Lebensdaten
1919 – 2000
Geburtsort
Leonberg (Lwówek) bei Gostynin (Polen)
Sterbeort
Peine
Beruf/Funktion
Erfinder ; Unternehmer ; Müller ; Handwerksmeister
Konfession
-
Normdaten
GND: 1143987578 | OGND | VIAF: 5530151051828833530004
Namensvarianten
  • Vetter, Richard
  • Vetther, Richard

Quellen(nachweise)

Objekt/Werk(nachweise)

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der NDB Genealogie

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Vetter, Richard, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd1143987578.html [22.05.2024].

CC0

  • Genealogie

    V Philipp (1886–1966), Motormühlenbes. in L.;
    M Martha Rauser (1895–1977);
    2 B;
    Boberow (Prignitz) 1948 Ingeborg (1924–2004), T d. Emil Viereck (1893–1950), zunächst Lehrer in Berlin, Pfarrer in Boberow, Zuchthaus- u. Lagerpfarrer in Waldheim (Sachsen) u. in Strafgefangenenlagern im Emsland, u. d. N. N. Klinger, aus Lenzen/Elbe; kinderlos.

  • Biographie

    V., der im elterlichen Betrieb das Müllerhandwerk erlernt hatte, kam nach dem 2. Weltkrieg als Vertriebener nach Dungelbeck bei Peine, wo er eine Mühle kaufte. 1950 legte er vor der Handwerkskammer Koblenz die Meisterprüfung für das Müllerhandwerk ab. Seit den späten 1950er Jahren betrieb V. in Dungelbeck eine Brotfabrik. 1961 erhielt er sein erstes Patent auf eine Vorrichtung, mit der sich das mechanisierte Backen von Brötchen beschleunigen ließ. Überlegungen zur Energieversorgung seiner Fabrik führten V. zur Entwicklung eines energiesparenden und abgasreduzierten Heizsystems auf Basis der sog. Brennwertgeräte. Nach einem Brand in seiner Brotfabrik 1977 investierte V. einen Großteil der Versicherungssumme in die Entwicklung dieses Systems, dem er den Namen Veritherm gab. In einem Brennwertgerät werden die Abgase eines Heizkessels auf Zimmertemperatur abgekühlt. Große Teile des Abgases kondensieren und geben zusätzlich zur Wärmeenergie Kondensationsenergie (latente Wärme) ab. Bei Brennwertgeräten wird nicht nur Brennstoff gespart, sondern es werden auch Schadstoffe im Kondensat gebunden, insbesondere Schwefel. V. fügte den bekannten Systemen einen zweiten Wärmetauscher für die Luftvorwärmung hinzu und fand eine neue Anordnung der Bestandteile des Brennwertkessels. V.s Kessel zeichnet sich durch die Erzielung des Brennwertvorteiles in allen Lastbereichen des Betriebs aus. Er ließ sich sein Brennwertsystem in Deutschland, Europa und den USA mit einer Vielzahl von Patenten schützen. Umweltverbände und Wissenschaft begrüßten die 1982 produktionsreife neue Kesseltechnik. Mehr als ein Jahrzehnt rang V. unter zermürbenden Auseinandersetzungen um die behördliche Zulassung. Insbesondere gegen die Abschaffung des traditionellen Schornsteins und die Verwendung von Kunststoff in der Abgasführung gab es große Widerstände.

  • Auszeichnungen

    A Diesel-Medaille in Silber (1986);
    Umweltschutzpreis (1987).

  • Werke

    W – Patente: Einrichtung z. Herstellung v. Brötchen, DE 1155736, 1963;
    Raumheizanlage mit e. Heizkessel, DE 1295162, 1969;
    Vorrichtung z. Erwärmen v. Wasser, insb. Warmwasserheizkessel, DE 3104344 C2, 1986.

  • Literatur

    L D. Knop, Der V.-Ofen, Ein Erfinder, e. umweltschonendes Heizsystem u. e. jahrelanger Kampf gegen d. Bürokraten, 1987, ⁵1994 (P);
    F. Westing, in: Peiner Allg. Ztg. v. 20. 4. 2000;
    J. Küllig, R. V., Erfinder, Müllermeister u. Industr., in: Ortsrat u. Ortsverr. Dungelbeck (Hg.), 950 J. Dungelbeck 1053–2003, 2002;
    zur Fam.: H. J. Vogel, Leonberg, Eine Schwabensiedlung im Kr. Gostynin/Polen, 1988, S. 109.

  • Autor/in

    Anita Kuisle
  • Zitierweise

    Kuisle, Anita, "Vetter, Richard" in: Neue Deutsche Biographie 26 (2016), S. 783-784 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd1143987578.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA