Lebensdaten
erwähnt 11.-13. Jahrhundert
Beruf/Funktion
Südtiroler Grafengeschlecht
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 139763988 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Eppan, Grafen von

Zitierweise

Eppan, Grafen von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd139763988.html [22.10.2019].

CC0

  • Leben

    Die E. gelten als illegitime Abkommen der Welfen. Wahrscheinlich sind die Grafen von Bozen des 11. Jahrhunderts und ihre Nachfolger in dieser Grafschaft, die Arnolde von Morit-Greifenstein, welche vor der Mitte des 12. Jahrhunderts die Vogtei über das Hochstift Brixen innehatten und deren letzter Sproß um 1160 das Augustinerkloster Au bei Bozen gründete, mit ihnen gleichen Stammes. Die Grafschaft Eppan (mit den Burgsitzen Altenburg, Hocheppan und Ulten) ist der nördlichste Zipfel der Mark Trient rechts der Etsch zwischen Bozen und Meran, von ihr gliederte sich um 1200 die Grafschaft Ulten ab. Außerhalb der genannten Teilgrafschaften hatten die E. Eigen- und Lehengut, Ministerialen und Eigenleute sowie Bergwerks- und Herrschaftsrechte: in und um Bozen, zu Kaltern und Tramin, nördlich der Avisiomündung (wo sie um 1145 das Augustinerkloster Sankt Michael/Etsch dotierten), in Cembra und Fleims, in Metz und am Nonsberg (Podestarie und mehrere Burgen), in und um Trient, in Judikarien und am Gardasee. Die von dem 1116 zuerst erwähnten Ulrich stammende Hauptlinie gliederte sich in zwei Zweige (Friedrich und Heinrich), aus denen Ulrich von Ulten ( 1249), Sohn Egnos von E.-Altenburg und der Markgräfin Irmgard von Ronsberg, Erbe der Ronsberger in Schwaben, in Außerfern und im Oberinntal, Kreuzfahrer gegen die Mongolen 1241/42, und Egno von E., Erwählter beziehungsweise Bischof von Brixen (1240–50) und Trient (1250–73), herausragen. Der Riegel, den die Eppaner Besitzungen und Rechte – selbst Kern eines Territoriums – gegen die Ausdehnungspolitik der Grafen von Tirol darstellten, wurde von diesen ab Mitte des 12. Jahrhunderts aufgebrochen und in jahrzehntelangem Ringen beseitigt. Egno sah sich schließlich als Bischof von Trient genötigt, dem Grafen Albert von Tirol und dessen Erben, den Grafen von Görz, die Trientner Lehen seines aussterbenden Geschlechts einzuantworten (1253/54 beziehungsweise 1259), während ihnen König Konrad IV. nach dem Tode Ulrichs von Ulten dessen Lehen nördlich des Brenners übertrug (1253). Die letzten E. (erloschen um 1300) waren geistlichen Standes.

  • Literatur

    Tiroler UB Abt. 1, Bd. 1-3, 1937-57;
    J. v. Hormayr, Sämtl. Werke II, 1821 (z. T. phantastisch);
    A. Huber, Die Entstehung d. weltl. Territorien d. Hochstifter Trient u. Brixen, in: AÖG 63, 1882;
    H. v. Voltelini, Das welsche Südtirol, 1919;
    E. Werunsky, Österr. Reichsgesch., 1921, S. 644 ff.;
    O. Stolz, Pol.-hist. Landesbeschreibung v. Nordtirol, 1926, dass. v. Südtirol, 1937/39;
    F. Huter, Zur älteren Gesch. d. Eppaner Grafen, in: Der Schlern 16, 1935, S. 304-09, 394-400 u. ö.

  • Autor/in

    Franz Huter
  • Empfohlene Zitierweise

    Huter, Franz, "Eppan, Grafen von" in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 548 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd139763988.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA