Lebensdaten
1928 – 2011
Geburtsort
Hamburg
Sterbeort
Würzburg
Beruf/Funktion
Mathematiker ; Waffensammler
Konfession
-
Normdaten
GND: 137745575 | OGND | VIAF: 261767827
Namensvarianten
  • Uhlmann, Werner Rudolf
  • Uhlmann, Werner
  • Uhlmann, Werner Rudolf
  • mehr

Objekt/Werk(nachweise)

Porträt(nachweise)

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der NDB Genealogie

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Uhlmann, Werner, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd137745575.html [01.03.2024].

CC0

  • Genealogie

    V Albert Rudolph ( 1964), Buchhalter;
    M Ella Netzband ( 1961);
    1950 Erika Kirchner (* 1929), aus H., Stenotypistin.

  • Biographie

    Nach dem Abitur an der Oberschule für Jungen in St. Georg 1948 studierte U. an der Univ. Hamburg Mathematik und erwarb dort 1952 sein Diplom mit einer von Helmut Hasse (1898–1979) angeregten Arbeit zur Algebra. Mit einer Arbeit über Fehlerabschätzungen bei Anfangswertaufgaben gewöhnlicher Differentialgleichungen wurde er hier 1955 bei Lothar Collatz (1910–90) promoviert. 1956–61 war U. Assistent am von Leopold Schmetterer (1919–2004) geleiteten Institut für Versicherungsmathematik und Math. Statistik der Univ. Hamburg und habilitierte sich dort 1961 mit einer Arbeit über stochastische Prozesse. Nach einer Umhabilitation im selben Jahr an die TH Braunschweig nahm er 1962/63 eine Lehrstuhlvertretung am neu eingerichteten Ordinariat für Statistik an der TH Karlsruhe wahr. Als o. Professor für Statistik an die Univ. Würzburg 1965 berufen, war er bis 1974 Vorstand des Instituts für Statistik und seit 1974 Mitvorstand des Instituts für Angewandte Mathematik und Statistik. Trotz mehrerer Rufe (Bochum, Mannheim u. München) blieb U. bis zu seiner Emeritierung 1996 an der Univ. Würzburg, wo er auch als Wissenschaftsorganisator hervortrat (1969–71 Rektor, 1971–73 Prorektor, 1973–75 Konrektor u. Dekan d. Fak. f. Math.). In der bayer. Wissenschaftspolitik wurde U. durch seine Mitarbeit in der Bayer. Hochschulplanungskommission (1973–87, 1976 Vors.) bekannt.

    Die ersten 1955 bis 1958 publizierten wissenschaftlichen Arbeiten U.s zu Fehlerabschätzungen bei Anfangswertaufgaben gewöhnlicher Differentialgleichung sowie zu Differenzenverfahren für Randwertaufgaben stehen ganz unter dem Einfluß des bedeutenden Numerikers Collatz. Nach dem Wechsel an das Institut für Versicherungsmathematik und Math. Statistik der Univ. Hamburg wandte sich U. der Stochastik und Statistik zu und leistete mit seinen Arbeiten wesentliche Beiträge zur Anwendung stochastischer Prozesse in der Numerischen Mathematik. Durch seine Lehrtätigkeit an den TH Braunschweig und Karlsruhe wurde U. zu Fragen der statistischen Qualitätskontrolle geführt und so in Deutschland mit seinen Untersuchungen zu kosten-optimalen Prüfplänen zu einem der Pioniere dieses in den 1930er und 1940er Jahren in den USA entwickelten Forschungsgebiets. Sein Lehrbuch „Statistische Qualitätskontrolle“ (1966, 2. überarb. u. erweiterte Aufl. 1982) avancierte zu einem Standardwerk, das Praktiker in der Industrie erfolgreich mit theoretisch fundierten und zugleich praxisorientierten mathematischen Methoden bekannt machte. Darüber hinaus trug U. durch seine engagierte Mitwirkung an der Herausgabe statistischer Zeitschriften (Statistical Theory and Method Abstracts und Metrika) und in der Leitung der „Deutschen Statistischen Gesellschaft“ (1972–80) zum Aufbau der mathematischen Statistik in Deutschland bei. Zu U.s Schülern zählen Bernhard Arnold und Elart v. Collani (* 1944). Nach seiner Emeritierung trat U. mit mehreren Publikationen über seine Sammlung afrikan. und asiat. Blankwaffen hervor. Diese gelangte aus dem Nachlaß an die Kunstsammlungen der Veste Coburg.

  • Auszeichnungen

    A Bayer. Verdienstorden (1973);
    BVK am Bande;
    Verdienstmedaille Bene Merenti in Gold d. Univ. Würzburg (1990) u. d. bayer. Kultusmin.

  • Werke

    Weitere W Fehlerabschätzungen b. Anfangswertaufgaben gewöhnl. Differentialgleichungssysteme I. Ordnung, in: Zs. f. angewandte Math. u. Mechanik 37, 1957, S. 88–99;
    Fehlerabschätzungen b. Anfangswertaufgaben e. gewöhnl. Differentialgleichung höherer Ordnung, ebd. 37, 1957, S. 99–111;
    Differenzenverfahren f. d. 1. Randwertaufgabe mit krummlinigen Rändern b.Δ u(x,y) = r(x,y,u) (mit J. Albrecht), ebd. 37, 1957, S. 212–24;
    Differenzenverfahren f. d. 1. Randwertaufgabe mit krummflächigen Rändern b.Δ u(x, y, z) = r(x, y, z, u), ebd. 38, 1958, S. 130–39;
    Differenzenverfahren f. d. 2. u. 3. Randwertaufgabe mit krummlinigen Rändern b.Δ u (x,y) = r(x,y,u), ebd. 38, 1958, S. 226–51;
    Über harmon. u. isotrope stochast. Prozesse mit Fehlerschätzung f. e. Differenzenverfahren, ebd. 41, 1961, S. 428–47 (Habil.schr.);
    Eine wahrscheinlichkeitstheoret. Begründung d. Integrationsformeln v. Newton-Cotes, in: Zs. f. angewandte Math. u. Physik 10, 1959, S. 189–207;
    Ranggrößen als Schätzfunktionen, in: Metrika 7, 1963, S. 23–40;
    Mittelwerte u. ihre Schätzfunktionen b. zirkulären zufälligen Variablen, ebd. 8, 1964, S. 25–47;
    Vgl. d. hypergeometr. mit d. Binomial-Verteilung, ebd. 10, 1966, S. 145–58;
    Kosten-optimale Prüfpläne f. d. Gut-Schlecht-Prüfung, ebd. 13, 1968, S. 206–24;
    Zum Minimax-Prinzip in d. statist. Qualitätskontrolle, ebd. 28, 1981, S. 203–06;
    Kostenoptimale Prüfpläne, Tabellen, Praxis u. Theorie e. Verfahrens d. statist. Qualitätskontrolle, 1969;
    Blankwaffen aus Ostu. Südost-Asien, 1999;
    Blankwaffen aus Vorder-, Mittel- u. Süd-Asien, 2001;
    Blankwaffen aus Afrika, 2003.

  • Literatur

    L B. Arnold, W. U. 70 J., in: Allg. statist. Archiv 82, 1998, S. 417–19;
    E. v. Collani u. R. Göb, 70th Birthday of Prof. Dr. W. U., in: Economic Quality Control 13, 1998, H. 2, S. 77 f.;
    B.-U. Abels, in: Waffen- u. Kostümkde. 53, 2011, H. 2, S. 211 f.;
    B. Arnold, R. Goeb, H. Dette u. U. Kamps, in: Metrika 75, 2012, S. 1–3 (P);
    H. Grohmann, W. Krämer u. A. Steger (Hg.), Statistik in Dtld., 100 J. Dt. Statist. Ges., 2011;
    Wi. 1998;
    Qu W. U., Fehlerabschätzungen b. Anfangswertaufgaben gewöhnl. Differentialgleichungen, Diss. Hamburg 1955 (Lebenslauf); Archiv d. Univ. Würzburg

  • Autor/in

    Ulf Hashagen
  • Zitierweise

    Hashagen, Ulf, "Uhlmann, Werner" in: Neue Deutsche Biographie 26 (2016), S. 550-551 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137745575.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA