Elver, Hieronymus Stephan von
- Lebensdaten
- angeblich 1584 – vermutlich 1624
- Geburtsort
- Lüneburg
- Sterbeort
- Wien
- Beruf/Funktion
- Reichshofrat ; Schriftsteller ; österreichischer Staatsmann ; Politiker ; Jurist ; Chronist ; Hofrat ; Geheimer Rat ; Konvertit
- Konfession
- mehrkonfessionell
- Normdaten
- GND: 124665268 | OGND | VIAF: 64945783
- Namensvarianten
-
- Elvern, Hieronymus Stephan von
- Elver, Hieronymus Stephan von
- Elvern, Hieronymus Stephan von
- Eluerus, Hieronymus
- Elverus, Hieronymus
- Elwern, Hieronymus
- Elver, Hieronymus
- Eluer, Hieronymus
- Elunr, Hieronymus von
- Elver, Hieronymus von
- Eluer, Hieronymus von
Vernetzte Angebote
- Katalog des Bibliotheksverbundes Bayern (BVB)
- * Katalog der Bayerischen Staatsbibliothek München (BSB)
- Deutsche Digitale Bibliothek
- Thesaurus des Consortium of European Research Libraries (CERL)
- Normdateneintrag des Südwestdeutschen Bibliotheksverbundes (SWB)
- Österreichischer Bibliothekenverbund (OBV)
- Gemeinsamer Verbundkatalog (GBV)
- * Literaturnachweis in der Neuen Deutschen Biographie (NDB)
- * Werknachweis in der Neuen Deutschen Biographie (NDB)
- Index Theologicus (IxTheo)
Verknüpfungen
Personen in der NDB Genealogie
Personen im NDB Artikel
Personen in der GND - familiäre Beziehungen
Orte
Symbole auf der Karte
Geburtsort
Wirkungsort
Sterbeort
Begräbnisort
Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.
-
Elver(n), Hieronymus Stephan von (Reichsritterstandsbestätigung 1624)
Reichshofrat und Schriftsteller, * angeblich 1584, † vermutlich Ende 1624 Wien. (evangelisch, dann katholisch)
-
Genealogie
Aus Patrizierfamilie in Lüneburg;
V Leonhard (1536–1615), Bgm. v. Lüneburg;
M Elisabeth (1551–1631), T des Ratsherrn Nikolaus Stüver in Lüneburg u. der Cath. v. Töbing; Halbbruder →Leonh. Elver († 1631), Propst u. Bgm. v. Lüneburg, Hofpfalzgraf, Vf. der „Elverschen Chronik v. Lüneburg“ (ungedr., s. ADB VI);
⚭ Amalia Cath. v. Wackenfels. -
Biographie
E. faßte seine in jüngeren Jahren auf vielen Reisen gesammelten Beobachtungen in einer Folge von Briefen zusammen, die Johann Friedrich unter dem Titel „Deliciae apodemicae seu sylloge epistolica in peregrinatione italogallobelgio-germanica et polonica nata“ (Leipzig 1611) herausgab. Nachdem E. mehrere Jahre am kurbrandenburgischen Hof als wirklicher Hofrat und geheimer Rat gedient hatte, wurde er nach Übertritt zum Katholizismus anfangs 1619 von Kaiser Matthias in den Reichshofrat aufgenommen und gehörte diesem bis zu seinem Tode an. Als Vertrauensmann Kaiser Ferdinands II. im Dezember 1619 an den Hof des Kurfürsten Johann Georg von Sachsen gesandt, vermochte er im Verein mit dem formellen Haupt der Gesandtschaft, dem Herzog →Heinrich Julius von Sachsen-Lauenburg, dadurch, daß er das Erbrecht seines kaiserlichen Herm auf die Krone von Böhmen darlegte und dessen Bereitschaft zur Gewährung einer namhaften Entschädigung für die begehrte Hilfeleistung im Kampf gegen die aufständischen Böhmen erwähnte, im Februar 1620 den Kurfürsten zur Zusage einer solchen zu bestimmen. Seine mit Geschick geführten Verhandlungen bildeten so die Einleitung zum Bündnis zwischen Kursachsen und der kaiserlichen Partei, das im März 1620 auf der Tagung in Mühlhausen zustande kam und zur Verpfändung der Lausitzen an Kursachsen führte. Auch bei den Reichsständen des niedersächsischen Kreises fand die kaiserliche Gesandtschaft im Frühjahr 1620 gute Aufnahme. Von E. über die böhmischen Verhältnisse aufgeklärt, versicherten fast alle Besuchten, auch der König Christian IV. von Dänemark, daß sie sich nicht der habsburgfeindlichen Union anschließen werden, manche stellten darüber hinaus positive Unterstützung der kaiserlichen Sache in Aussicht. – Mehr als politische Geschäfte lag aber E. das stille Leben auf dem Lande. In seinem Werk: Deambulationes vernae quibus ruralis philosophia ad unguem discutitur: naturae matris divitiae et philosophiae deliciae (Frankfurt/Main 1620) beschreibt er die Vorzüge des Landlebens und den moralischen Nutzen der zur Erkenntnis des christlichen Schöpfergottes führenden Nalurbeobachtung.
-
Werke
Weitere W Informatio fundamentalis super hodiernae Bohemiae statu, Antwerpen u. Frankfurt 1620 (Darlegung d. Rechte d. Hauses Habsburg auf Böhmen); Consualia seu doctrina politica de consiliis, consiliariis et conciliis, Frankfurt/M. 1620.
-
Literatur
ADB VI;
J. H. Büttner, Genealogiae od. Stamm- u. Geschl.register d. vornehmsten lüneburg. adlichen Patriciergeschl., Lüneburg 1704;
G. C. F. Lisch, Wiener Gesandtschaftsberr. üb. Persönlichkeit u. d. Gesinnungen d. Herzoge Adolph Frdr. I. u. Joh. Albrecht II. v. Mecklenburg, in: Jbb. d. Ver. f. meckl. Gesch. u. Altertumskde. 20, 1855, S. 124 f.;
F. v. Hurter, Gesch. Kaiser Ferdinands II. u. s. Eltern VIII, 1857, S. 213-21;
J. O. Opel, Der nd.sächs.-dän. Krieg I, 1872, S. 80, 103 f.;
A. Gindely, Gesch. d. Dreißigjähr. Krieges I, 2, Prag 1878, S. 421 f.;
M. Ritter, Dt. Gesch. im Za. d. Gegenref. u. d. Dreißigjähr. Krieges III, 1908, S. 84 f.;
O. v. Gschließer, Der Reichshofrat, 1942, S. 200 f.;
Zedler VIII, S. 963;
Nouv. Biogr. XII, S. 423. -
Autor/in
Oswald von Gschließer -
Zitierweise
Gschließer, Oswald von, "Elver(n), Hieronymus Stephan von (Reichsritterstandsbestätigung 1624)" in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 471 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd124665268.html#ndbcontent