Lebensdaten
erwähnt 1293, gestorben 1338
Beruf/Funktion
Marschall von Kärnten ; Landeshauptmann von Kärnten
Konfession
katholisch?
Normdaten
GND: 135951909 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Aufenstein, Konrad I. von
  • Auffenstein, Konrad von
  • Ownstein, Konrad von
  • mehr

Zitierweise

Aufenstein, Konrad von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd135951909.html [20.05.2019].

CC0

  • Genealogie

    Tiroler Adelsgeschlecht, Stammschloß im Navistal bei Matrei;
    V Heinrich von Aufenstein;
    M Adelheid von Starkenberg;
    1) Adelheid von Marling, 2) (vor November 1297) Alisa, T des Kärntner Landeshauptmannes Cholo von Saldenhofen-Seltenheim, Witwe Reinberts von Glanegg, 3) 1309 Diemut, T Hartnids von Pettau;
    T aus 1) Adelheid ( Friedrich Graf von Heunburg);
    S aus 2) Friedrich, Konrad.

  • Leben

    A. kam 1293 im Gefolge Ottos, des Sohnes Meinhards II. von Görz-Tirol, nach Kärnten und beteiligte sich führend an der Niederwerfung der von Graf Ulrich von Heunburg geleiteten Empörung gegen das Haus Görz. 1293 wurde ihm das Marschallamt, 1294 die Herrschaft Karlsberg verliehen. Seit 1299 als Landeshauptmann bezeugt, übte er im Namen des meist abwesenden Herzog Heinrich die Regierungsgewalt in Kärnten aus und begründete durch Erwerb bedeutender Lehen und Pfandschaften die Macht der Kärntner Linie seines Hauses. Sein hartes Regiment rief jedoch schließlich eine wachsende, von den Habsburgern genährte Opposition hervor. Nachdem bereits eine blutige Fehde mit dem Bistum Bamberg (1334 beigelegt) sein Ansehen erschüttert hatte, anerkannte er 1335 die habsburgische Herrschaft, wurde als Landeshauptmann abgesetzt, behielt jedoch das Marschallamt. Darauf entzog ihm Margarete Maultasch das Stammschloß und die Güter seiner Familie in Tirol, die ihm durch den Tod seines kinderlosen Bruders Heinrich (1334) zugefallen waren. Der gescheiterte Aufstandsversuch seiner Enkel Konrad und Friedrich bereitete auch der Macht der Kärntner Linie ein Ende (1368). A. stiftete das Klarissinnenkloster zu St. Veit.

  • Literatur

    ADB I (unter Auffenstein); E. G. Frhr. v. Pettenegg, Die Herren v. A., in: Jb. d. herald.-geneal. Ver. Adler II, Wien 1875 (unvollst., 2. Teil nur als Sonderdruck erschienen); A. v. Jaksch, Gesch. Kärntens bis 1335 II, Klagenfurt 1929, S. 133 ff., 150-237, 415 (Stammtafel).

  • Autor/in

    Heinrich Appelt
  • Empfohlene Zitierweise

    Appelt, Heinrich, "Aufenstein, Konrad von" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 440 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd135951909.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Auffenstein: Konrad I. v. A. (Ownstein, Ouwenstein, Anfenstein), Begründer der Macht seines Hauses im Kärntnerlande. Als die Karlsberge, das bisher mächtigste Geschlecht allhier durch die Katastrophe von 1293 in Ungnade fielen, erwarb Konrad v. Auffenstein, der sein Emporkommen offenbar der Gunst Mainhard's von Tirol, Herzogs von Kärnten (s. 1286) verdankt, die Marschallswürde von Kärnten, 1294 Schloß und Herrschaft Karlsberg und allgemach eine solche Gütermasse in Tirol, Kärnten, Steiermark, daß man Konrads Glück dunkeln Mächten zuschrieb und dasselbe mit dem Wunderringe des Schärfenberger's (s. Ottokar's Reimchronik, Pez, Scr. rer. austr. III. Bd. cap. 577—581) in Verbindung brachte. Auch unter den Habsburgern, denen Konrad der Aufensteiner, nach Angabe der vita Karoli quarti (Böhmer's Fontes rer. germ. II. 248), 1335 Kärnten in die Hände spielen half, fanden Konrad und seine Söhne und Enkel ihre Rechnung, bis zu dem unglücklichen Aufstandsversuche der letzteren von 1368 wider die österreichischen Herzoge Albrecht III. und Leopold III., bei dem das Haus seine Machtstellung einbüßte. Die Geschichte dieses Aufstandes entbehrt noch erschöpfender und unanfechtbarer Quellennachweise. Der Ausgang des Geschlechtes wird von der jedenfalls sehr ausgeschmückten Erzählung in Megiser's Kärntner Chronik — an den Aufstand des mißvergnügten Friedrich III. v. A. 1395(6) geknüpft, den der damalige Landeshauptmann Konrad von Kreig, Haupt des mit den Auffensteinern rivalisirenden Geschlechtes, mit Erfolg bekämpft haben soll. Seit dieser Zeit oder richtiger seit 1368 verschwindet auch das Geschlecht aus der Geschichte; seine Burgen und Güter fielen großentheils an die Landesfürsten. Sieht man von dem, jedenfalls sehr bedenklichen, Histörchen Megiser's zum J. 1395/6 ab, so hätte der letzte Auffensteiner, einer anderen Tradition zufolge, 1368 mit seiner Gefangenschaft den Aufstand gebüßt und 1396 sein Leben als Domherr beschlossen. — An Konrad v. A. den Begründer der Macht seines Geschlechtes in Kärnten erinnern die Reste der Burgen: Zarlsberg, Naudenstein, Hardeck, Gutenstein, Buchenstein und Strechau.

    • Literatur

      Vgl. Megiser's Annales Carinthiae od. Kärntner Chronik Bd. I.A. Weiß, Kärnthens Adel bis z. Jahre 1300. Wien 1869, S. 47 f.

  • Autor/in

    Krones.
  • Empfohlene Zitierweise

    Krones, Franz von, "Aufenstein, Konrad von" in: Allgemeine Deutsche Biographie 1 (1875), S. 654 unter Auffenstein [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd135951909.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA