Lebensdaten
1896 bis 1966
Geburtsort
Nürnberg
Sterbeort
Nürnberg
Beruf/Funktion
Fußballspieler
Konfession
-
Normdaten
GND: 117362999 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Stuhlfauth, Heinrich (eigentlich)
  • Stuhlfauth, Heiner
  • Stuhlfauth, Heinrich (eigentlich)
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Orte

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Zitierweise

Stuhlfauth, Heiner, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117362999.html [15.09.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Karl (1867–1920, aus Mußbach, Packer in N.;
    M Johanna Barbara Hofmann (1862–1942, aus Weidmes;
    3 Schw;
    1923 Elisabeth (Liesl) Schmidt (1891–1979, aus Aschaffenburg.

  • Leben

    S. absolvierte eine Ausbildung zum Elektromonteur bei der Fa. „Erle und Nestler“ in Nürnberg. Seine Karriere als Fußballspieler begann er 1910 beim FC Franken Nürnberg zunächst als Stürmer, dann aufgrund seiner Körpergröße als Torhüter. Zwischenzeitig Spieler des FC Pfeil Nürnberg, wechselte S. 1915 zum 1. FC Nürnberg, für den er 606 Spielen absolvierte. Als Pionier in Ingolstadt zum Kriegsdienst einberufen, wurde er häufig zu Armee-Fußballspielen abgestellt.

    Nach dem Krieg etablierte sich der 1. FC Nürnberg als erfolgreichster Fußballverein (Dt. Meister 1920, 1921, 1924, 1925, 1927; Süddt. Meister 1920, 1921, 1924, 1927, 1929) und S. als bester Torwart Deutschlands. In den fünf siegreichen Endspielen um die Dt. Meisterschaft blieb er ohne Gegentreffer; mit S. im Tor blieb der Club 104 Verbandsspiele in Folge ungeschlagen. Sein Länderspieldebüt gab S. 1920 in Zürich im ersten Nachkriegsländerspiel gegen die Schweiz; insgesamt absolvierte er 21 Länderspiele, sechs davon als Mannschaftskapitän, und zahlreiche Repräsentativspiele für die süddt. und bayer. Auswahl. 1928 nahm S. an den Olymp. Spielen in Amsterdam teil. Anerkennung auch im Ausland fand seine außergewöhnliche Leistung im gewonnenen Spiel gegen die ital. Mannschaft in Turin 1929. Sein internationaler Ruf stand kaum hinter jenem des Spaniers Ricardo Zamora zurück, der als bester Torwart der Welt galt. S.s Markenzeichen waren grauer Pullover und Schiebermütze. Sein Torwartspiel beruhte auf hoher Konzentrationsfähigkeit und herausragendem Stellungsspiel. Als Spezialität galt seine Fußabwehr, die er häufig weit vor dem eigenen Tor einsetzte, was ihn zu einem Prototyp des mitspielenden Torwarts machte.

    S., der seit 1929 auch als Trainer für den 1. FC Straubing tätig war, beendete seine aktive Laufbahn 1930/31 und wurde Ehrenspielführer des 1. FC Nürnberg. 1932/33 trainierte er die Würzburger Kickers. Anschließend|war er Wirt der Nürnberger Traditionsgaststätte Sebaldusklause, die er 1923 übernommen hatte. 1939–45 nahm er am 2. Weltkrieg teil, wirkte nach Kriegsende – nachdem seine Gaststätte zerstört worden war – als Sportlehrer und später in der Werbeabteilung der Shell AG. S. lebte zuletzt in Schwaig.

    S. war einer der erfolgreichsten Fußballspieler des 20. Jh., wovon seine Aufnahme in die neugegründete „Hall of Fame des dt. Sports“ 2008 zeugt. Als Krönung seiner Laufbahn betrachtete er eine Einladung als Ehrengast zu einer Gastspielreise des 1. FC Nürnberg in die USA 1953. 1956 wurde er in einer Umfrage der Zeitschrift „Kicker“ zum populärsten dt. Fußballspieler gewählt.

  • Auszeichnungen

    A Dt. Adlerplakette (1930); Bürgermedaille d. Stadt Nürnberg (1966); Ehrennadel d. Dt. Fußballbundes (1966); – H.-S.-Str., Nürnberg (1967); H.-S.Block im Stadion Nürnberg (2006); S.-Stuben (Ver.lokal d. 1. FC Nürnberg), Trainingsgelände d. 1. FC Nürnberg.

  • Literatur

    Th. Riegler, Als S. noch im Tor stand, 1953 (P);
    J. Seyppel, Wer kennt noch H. S.?, 1973 (P);
    Ch. Bausenwein u. a., Die Legende vom Club, Die Gesch. d. 1. FC Nürnberg, 2006;
    Berühmte Nürnberger, S. 372 f. (P);
    F. Clemens u. a., Die 100 Fußballer d. Jh., 1996 (P);
    J. Bitter, Dtlds. Fußball-Nat.Spieler, Das Lex., 1997;
    Stadtlex. Nürnberg (P);
    Munzinger Sport.

  • Autor/in

    Claus Melchior
  • Empfohlene Zitierweise

    Melchior, Claus, "Stuhlfauth, Heiner" in: Neue Deutsche Biographie 25 (2013), S. 641-642 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117362999.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA