Lebensdaten
1852 bis 1928
Geburtsort
Troppau
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
österreichischer General ; Kriegsminister
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 118848615 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Auffenberg von Komarów, Moritz Friedrich Joseph Eugen Freiherr von
  • Komarów, Moritz Friedrich Joseph Eugen Freiherr von
  • Komarów, Moritz Freiherr von
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Zitierweise

Auffenberg von Komarów, Moritz Freiherr von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118848615.html [23.10.2018].

CC0

  • Genealogie

    Die Familie von Auffenberg soll aus dem Breisgau stammen; eine Verwandtschaft mit Joseph Freiherr von Auffenberg ist nicht festzustellen. V Moritz (seit 1869 Ritter von Auffenberg) (1816–89), Landesgerichtspräsident;
    Gvv Benedikt Auffenberg (1769–1840), Stempelgefällenkassier;
    ⚭ Teresina Maurer;
    T Erika ( mit dem ehemaligen deutschen Generalleutnant Gustav Adolph [durch Adoption Adolph-Auffenberg-Komarów]).

  • Leben

    Auffenberg legte rasch die übliche Laufbahn zurück und wurde 1900 Generalmajor und Brigadier, 1905 Feldmarschalleutnant und Divisionär, 1906 Generalinspektor der Korpsoffiziersschulen, 1909 Geheimer Rat und Korpskommandant in Sarajewo und 1910 General der Infanterie. Der hochgebildete General hatte sich mit der ungarischen und südslawischen Frage vertraut gemacht und 1904 in einer Denkschrift zu einer schleunigen, wenn nötig, gewaltsamen Bereinigung des Konfliktes mit der ungarischen Opposition geraten, während er in der südslawischen Frage dem Trialismus nahestand. Auffenberg gewann das Vertrauen des Erzherzog-Thronfolgers Franz Ferdinand und wurde von diesem 1911 Kaiser Franz Joseph gegen dessen Willen als Kriegsminister aufgedrängt. In dieser Stellung suchte er die militärische Rüstung Österreich-Ungarns voranzutreiben, vor allem durch die ohne parlamentarische Deckung durchgeführte Verstärkung der Artillerie um die im Weltkrieg bewährten 30,5 cm-Mörser und durch Aufstellung von 76 neuen Batterien. Im Dezember 1912 mußte er auf Weisung des Thronfolgers, dem er Ungarn gegenüber zu nachgiebig war, zurücktreten und wurde Armeeinspektor. Am 26./28.8.1914 errang er an der Spitze der 4. Armee bei Komarów einen glänzenden Sieg über die 5. russische Armee, wenn es ihm auch nicht gelang, Plehwe völlig einzukesseln. Anfang September 1914 vollzog er eine kunstvolle Schwenkung um 180°, um die Nachbararmee bei Rawa-Ruska-Lemberg zu entlasten, mußte sich aber, in der Nordflanke fast eingekreist, unter schweren Verlusten hinter den San zurückziehen. Der Armeekommandant Erzherzog Friedrich forderte ihn auf, sein Kommando niederzulegen. Vom Kaiser am 25.4.1915 mit dem Freiherrnstande und dem Prädikat von Komarów ausgezeichnet, wurde A. kurz darauf unter der Anschuldigung der Preisgabe von Dienstgeheimnissen während seiner Ministerzeit angeklagt, dann wohl vom Kriegsgericht, nicht jedoch vom Ehrengericht, freigesprochen, wodurch seine Karriere ihr Ende fand. Nach 1918 veröffentlichte er zwei Autobiographien, zahlreiche Schriften zu seiner Verteidigung und über die alte österreichische Armee, sowie Aufsätze politischen Inhalts.

  • Werke

    u. a. Gesch. d. Stadt Raab, 1908;
    Aus Österr.-Ungarns Teilnahme am Weltkriege, 1920;

    Der Feldzug der 4. österr.-ungar. Armee am Beginn d. Weltkrieges, 1920;

    Aus Österr.s Höhe u. Niedergang, Eine Lebensschilderung, 1921;
    Österr. u. d. Problem seiner Landesverteidigung, Wien 1925.

  • Literatur

    Österr.-Ungarns letzter Krieg 1914-1918, hrsg. v. Österr. Bundesministerium f. Heereswesen u. v. Kriegsarchiv, Bd. 1, Wien 1929;
    K. Leppa, Die Schlacht b. Komarów 1914, Karlsbad 1933;
    Brünner Genealog. Taschenbuch 6, in: Mbl. d. herald. Ges. Adler 11, 1934, S. 95;
    R. Kißling, in: DBJ X, S. 10-14 [u. Totenliste 1928, L);
    E. Steinitz, in: NÖB VI, 1929, S. 150-60 (P);
    Kroat. Enz. I, 1941.

  • Autor/in

    Gustav Adolf Metnitz
  • Empfohlene Zitierweise

    Metnitz, Gustav Adolf, "Auffenberg von Komarów, Moritz Freiherr von" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 441 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118848615.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA