Lebensdaten
1795 bis 1867
Geburtsort
Wien
Sterbeort
Oberdöbling (Wien)
Beruf/Funktion
Fabrikant ; Kunstsammler ; Kaufmann
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 13594113X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Arthaber, Rudolf Edler von

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Zitierweise

Arthaber, Rudolf Edler von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd13594113X.html [14.10.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Joseph Ignaz Arthaber (1764–1818), Großkaufmann in Wien;
    M Catharina Kleindienst (1766–1853), aus Krems;
    Gvv Franz Joseph Arthaber (1734–94), Kurrentwarenhändler in Wien;
    Gmv Maria Barbara Biedermann ( 1792);
    1) 1827 Johanna ( 1833), T des Großhändlers und Hofbankiers Kaspar von Scheidlin, Nürnberg, 2) 1842 Louise, T des Johann Christian Fick (1763–1821) Professor der Geschichte, Geographie und englischen Sprache in Erlangen;
    S Rudolph Arthaber (1828–99), Fabrikant und letzter Inhaber der Firma und Kunstmäzen;
    E Gustav Arthaber (s. 1).

  • Leben

    A. trug wesentlich zum Aufstieg der österreichischen Textilindustrie bei, indem er ihr durch Errichtung eines großartigen Kommissionslagers in Leipzig, welches sich ausschließlich mit der Ausfuhr österreichischer Manufakturwaren beschäftigte, und durch die Anlage von Zweigniederlassungen in Pest, Venedig, Mailand und Rom den Weg ins Ausland ebnete, so daß die Textilindustrie in Wien 1832 schon mit 4000 Webstühlen 8000 Arbeiter beschäftigte. 1833 gründete er mit gleichgesinnten Freunden den erst 1837 staatlich genehmigten Niederösterreichischen Gewerbeverein, dessen langjähriger Präsident er später wurde. 1834 stiftete A. dem Wiener Polytechnischen Institut eine jährliche Preisverteilung von 90 Dukaten für Shawl-Manufakturzeichner. 1840 bis 1850 nahm er in den Verhandlungen der Österreichischen Landwirtschaftsgesellschaft Einfluß auf Kultur und Veredlung der Weinrebe. 1848 erreichte er die Gründung einer Handelskammer in Wien und war einer der maßgebenden gemäßigten liberalen Vorkämpfer der Märzbewegung von 1848. A. war ein großer Kunstfreund und -kenner und besaß eine der bedeutendsten und wertvollsten Wiener Gemäldesammlungen mit etwa 120 Bildern, besonders von Meistern der Altwiener Schule (F. Waldmüller, J. Danhauser, F. Cauermann, M. M. Daffinger, F. von Amerling usw.). Er wurde 1836 Ehrenmitglied der Akademie der bildenden Künste; der österreichische Kunstverein entstand 1850 auf seine Anregung.

  • Literatur

    ADB I;
    Catalog d. v. A.schen Gem.-Slg. auf d. Dullnerhof in Ober-Döbling b. Wien, 1863;
    M. König, A., Ein Btr. z. Volksgesch. Österr.s, 1868;
    Tagebuchbll. aus d. Wiener Märzrevolution 1848, hrsg. v. J. Baxa, in: Eichendorff-Kal. 1929/30, Graz 1929, S. 66 f.;
    G. v. Arthaber, Die Arthaber, Eine fam.geschichtl. Studie, in: Unsere Heimat, NF XI, 1938, Nr. 5, S. 125-138 (P);
    F. Gräffer-J. J. H. Czikann, Österr. National-Enz. I, Wien 1835;
    Wurzbach.

  • Portraits

    Ölgem. v. F. v. Amerling, R. v. A. mit seinen Kindern (Wien, Österr. Galerie);
    Miniatur v. M. Daffinger (Wien, Slg. A.).

  • Autor/in

    Jakob Baxa
  • Empfohlene Zitierweise

    Baxa, Jakob, "Arthaber, Rudolf Edler von" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 402 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd13594113X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Arthaber: Rudolf A., Fabricant, Kaufmann und Kunstsammler, geb. 4. Sept. 1795 in Wien, daselbst 1867. Als Fabricant war A. von Bedeutung, weil er wesentlich zum Aufschwung der Shawlsfabrication in Wien beitrug und 1832 4000 Webstühle und 8000 Menschen beschäftigte. Als Kaufmann brach er den österreichischen Fabricaten durch Errichtung einer großen Zweigniederlage in Leipzig Bahn. Seine Verdienste wurden 1841 durch Erhebung in den Adelsstand ausgezeichnet. Die Bedürfnisse der Wiener Industrie genau kennend, gründete A. im Vereine mit anderen intelligenten Bürgern 1838 den Niederösterr. Gewerbverein, dessen Präsident er in späteren Jahren geworden war und gehörte jenem Kreise liberaler Bürger an, welche die Märzbewegung des J. 1848 vorbereitet hatten. In den Märztagen war A. auch Mitglied von Deputationen, welche beim Hofe und der Regierung um freiheitliche Zugeständnisse petitionirten. Durch seine Thätigkeit in den Besitz eines bedeutenden Vermögens gelangt, verwandte er einen Theil desselben zur Anlage einer Gemäldesammlung, welche unter jenen von Privaten eine der bedeutendsten Wiens wurde.|Dadurch trat A. auch in innigen Verkehr mit den Wiener Künstlern. Er gab 1851 die Anregung zur Gründung des Oesterr. Kunstvereins, welcher die Bestimmung erhielt, die Wiener Kunstfreunde mit den bedeutendsten Erscheinungen der modernen Kunst des In- und Auslandes bekannt zu machen.

  • Autor/in

    K. Weiß.
  • Empfohlene Zitierweise

    Weiß, Karl, "Arthaber, Rudolf Edler von" in: Allgemeine Deutsche Biographie 1 (1875), S. 612-613 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd13594113X.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA