Lebensdaten
1855 - 1938
Geburtsort
Sandow (Mark Brandenburg)
Sterbeort
Sittard (Niederlande)
Beruf/Funktion
Ordensbegründerin
Konfession
lutherisch,katholisch
Normdaten
GND: 118621033 | OGND | VIAF: 54440618
Namensvarianten
  • Tauscher van den Bosch, Anna Maria
  • Tauscher, Maria Theresa vom Heiligen Josef
  • Tauscher van den Bosch, Maria-Teresa
  • mehr

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der NDB Genealogie
Personen im NDB Artikel

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Tauscher, Anna Maria, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118621033.html [11.05.2021].

CC0

  • Genealogie

    V Hermann Traugott (1825–1902, Pfarrer in Sandow, 1865 Sup. in Berlin;
    M Pauline van den Bosch (1828–74); 7 jüngere Geschw.

  • Leben

    Nach Aufenthalt im Pensionat bei den Herrnhutern in Gnadau führte T. nach dem Tod der|Mutter den Haushalt ihres Vaters bis zu dessen Wiederverheiratung. Seit 1885 arbeitete sie als Leiterin einer Anstalt für Geisteskranke in Köln. 1888 konvertierte sie hier zum Katholizismus und verlor daraufhin ihre Anstellung. T. wandte sich nach Berlin, wo sie 1891 das St. Josefsheim gründete. In diesem „Heim für Heimatlose“ betreute sie gemeinsam mit gleichgesinnten Frauen obdachlose Kinder und lebte nach der Regel des Karmel. Während ihre Sozialarbeit die Unterstützung der Kirche, v. a. des Breslauer Bf. Georg v. Kopp (1837–1914), fand, wurde die von T. angestrebte Gründung einer Schwesternkongregation zunächst verhindert. Im Dez. 1897 reiste T. nach Rom, wo sie die ersten Kontakte mit dem Orden der Unbeschuhten Karmeliten aufnahm. 1899 siedelte das Mutterhaus von Berlin nach Sittard über. 1904 wurde die von T. gegründete Kongregation der Karmelitinnen vom göttlichen Herzen Jesu an den Karmel OCD aggregiert und von Papst Pius X. anerkannt (Decretium Taudis 1910). 1904 übersiedelte das Mutterhaus nach Rocca di Papa (Italien); seit 1922 ist das Mutterhaus in Sittard Sitz der Generalleitung; der Bau wurde 1929 eingeweiht.

    T. widmete ihr Leben mit viel Weitblick und auf ausgedehnten Reisen ganz dem internationalen Ausbau des von ihr gegründeten Ordens. Auf ihre Initiative hin entstanden Einrichtungen für Kinder, Alte und Bedürftige in weiteren dt. Städten sowie in den Niederlanden, der Schweiz, in Ungarn und England. 1912 wurde die erste Filiale in den USA gegründet. Zum Zeitpunkt von T.s Tod besiedelte ihr Orden mit rund 1000 Mitgliedern 58 Klöster. Heute gibt es weltweit rund 450 Karmelitinnen vom Göttlichen Herzen Jesu in ca. 50 Niederlassungen auf drei Kontinenten. T., der es auf eindrucksvolle Weise gelang, karitatives Wirken mit dem kontemplativen Geist des Karmel zu verbinden, wurde 2006 in Roermond selig gesprochen.

  • Werke

    Die Dienerin Gottes, Mutter Maria Teresa vom hl. Josef, Stifterin d. Carmelitinnen vom Göttl. Herzen Jesu, Selbstbiogr., 1954, 21977 (P);
    Worte d.Zuversicht u. Stärke, 1985;
    Der Kirche dienen, die Welt beschenken, Mutter Maria-Teresa, A. M. T., hg. v. Gen.mutterhaus d. Karmelitinnen D.C.J., Sittard, 1988 (P);
    – Nachlaß: Gen.mutterhaus d. Karmelitinnen D.C.J., Sittard.

  • Literatur

    E. Budnowski, Sie folgte der inneren Stimme, 1957, 31986;
    E. Fischer-Holz, in: Anruf u. Antwort, Bedeutende Frauen aus d. Raum d. Euregio Maas-Rhein, hg. v. ders., Bd. 2, 1991, S. 177–210;
    M.-A. Windisch, Porträt e. Karmelitin, Mutter Maria-Teresa vom hl. Josef T. v. d. B. (1855–1938), 1994;
    A. Gessinger, O Vendaval da caridade, 1995;
    H.-J. Kracht, Wahlrömerin aus Berlin sprengte innere u. äußere Grenzen, A.-M. T.-v. d. B., Gründerin d. Karmel vom Göttl. Herzen Jesu, in: L'osservatore romano, Wochenausg. in dt. Sprache 26, 1996, S. 8;
    A. J. Simonis, Leiden als höchster Ausdruck d. Liebe, Seligsprechung v. Schwester Maria-Teresa T. in d. St.-Christopherus-Kathedrale v. Roermond, ebd. 36, 2006, S. 12;
    A. Sagardoy, Am Wasser gepflanzt, Begegnung mit Mutter Maria Teresa T., 2006 (P);
    BBKL 26 (W, L).

  • Autor/in

    P. Antonio Sagardoy
  • Empfohlene Zitierweise

    Sagardoy, Antonio, "Tauscher, Anna Maria" in: Neue Deutsche Biographie 25 (2013), S. 809-810 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118621033.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA