Dates of Life
1923 – 2013
Place of birth
Bremen
Place of death
La Llosa bei Valencia (Spanien)
Occupation
Fußballspieler
Religious Denomination
-
Authority Data
GND: 12209963X | OGND | VIAF: 62421286
Alternate Names
  • Trautmann, Bernhard Carl
  • Trautmann, Bernd
  • Trautmann, Bert
  • more

Objekt/Werk(nachweise)

Places

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Marker Sterbeort Place of death
Marker Begräbnisort Place of interment

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Citation

Trautmann, Bernhard, Index entry in: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd12209963X.html [24.02.2024].

CC0

  • Genealogy

    V Carl, Elektriker, Hafenarb., Arb. in e. Chemiefabr. in B.;
    M Frieda Elster ( 1971);
    B Karl-Heinz (* 1926); – Verlobte 1948/49 (?) Marion Greenhill, 1) 1950 1973 (?) Margaret Friar (* 1930), 2) 1974 (?) 1982 Ursula v. der Heyde, 3) 1987 Marlies Winau, Bes. e. Offset-Druckerei in Rüdesheim/Rhein;
    3 S aus 1) John Michael (1950–56 Verkehrsunfall), Stephen (* 1958), Mark (* 1960); aus Verbindung mit Marion Greenhill 1 T Freda Greenhill.

  • Biographical Presentation

    T. besuchte bis 1937 die Volksschule in Bremen, spielte Fußball bei Blau-Weiß Gröpelingen (seit 1937 Turn- u. Rasensportver. Gröpelingen) sowie Feldhandball und Völkerball in Jungvolk (seit 1933) und Hitlerjugend (seit 1937). Aufgrund herausragender sportlicher Leistungen wurde er von der HJ für ein „Landjahr“, eine Kombination von Feldarbeit und Sporttraining, in Schlesien ausgewählt. Bei den Reichsjugendspielen 1938 in Berlin belegte er einzeln und mit der Mannschaft eine Reihe zweiter Plätze. 1939 begann er eine Automechanikerlehre bei „Hanomag“ in Bremen. 1940 meldete sich T. freiwillig zur Luftwaffe, wurde jedoch wegen mangelnder schulischer Voraussetzungen nicht wie erhofft Pilot, sondern in einer Nachrichteneinheit in Polen und Rußland eingesetzt. 1942 meldete er sich zur Ausbildung als Fallschirmjäger und fand als solcher in Rußland und Frankreich Verwendung. Im März 1945 geriet T. im Rang eines Feldwebels in brit. Gefangenschaft und wurde im Camp 50 in Ashton-in-Makerfield (b. Manchester) interniert, wo er als Fahrer arbeitete. Später bezeichnete er diese Zeit als eigentliche Erziehung nach Jahren der NS-Indoktrination.

    In der Fußballmannschaft des Camps agierte T. als Feldspieler, später als Torwart. 1948 verzichtete er auf die angebotene Repatriierung und war als Landarbeiter, dann bei einem Bombenräumtrupp tätig. Gleichzeitig spielte er beim Amateurverein St. Helens Town, wo er die Aufmerksamkeit von Profivereinen erregte. Die Verpflichtung des Deutschen T. durch Manchester City 1949 führte zu Protesten von Vereinsanhängern und der jüd. Gemeinde Manchesters. Bis 1964 absolvierte er 545 Pflichtspiele für Manchester City und galt bald als einer der besten Torhüter der engl. Liga. 1955 und 1956 erreichte er mit seinem Verein das Endspiel des engl. Pokalwettbewerbs. Beim Sieg 1956 zog sich T. eine erst nach Tagen diagnostizierte Halswirbelfraktur zu, spielte unter großen Schmerzen weiter und wurde dadurch zur Legende. Noch|1956 wurde er als erster Torwart und erster Ausländer zu Englands Fußballspieler des Jahres gewählt und 1960 als erster Ausländer für ein Spiel der engl. Ligaauswahl nominiert, die er als Kapitän anführte. Eine Nominierung in der dt. Nationalmannschaft blieb ihm versagt, da der Dt. Fußball-Bund in den 1950er Jahren keine im Ausland tätigen Spieler berief. T.s „Testimonial Match“ 1964 wurde mit geschätzten 60 000 Zuschauern zu einem der bestbesuchten Abschiedsspiele in England.

    T. war ein sachlicher, furchtloser Torwart, den vorzügliche Antizipation und kluges Stellungsspiel auszeichneten. Er leitete durch präzise weite Abwürfe schnelle Angriffe ein und soll mehr als die Hälfte der gegen seine Mannschaft verhängten Elfmeter abgewehrt haben. Nach dem Ende seiner Laufbahn wirkte er 1964–66 als General Manager beim engl. Viertligisten Stockport County, 1967/68 als Trainer bei Preußen Münster und 1969 bei Opel Rüsselsheim. 1972–88 war er, meist im Auftrag der „Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit“, als Fußball-Entwicklungshelfer tätig mit Stationen in Burma, Tansania, Liberia, Pakistan, Nordjemen und Malta. Seit 1991 lebte er in Rüdesheim und nördlich von Valencia (Spanien). T. setzte seine Popularität für die dt.-brit. Verständigung ein, wurde deswegen von beiden Seiten mit hohen Ehrungen bedacht und galt als hochgeachteter Botschafter des Fußballsports.

  • Awards

    A E. K. I. Kl. (zw. 1942 u. 1945);
    BVK (1997);
    Georgv.-Opel-Preis (1999);
    Honorary Officer of the Most Excellent Order of the British Empire (2004);
    Aufnahme in d. Engl. Football Hall of Fame (2005) u. in d. Hall of Fame d. Dt. Sports (2011);
    Wahl z. Beliebtesten Spieler aller Zeiten v. Manchester City (2007);
    Walther-Bensemann-Preis d. Dt. Ak. f. Fußballkultur (2008);
    Ehrenzeichen in Gold mit Brillant d. Dt. Fußball-Bunds f. Verdienste um d. Ansehen d. dt. Fußballs (2008);
    T.-Award (seit 2005) d. T.-Foundation z. Förderung v. Zivilcourage u. Eigeninitiative (seit 2004).

  • Works

    W Steppes to Wembley, 1956;
    Einmal England u. zurück, 1968 (mit D. Kleimann);
    „Ich habe nie daran gedacht, f. Dtld. zu spielen“, Gespräch mit M. Reinsch, in: FAZ v. 6. 11. 2004 (P).

  • Literature

    L A. Rowlands, T., The Biogr., 1990, ²2005, dt. 2006 (P);
    C. Clay, T.’s Journey, From Hitler Youth to FA Cup Legend, 2010, dt. 2013 (P);
    Munzinger Sport.

  • Portraits

    P Skulptur v. K. Furre, 2003 (Manchester, Ver.gelände v. Manchester City)

  • Author

    Claus Melchior
  • Citation

    Melchior, Claus, "Trautmann, Bernhard" in: Neue Deutsche Biographie 26 (2016), S. 371-372 [online version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd12209963X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA