Lebensdaten
um 1485 bis 1541
Geburtsort
Augsburg
Sterbeort
Bamberg
Beruf/Funktion
Drucker ; Formschneider
Konfession
katholisch,evangelisch?
Normdaten
GND: 119338904 | OGND | VIAF: 51741795
Namensvarianten
  • Erlanger, Georg
  • Erlinger, Georg
  • Erlanger, Georg
  • mehr

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Zitierweise

Erlinger, Georg, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119338904.html [19.09.2020].

CC0

  • Leben

    E., der an der Universität Ingolstadt studiert hatte, brachte 1516 in seiner Vaterstadt ein vielleicht von ihm selbst verfaßtes astrologisches Werk über die Planeten heraus und war seit 1519 als Formschneider, seit 1522 auch als Drucker in Bamberg tätig. Er druckte vor allem Schriften Luthers und seiner Anhänger (Johann Schwanhausens, Simon Reuters, Heinrich von Kettenbachs und andere, meist ohne Nennung seines Namens), ging 1524 nach Wertheim, wo er an Graf Georg II. einen Gönner fand. Diesem widmete er das „Evangelion Christi“, eine von E. selbst besorgte Zusammenfassung der 4 Evangelien. E. druckte hier auch Schriften Martin Reinhards, eines eifrigen Anhängers des Johann Karlstadt, kehrte aber 1525 nach Bamberg zurück und war von da ab vor allem mit dem Druck amtlicher Schreiben seitens der fürstbischöflichen Regierung beauftragt. Er war nun nicht mehr für die Reformatoren tätig, gab aber 1530 die Restauflage seines „Evangeliums Christi“ mit einem Vorwort Melanchthons heraus. Drei gegen die neue Lehre gerichtete Schriften des Augustiners A. Bartholomaeus aus Usingen druckte er für den Verleger Bernhard Weigle in Würzburg. Seine Druckerei ging nach seinem Tode für 125 Gulden in den Besitz des Bamberger Hofes über und wurde dann von besoldeten Hofbuchdruckern geleitet.

  • Literatur

    ADB VI;
    K. Schottenloher, Die Buchdruckertätigkeit G. E.s in Bamberg v. 1522-41, = Slg. bibl.wiss. Arbb. 21, 1907;
    ders., Die Entwicklung d. Buchdruckerkunst in Franken bis 1530, = Neujahrsbl. d. Ges. f. Fränk. Gesch., 1910, S. 48-50;
    ders., in: Lex. d. ges. Buchwesens I, 1935, S. 499;
    Benzing.

  • Autor/in

    Ferdinand Geldner
  • Empfohlene Zitierweise

    Geldner, Ferdinand, "Erlinger, Georg" in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 596 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119338904.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Erlinger: Georg E. war ein berühmter Buchdrucker, Formschneider und Gelehrter im ersten Jahrhundert nach Erfindung der Buchdruckerkunst. Er wurde von seinen Zeitgenossen auch Erlanger genannt und ist zu vermuthen, daß er sich nach seinem Geburtsort Erlangen, unter Vertauschung seines eigentlichen Familiennamens, so genannt hat. Aus mehreren der bei ihm gedruckten Bücher, welche er zum Theil selbst verfaßte, sieht man, daß er eine wissenschaftliche|Bildung genossen hatte. Er druckte zuerst in Augsburg im Jahre 1516: „Innhalt des planetischen werks: | Das auffsteigend zeichen allzeit vnd stund | Vnder welchem zeichen vnd Planeten ain kind geboren ward. | Des zeichen vnd Planeten natur. | Der Sonnen Zeichen. | Des Montes Zeichen. | Aufgang der Sonnen. | Nidergang der Sonnen. | Aufgang des Mons. | Nidergang des Mons. | Der Newmon, Vol, vnd Viertel, vnd all aspect der sonnen vnd des mons. | Aufgang etc. etc.“ Am Ende steht: „Volendet vnd zesammen gesetzt ist diß lustig vnd nutzlich planetisch werck in der keyserlichen stat Augspurg durch Georgen Erlinger. Im 1516 jar am vierden Tag Maii.“ 4°. Er soll auch dieses Werkchen selbst verfaßt haben. Dann finden wir E. in Bamberg, wo er von 1521—1523 verschiedene Bücher druckte, welche nachgewiesen werden konnten, namentlich druckte er im Hause Johann Schoner's zu Bamberg 1521. „Aequatorium Astronomicum“. Als der Papst Adrian VI. und der Fürstbischof Weigand von Bamberg sehr strenge Verfügungen gegen die Ungläubigen und namentlich gegen die Verbreiter und Drucker von Luther's Schriften, unter welche er vorzüglich gehörte, erlassen hatten, verließ er Bamberg aus Vorliebe zu Luther's Lehre und begab sich nach Wertheim an den Hof des Grafen Georg, wo er freundliche Aufnahme fand, und übersetzte noch im nämlichen Jahre 1524 die Harmonie der Evangelisten, welche er auch dorten druckte. Doch bald wollte die Lehre Luther's seinem unruhigen Forschergeiste keine volle Befriedigung mehr gewähren, er trennte sich deshalb wieder von den Neugläubigen und kehrte 1525 nach Bamberg zurück, wo er seinen Namen durch den Druck einer Reihe polemischer Werke in den Jahren 1527/28 verewigte. Melanchthon ließ den ersten Bogen der Harmonie, mit einer neuen Vorrede statt jener von E. verfaßten, umdrucken und so wieder um diese Zeit ausgeben. Er starb im J. 1542, wenigstens kommt er als Drucker nach diesem Jahre nicht mehr vor, dagegen setzte die Frau noch ein Jahr die von ihm hinterlassene Druckerei fort.

    • Literatur

      Vergl. Heller, Leben Georg Erlinger's. Bamberg 1837. Panzer, Deutsche Annalen I.397. II. 250. Riederer's Nachrichten zur Kirchen-, Gelehrtenund Bücher-Geschichte III.458. IV.98—101. Sprenger, Buchdruckergeschichte von Bamberg. S. 22. Jäck, Pantheon der Litteraten und Künstler Bambergs. S. 254, 55 etc.

  • Autor/in

    Kelchner.
  • Empfohlene Zitierweise

    Kelchner, Ernst, "Erlinger, Georg" in: Allgemeine Deutsche Biographie 6 (1877), S. 226-227 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119338904.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA