Lebensdaten
1928 bis 2006
Geburtsort
Berlin
Sterbeort
Potsdam
Beruf/Funktion
theoretischer Physiker ; Astrophysiker
Konfession
-
Normdaten
GND: 118987909 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Treder, Hans-Jürgen Walter
  • Treder, Hans-Jürgen
  • Treder, Hans-Jürgen Walter
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Zitierweise

Treder, Hans-Jürgen, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118987909.html [31.05.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Walter (1887–v. 1955), Bürodir. (Magistratsbeamter) in B.;
    M Gerda Schmissas (* 1899); ledig.

  • Leben

    T. besuchte – unterbrochen durch einen Einsatz als Flakhelfer 1944/45 – das MommsenGymnasium in Berlin-Charlottenburg. Nach dem Abitur 1946 begann er ein Physik- und Mathematikstudium an der TH Berlin-Charlottenburg. Seit 1946 Mitglied der SED, wechselte er 1948 an die Humboldt-Univ., wo er zunächst Philosophie bei Walter Hollitscher (1911–86) studierte. T. setzte nach krankheitsbedingter Unterbrechung 1952 sein Physikstudium mit einem Aspiranturstipendium fort. 1956 wurde er bei Achilles Papapetrou (1907–97) mit einer Arbeit zur unsymmetrischen einheitlichen Feldtheorie, einer Art Alternative zu Einsteins Allgemeiner Relativitätstheorie, zum Dr. rer. nat. promoviert. Seit 1957 war er als wissenschaftlicher Assistent in der Abteilung Reine Mathematik des Forschungsinstituts für Mathematik der Dt. Akademie der Wissenschaften zu Berlin tätig. Nach seiner Habilitation über gravitative Stoßwellen in der Allgemeinen Relativitätstheorie 1961 wurde T. 1963 Professor für Theoretische Physik an der Humboldt-Univ. und zugleich Direktor des Instituts für Reine Mathematik der Dt. Akademie der Wissenschaften. 1966–82 fungierte er als Direktor der Sternwarte Potsdam-Babelsberg, zudem 1969–82 als Direktor des Zentralinstituts für Astrophysik der Dt. Akademie der Wissenschaften (seit 1972 Ak. d. Wiss. d. DDR) und 1969–72 als Leiter des Forschungsbereichs Kosmische Physik der Akademie. Nachdem auf seine Initiative hin das Sommerhaus Einsteins in Caputh (Architekt: Konrad Wachsmann) restauriert und seit 1979 zu einer wissenschaftlichen Begegnungsstätte entwickelt wurde, leitete T. diese Einrichtung (1982–91 zugleich als Direktor des Einstein-Laboratoriums für Theoretische Physik der Akademie der Wissenschaften der DDR in Potsdam-Babelsberg). T. publizierte zahlreiche Arbeiten zur Gravitations- und Feldtheorie sowie zur Geo- und Kosmosphysik; ein Schwerpunktthema war die solare Variabilität. Eine wichtige Leistung ist seine Entwicklung einer sog. trägheitsfreien Mechanik, die er 1972 in „Die Relativität der Trägheit“ erstmals darstellte. Weiterhin arbeitete er zu fundamentalen Fragen der Physik, wie Naturkonstanten, Erhaltungssätzen und Quantengravitation. T. betrachtete physikalische Probleme stets vor ihrem philosophischen und historischen Hintergrund aus marxistischer Perspektive. So beschäftigte er sich auch mit erkenntnistheoretischen Problemen der Physik und veröffentlichte u. a. zur Berliner Wissenschaftsgeschichte.

  • Auszeichnungen

    A o. Mitgl. d. Dt. Ak. d. Wiss. (1966, Mitgl. d. Präsidiums 1969–83); Nat.preis I. Kl. f. Wiss. u. Technik d. DDR (1971); Mitgl. d. Leibniz-Soz. (1993); zahlr. Ehrendoktorate.

  • Werke

    W etwa 500 Art. u. 50 Bücher;
    Gravitative Stoßwellen, 1962 (Habil.schr.);
    Relativität u. Kosmos, 1968;
    Phil. Probleme d. physikal. Raumes, Gravitation, Geometrie, Kosmol. u. Relativität, 1974;
    Elementare Kosmol., 1975;
    Gravitationstheorie u. Theorie d. Elementarteilchen, 1979 (Hg.);
    Grundfragen d. Physik, 1980 (mit R. Rompe);
    Über d. Einheit d. exakten Wiss., 1982 (mit dems.);
    Elementarkonstanten u. was sie bedeuten, 1988 (mit dems.);
    Gr. Physiker u. ihre Probleme, 1983;
    Mithg: Ann. d. Physik, 1985–91;
    Nachlaß: Archiv d. Berlin-Brandenburg. Ak. d. Wiss.

  • Literatur

    L J. Mörke, H.-J. T., Auskünfte, Ansichten, in: Spectrum 21, 1990, H. 8, S. 23–26 (P);
    Wiss. Kolloquium z. 75. Geb.tag v. H.-J. T., SB d. Leibniz-Soz. 61, 2003, H. 5;
    R. Schimming, ebd. 94, 2008, S. 189–97 (W-Verz., L);
    ders. u. H. Hörz, Prinzipien d. Physik, z. 80. Geb.tag v. H.-J. T., ebd. 101, 2009, S. 111–33; H.-H. v. Borzeszkowski u. U. Bleyer, in: Ann. d. Physik 16, 2007, H. 4, S. 235–36; Wer war wer DDR.

  • Autor/in

    Horst Kant
  • Empfohlene Zitierweise

    Kant, Horst, "Treder, Hans-Jürgen" in: Neue Deutsche Biographie 26 (2017), S. 389 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118987909.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA