Zeitler, Eberhard

Lebensdaten
1930 – 2011
Geburtsort
Mylau bei Reichenbach (Vogtland)
Sterbeort
Nürnberg
Beruf/Funktion
Radiologe ; Mediziner
Konfession
evangelisch
Namensvarianten

  • Zeitler, Eberhard Paul
  • Zeitler, Eberhard
  • Zeitler, Eberhard Paul

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Zitierweise

Zeitler, Eberhard, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/sfz143020.html [05.02.2026].

CC0

  • Zeitler, Eberhard Paul

    | Radiologe, Mediziner, * 9.3.1930 Mylau bei Reichenbach (Vogtland), † 25.11.2011 Nürnberg, ⚰ Nürnberg, Johannisfriedhof. (evangelisch)

  • Genealogie

    V Paul Albert (1895–1966);
    M Louise Martha Werner;
    1951 Christine Götz;
    1 S Andreas, 2 T Gabriele, Katrin.

  • Biographie

    Nach Bäckerlehre (1945–1947) und Abitur (1949) in Oelsnitz (Vogtland) studierte Z. 1950–55 Medizin an der Charité der HU Berlin. Auf die Approbation 1955 folgte 1956 die Promotion zum Dr. med. Danach war er 1955–57 als Medizinalassistent am Bergbaukrankenhaus Rodewisch (Vogtland) tätig und absolvierte anschließend bis 1961 an der Univ. Halle-Wittenberg unter Hans-Lothar Kölling (1917–1995) die Ausbildung zum Facharzt für Röntgenologie und Strahlenheilkunde. Nach dem Bau der Berliner Mauer wechselte Z. 1961 in die Bundesrepublik, wo er am Institut für Klinische Strahlenheilkunde der Univ. Mainz eine Anstellung als Assistenzarzt und funktioneller Oberarzt erhielt. Eines seiner Hauptarbeitsgebiete waren Herzkatheteruntersuchungen. Nach der Habilitation 1967 (Die Myelogr. mit e. neuen Kontrastmittelsuspension) für Radiologie arbeitete er bis 1976 als Medizinaldirektor an der von der Landesversicherungsanstalt Rheinprovinz getragenen Aggertalklinik für Gefäßkrankheiten in Engelskirchen bei Köln. 1971 an der Univ. Mainz zum apl. Professor für Radiologie ernannt, folgte Z. 1976 einem Ruf als Chefarzt des Instituts für Diagnostische und Interventionelle|Radiologie an die Städtischen Krankenanstalten (heute Klinikum Nürnberg), wo er bis zur Pensionierung 1995 wirkte (1977 apl. Prof. an d. Univ. Erlangen-Nürnberg).

    Z.s Hauptforschungsgebiete waren die kardiovaskuläre Radiologie, die digitale Radiologie, die Magnetresonanztomographie sowie die interventionelle Radiologie, insbesondere die Angioplastie. Unter interventioneller Radiologie versteht man alle bildgesteuerten, minimalinvasiven Verfahren der Gefäßmedizin sowie der Schmerz- und Tumortherapie.

    In Engelskirchen widmete sich Z. der Diagnostik und Behandlung von Gefäßerkrankungen und besuchte in dieser Zeit Charles Dotter (1920–1985) in den USA, der 1964 die erste femorale Angioplastie (Perkutane transluminale Angioplastie, PTA) durchgeführt hatte, d. h. die Erweiterung eines verengten Blutgefäßes mittels eines über den Oberschenkel ins Gefäßsystem eingeführten Katheters. 1968 führte Z. die erste femorale Angioplastie (PTA) in Europa durch. Seinem Schüler Andreas Roland Grüntzig (1939–1985), der die PTA sowie die Herzkatheteruntersuchung in Engelskirchen erlernt hatte, gelang 1977 in Zürich die erste koronare Angioplastie (PTCA), d. h. die Aufdehnung verengter Herzkranzgefäße im Rahmen einer Herzkatheteruntersuchung mit einem in das Gefäß eingeführten Ballon, womit die normale Durchblutung wieder hergestellt werden kann.

    Mit dem Bostoner Radiologen Herbert Abrams (1920–2016) begründete Z. 1977 die international renommierte Zeitschrift „CardioVascular and Interventional Radiology“; 1985 richtete er in Nürnberg den 66. Dt. Röntgenkongreß aus. Von den 15 Büchern Z.s zählen „Diagnostik mit Isotopen bei arteriellen und venösen Durchblutungsstörungen der Extremitäten“ (1973), „Pros and Cons in PTA and Auxiliary Methods“ (1989), „Herz, Große Gefäße, Diagnostik mit bildgebenden Verfahren“ (1996, hg. mit H. Eichstädt u. R. Felix) zu Standardwerken der Radiologie, die für die Erforschung und Weiterentwicklung der Angiologie (PTA) in Deutschland und weltweit grundlegend waren. Als international anerkannte Autorität gelang es Z. mit anderen Forschern, z. B. Grüntzig, die interventionelle, d. h. diagnostische und therapeutische Radiologie als eigenständiges medizinisches Fach in den dt.sprachigen Ländern zu etablieren sowie schonendere Verfahren zu Diagnose und Therapie von angiologischen und kardiologischen Krankheiten zu entwickeln.

  • Auszeichnungen

    |Antoine Béclère Medaille d. Soc. Française de Radiol. (1987);
    Boris Rajewsky Medal d. European Radiological Soc. (1995);
    Albers-Schönberg-Medaille d. Dt. Röntgenges. (1996);
    Goldmedaille d. Cardiovascular and Interventional Radiological Soc. of Europe (2002);
    Ehrenmitgl. d. Dt. Röntgenges. (2006), d. Österr. Röntgenges., Ges. f. Med. Radiol. u. Nuklearmed., d. La Soc. Italiana di Radiologia Medica e Interventistica, d. Soc. Française de Radiol., d. Soc. royale belge de radiol., d. Österr. Ges. f. Internist. Angiol.–Österr. Ges. f. Innere Med. u. Angiol., d. Schweizer. Ges. f. Angiol., Gefässmed. u. d. Dt. Ges. f. Angiol.–Ges. f. Gefäßmed. e. V.;
    – E.-Z.-Medaille d. Dt. Ges. f. Interventionelle Radiol. u. minimalinvasive Therapie (seit 2013).

  • Werke

    Weitere W ca. 330 Publl.;
    Menschl. Mißbildungen u. ihre Beziehungen z. Plazenta, 1956 (Diss.);
    Die Gefässthrombosen n. Katheterangiogr., Häufigkeit, Ursache, Erkennung, Verhütung, Therapie, 1970 (Hg.);
    Kernspintomogr., Einf. f. Ärzte u. Med.studenten, 1984;
    Strahlenexposition b. d. digitalen Subtraktionsangiogr., 1987 (Hg. mit Th. Schmidt);
    Klin. Radiol., Arterien u. Venen, 1997 (Hg.);
    Radiology of Peripheral Vascular Diseases, 2000;
    Ärzte v., mit, neben u. n. mir, 1950–2000, 2008 (P).

  • Literatur

    |R. Loose, in: RöFo, Fortschritte auf d. Gebiet d. Röntgenstrahlen u. d. bildgebenden Verfahren 184, 2012, H. 3, S. 271;
    D. Vorwerk, in: CardioVascular and Interventional Radiology 35, 2012, H. 2, S. 223 f. (P).

  • Autor/in

    Werner E. Gerabek
  • Zitierweise

    Gerabek, Werner E., "Zeitler, Eberhard Paul" in: Neue Deutsche Biographie 28 (2024), S. 631-632 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/sfz143020.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA