Guttenberg
  • Empfohlene Zitierweise

    Guttenberg, Erich Freiherr von, "Adalbert" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 42 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd122424883.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Adelbert von Babenberg ( 9. Sept. 906), benannt nach der Burg, an deren Stelle sich nachmals der Bamberger Dom erhob, verwaltete mit seinen Brüdern Adalhard und Heinrich mehrere fränkische Grafschaften am obern und mittlern Main und an der Werra: die Buchonia, den Saalgau, das Gozfeld und Volkfeld. Als Stammvater des Geschlechtes kann mit ziemlicher Sicherheit ein Graf Poppo im Grabfelde nachgewiesen werden; dagegen ist eine Poppo zugeschriebene Gemahlin Baba, Schwester des späteren Königs Heinrich I., durch welche das Geschlecht mit den Liudolfingern verschwägert gewesen wäre, wahrscheinlich eine Erfindung späterer Zeiten. Poppo's muthmaßlicher Sohn, Graf Heinrich, der Vater der genannten drei Brüder, hatte sich in den Normannenkriegen hohen Ruhm erworben und war 886 im Kampfe vor Paris gefallen. Heinrichs Bruder Poppo war mit der thüringischen Markgrafschaft gegen die Sorben betraut. Die Familie überstrahlte in den Tagen Kaiser Arnulfs alle anderen fränkischen Geschlechter und genoß einer Macht, welche die kaiserliche Autorität selbst zu gefährden schien. Deshalb entsetzte Arnulf, als im J. 892 ein Kampf gegen die Sorben unglücklich endete, den Markgrafen Poppo, dem er die Schuld an den Unfällen zumaß, seines Amtes und übertrug es dem Grafen Konrad, dessen Geschlecht er überhaupt im Gegensatze zu den Babenbergern auf jede Weise begünstigte. Dieselbe Bevorzugung wurde den Konradinern, dieselbe Zurücksetzung den Babenbergern zu Theil, als unter Arnulfs Nachfolger Ludwig dem Kinde das Regiment an Erzbischof Hatto von Mainz kam. Da brach im J. 902 die lange glimmende Feindschaft der beiden Geschlechter in offenen Kampf aus. Im erstem Gefechte fiel Heinrich von Babenberg und gerieth Adalhard in die Gefangenschaft der Konradiner, die ihn alsbald enthaupten ließen. A. aber, von Rachedurst entflammt, setzte die Fehde mit glänzendem Erfolge fort, überschwemmte ganz Ostfranken mit seinen Heerschaaren und unterwarf sich auch dann nicht, als ein durch den König berufenes Fürstengericht der Franken, Alemannen, Baiern, Thüringer und Sachsen ihn des Landfriedensbruches schuldig befand und dem ganzen Babenbergischen Geschlechte alle Güter absprach. Vergeblich belagerte ihn der König in seiner Burg Theres unweit Babenberg. Vielmehr ergriff im J. 906 A. wieder die Offensive; eine Schlacht bei Fritzlar brachte dem Grafen Konrad Tod und Niederlage und ganz Hessen litt unter den verwüstenden Zügen des Babenbergers. Nochmals setzte ihm der König einen Tag nach Tribur. Als A. auch diese Ladung unbeachtet ließ, wurde er zum zweiten Male in seiner Burg Theres belagert, diesmal aber mit so überlegenen Kräften, daß ihn bald ein Theil seines Anhanges und endlich der eigene Muth verließ. Er unterwarf sich, angeblich gegen das von Erzbischof Hatto gegebene Versprechen der Straflosigkeit. Aber ein Gericht verurtheilte ihn zum Tode und Angesichts seiner väterlichen Burg und des ganzen Heeres fiel sein Haupt. Das Volk feierte in Liedern das Ende des kühnen Empörers gegen die Reichsgewalt.

    • Literatur

      Dümmler, Gesch. d. Ostfränk. Reichs, Bd. II.

  • Autor

    Riezler.
  • Empfohlene Zitierweise

    Riezler, Sigmund Ritter von, "Adalbert" in: Allgemeine Deutsche Biographie 1 (1875), S. 56 unter Adelbert [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd122424883.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA