Lebensdaten
1859 bis 1930
Geburtsort
Bremen
Sterbeort
Dresden
Beruf/Funktion
Geowissenschaftler ; Bodenkundler ; Forstwissenschaftler
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 117355399 | OGND | VIAF: 74627570
Namensvarianten
  • Vater, Heinrich August
  • Vater, Heinrich
  • Vater, Heinrich August
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Zitierweise

Vater, Heinrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117355399.html [12.08.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Bernhard (1823–67), aus D., Porträtmaler in B., seit 1861 in D., S d. Friedrich Otto (1794–1856), aus Seifertshain b. Leipzig, u. d. Sophie Theodore Kähler (1802–63), aus Canig b. Guben;
    M Henriette (1832–1905), T d. Johann Brinkmann u. d. Marie Christiane N. N.;
    Ur-Gvm Ludwig August Kähler (1775–1855), Prof. d. Theol. in Königsberg, Sup., Konsistorialrat (s. ADB 15; BBKL III);
    Ov Benno (1837–1913), Kaufm., emigrierte 1881 in d. USA,|zuletzt in Neu-Ulm (Minnesota);
    1) 1907 Magdalene Theresie Pauline Kamilla v. Thümmel (1862–1921), 2) Emma Theresie Treiber (* 1862), aus Helmershausen.

  • Leben

    V. zog mit seinen Eltern 1861 nach Dresden. Er besuchte die Annenschule (Realschule I. Ordnung, später Realgymn.) Dresden-Altstadt. Seit 1879 studierte er am Polytechnikum Dresden sowie an den Universitäten Leipzig und München Naturwissenschaften; 1883 schloß er seine Ausbildung als Technischer Chemiker mit einer Diplomarbeit über Oxyphenylglycine ab. Bereits 1881/82 war er Assistent des Dresdner Botanikers Carl G. Drude (1852–1933) gewesen. 1884 wurde V. mit einer Arbeit über „Die fossilen Hölzer der Phosphoritlager des Herzogthums Braunschweig“ bei dem Paläontologen August Schenk (1815–91) in Leipzig promoviert. Danach war er 1885 als Assistent des Dresdner Geologen Hanns Bruno Geinitz (1814–1900) auswärtiger Mitarbeiter der Geologischen Landesaufnahme Sachsen und kartierte 1885/86 das Blatt Großenhain–Priestewitz. 1886 habilitierte sich V. mit einer beim Mineralogen Paul v. Groth (1843–1927) in München angefertigten Arbeit „Der Apparat von Warburg und Koch zur Bestimmung der Elastizitätskoeffizienten, sowie Anwendung derselben auf zur Axe senkrechte Platten von Kalkspat und Apatit“ für Mineralogie und Geologie am Kgl. Sächs. Polytechnikum zu Dresden.

    1887 erhielt V. das Ordinariat für Mineralogie und Geognosie an der Forstakademie Tharandt (em. 1925). Zugleich lehrte er bis 1894 in Dresden Kristallographie und Mikroskopische Petrographie. In dieser Zeit legte er in Tharandt für die 135 Blätter der Geologischen Karte Sachsens umfangreiche Schausammlungen zur Stratigraphie, Mineralogie und Petrographie sowie zu den Bodenarten an. Seit 1896 vertrat er in Tharandt auch Forstliche Bodenkunde und Standortslehre. V. erforschte Beziehungen zwischen den Standortfaktoren Relief, Klima, Geologie, Boden und dem Holzertrag. Er befaßte sich intensiv mit den Humusformen der Waldböden und als einer der ersten mit deren Zeigerwert in Bezug auf den Wuchs der Waldbäume. Seine Nährstoffanalysen von Waldböden und Forstdüngungsversuche ergaben z. B., daß es Kiefer und Fichte sandiger Standorte oft an Stickstoff und Phosphat mangelt, und daß beide Holzarten Stickstoff als Nitrat und Ammonium aufzunehmen vermögen, was zuvor unbekannt war. Im Bezug auf chemische und physikalische Bodenanalysen stellte V. als erster die Forderung auf, den Steingehalt zu ermitteln und anzugeben. In der Forst- und Landwirtschaft werden bis heute chemische Bodenuntersuchungen (z. B. die Bestimmung der für Pflanzen verfügbaren Nährstoffgehalte) nur vom Feinboden (d. h. Partikelgröße 2 mm Ø) durchgeführt, da Steine keine Nährstoffe enthalten und die zur Analyse notwendigen Bodenmengen aus Repräsentanz-Gründen sonst sehr hoch werden würden.

  • Auszeichnungen

    A Mitgl. d. Dt. Forstwirtsch.rates in Berlin (1906–18); Geh. Forstrat (1914); Dr. h. c. (Hochschule f. Bodenkultur Wien 1924); Max-Eyth-Denkmünze d. Dt. Landwirtsch.ges. (1925); Ehrenmitgl. d. Düngeabt. d. Dt. Landwirtsch.ges. (1928); Benennung d. Minerals Vaterit.

  • Werke

    W Die Beschreibung d. Standortes als Grundlage z. Beurteilung seines Einflusses auf d. Pflanzenwuchs, 1916;
    Die Stellung d. Forstwiss. im Hochschulwesen, 1918;
    Die Ausgleichungsrechnung b. Bodenkulturversuchen, 1918;
    Die Bewurzelung d. Kiefer, Fichte u. Buche, 1927;
    Btrr. z. Kenntnis d. Humusaufl. v. Fichte u. Kiefer, 1928.

  • Literatur

    L G. Krauß u. a., in: Tharandter Forstl. Jb. 80, 1929, S. 226–48 (W-Verz., P);
    H. J. Fiedler u. H. P. Brückner, Leben u. Werk H. A. V., in: Wiss. Zs. d. TU Dresden 29, 1980, S. 913–18;
    Gerber, Persönlichkeiten Land- u. Forstwirtsch.; Pogg. IV u. VI.

  • Autor/in

    Hans-Peter Blume
  • Empfohlene Zitierweise

    Blume, Hans-Peter, "Vater, Heinrich" in: Neue Deutsche Biographie 26 (2017), S. 722-723 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117355399.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA