Lebensdaten
unbekannt
Beruf/Funktion
Grafen von Arnsberg ; westfälisches Dynastengeschlecht
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 138183201 | OGND | VIAF: 88236970
Namensvarianten
  • Arnsberg

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Zitierweise

Arnsberg, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd138183201.html [07.08.2020].

CC0

  • Leben

    Nach der um 1060 von dem Grafen Bernhard II. von Werl erbauten „alten Burg“ bei A. nannte sich seit dem letzten Viertel des 11. Jahrhunderts die Hauptlinie der Grafen von Werl, als erster wahrscheinlich Bernhards Sohn Konrad, der 1092 bei dem Versuch, die bis 1063 seinem Geschlecht gehörende Grafschaft in Nord-Westfalen zurückzugewinnen, im Kampf mit den Friesen fiel. Der tatkräftigste Vertreter des Geschlechts war Konrads jüngerer Sohn, Graf Friedrich der Streitbare von A. (1092–1124), der in den Kämpfen Heinrichs V. mit den Sachsen eine bedeutende|Rolle spielte; zunächst ein Gegner, später der entschiedenste Vertreter der kaiserlichen Partei, vermochte er sich auf die Dauer jedoch nicht gegen Herzog Lothar von Sachsen und seine Anhänger durchzusetzen. Unglücklich verliefen auch die zahlreichen territorialen Fehden, in die Friedrich verwickelt war. Kämpfe mit dem Erzbischof von Köln führten 1102 zur Eroberung der alten Burg A., unweit der Friedrich wenig später eine neue Burg, die spätere Residenz der Grafen von A. errichtete, und zum Verlust der halben Grafschaft an Köln, während die zunächst erfolgreichen Bemühungen, den arnsbergischen Machtbereich auf Kosten des Bischofs von Paderborn zu erweitern, 1124 durch den Tod Friedrichs und die ihm folgende Zerstörung der Burgen Rietberg und Wevelsburg zunichte wurden. Die durch die Ereignisse von 1124 endgültig auf das nördliche Sauerland beschränkte Grafschaft A. kam durch Ida, Erbtochter Friedrichs des Streitbaren, an den niederländischen Grafen Gottfried von Cuijk, der die jüngere Linie der Grafen von A. begründete, die 1371 mit dem Grafen Gottfried IV. von A. ausstarb. Von kölnischen Burgen und Städten eingekreist und durch die von den Erzbischöfen in ihrer Eigenschaft als Herzöge von Westfalen (1180) beanspruchte Befestigungshoheit an der Verstärkung ihrer Machtstellung gehindert, vermochten die Grafen von A. ihre Selbständigkeit nur schwer zu bewahren und auch nur in einem räumlich begrenzten Gebiet, dem heutigen Kreise A. und angrenzenden Landstrichen Territorialhoheit zu gewinnen. 1368 wurde die Grafschaft von dem letzten Grafen Gottfried IV. von A. an das Erzstift Köln übertragen; sie bildete seither den Hauptbestandteil des kölnischen Herzogtums Westfalen.

  • Literatur

    ADB VII (für Friedr. d. Streitbaren);
    J. S. Seibertz, Diplomat. Familiengesch. d. alten Grafen v. Westfalen z. Werl u. Arnsberg. 1845;
    H. Bollnow, Die Grafen v. Werl, Diss. Greifswald 1930;
    F. v. Klocke, Die Grafen v. Werl u. d. Kaiserin Gisela, in: Westfäl. Ztschr., Bd. 98/99, 1949, S. 67 ff.;
    A. K. Hömberg, Gesch. d. Comitate d. Werler Grafenhauses, ebenda, Bd. 100, 1950, S. 1 ff.

  • Autor/in

    Albert K. Hömberg
  • Empfohlene Zitierweise

    Hömberg, Albert K., "Arnsberg" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 393 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd138183201.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA