Lebensdaten
1920 bis 1987
Geburtsort
Barnaul bei Nowosibirsk (Südsibirien)
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Sängerin ; Sopranistin
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118755927 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Streich-Berger, Rita (verheiratete)
  • Streich, Rita (geborene)
  • streich, rita
  • mehr

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der GND - familiäre Beziehungen
Personen in der GND - Bekannte und Freunde

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Streich, Rita (geborene), Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118755927.html [21.10.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Bruno (1895–n. 1960), aus Kranz (Cranz, Selenogradsk, Samland), Malermeister, u. a. b. Fried. Krupp in Essen beschäftigt;
    M Veja Alexejewa (1898-n. 1960), aus Perm (Sibirien);
    1 B;
    Berlin 1949 Dieter Berger (1920–80), Theaterwiss., Regisseur, Schriftst.;
    1 S Franklin Berger (* 1956), n. Ausbildung an d. Folkwangschule Essen u. an d. Kunstak. Düsseldorf Photograph in Düsseldorf (s. W).

  • Leben

    S. wurde in Sibirien geboren, wo ihr Vater als dt. Kriegsgefangener interniert war. Sie kam schon 1921 mit ihren Eltern nach Deutschland, verbrachte ihre Schulzeit in Essen und Jena und begann eine Gesangsausbildung in Augsburg bei Paula Klötzer, einer Schülerin von Maria Ivogün (1891–1987). 1943 debütierte S. am Stadttheater in Aussig (Böhmen) als Zerbinetta in Strauss’ „Ariadne auf Naxos“. 1945 ging sie nach Berlin zu Erna Berger (1900–90), die sie als damals einzige Schülerin annahm und an die Berliner Staatsoper empfahl. Als Blonde in Mozarts „Entführung aus dem Serail“ (neben Erna Berger) und als Olympia in Offenbachs „Hoffmanns Erzählungen“ hatte sie erste große Erfolge. Wichtige Impulse vermittelten S. in Berlin Maria Ivogün und Willy Domgraf-Fassbaender (1897–1978). Bis 1950 gehörte S. dem Ensemble der Berliner Staatsoper an, anschließend bis 1955 demjenigen der Städt. Oper Berlin. 1953 führte sie ein Gastspiel erstmals an die Wiener Staatsoper, deren festes Ensemblemitglied sie dann 1956–72 war.

    1952 und 1953 sang S. bei den Bayreuther Festspielen den „Waldvogel“ in „Siegfried“. Weltweit gefeiert wurde sie jedoch seit den 1950er Jahren als Mozart- und Strauss-Sängerin, besonders in den Partien der Königin der Nacht („Die Zauberflöte“), Blonde („Entführung aus dem Serail“), Zerbinetta („Ariadne auf Naxos“) und Sophie („Der Rosenkavalier“). 1954–67 war sie regelmäßig zu Gast bei den Salzburger Festspielen, sie sang an der Covent Garden Oper in London (1954), bei den Festspielen in Glyndebourne und Aix-en-Provence, an den Opernhäusern von Mailand, Rom, San Francisco (1957), Chicago (1960) und Buenos Aires. Konzerttourneen führten sie in die USA, nach Kanada, Japan, Australien und Neuseeland. Nach ihrem Bühnenabschied 1973 sang S. noch lange Jahre Liederabende und Konzerte, insbesondere war sie eine bedeutende Interpretin von Mozarts Konzertarien. Seit 1974 hatte sie eine Gesangsprofessur an der Folkwang-Musikhochschule in Essen, seit 1976 an der Musikhochschule Wien und gab darüber hinaus Gesangskurse am Mozarteum Salzburg.

    S. besaß einen auch in den höchsten Lagen glockenreinen, schwerelosen Sopran. Ihre Stimme zeichnete sich aus durch eine warme Tongebung, mühelose Leichtigkeit und klare Artikulation der Koloraturen, Merkmale, mit denen S. die Traditionslinie ihrer Lehrerinnen Erna Berger und Maria Ivogün fortsetzte. Viele Rundfunk- und Schallplattenaufnahmen dokumentieren zentrale Partien ihres Repertoires, das relativ begrenzt blieb, jedoch perfekt ihrer nicht großen Stimme und ihrer zierlichen Bühnenerscheinung entsprach.

  • Auszeichnungen

    A Kammersängerin.

  • Werke

    R. S., Ein Selbstporträt, mit e. Vorwort v. J. Müller-Marien, um 1962;
    R. S., Lieder, Klavier: E. Werba u. G. Weissenborn, 2 CD, 1993;
    Diskogr.:
    J. Hunt, 3 Italian conductors, 7 Viennese sopranos, 1993, S. 447–77 (P);
    ders., Teachers and pupils, Schwarzkopf, Ivogün, Cebotari, Seinemeyer, Welitsch, S., Berger, Discographies, 1996, S. 255–317 (P);
    Anthol. mit Opern- u. Konzertarien:
    R. S., The Viennese Nightingale, 2003;
    Nachlaß:
    Bibl. d. Folkwang-Hochschule Essen (Noten, Korr.)

  • Literatur

    | Kürschners dt. Musiker-Kal., 21954;
    L. Rasponi, The last Prima Donnas, 1982, S. 519–24 (P);
    C. Zimmermann, in: Opernwelt, Jg. 23, 1982, H. 4, S. 24–26 (P);
    Nicht nur Tenöre, Das Beste aus d. Opernwerkstatt, III, hg. v. V. Parschalk, u. P. Dusek, 1988, S. 162–71 (P);
    Nachrufe
    in: FAZ v. 21. 3. 1987;
    SZ v. 21. 3. 1987;
    Die Zeit v. 27. 3. 1987;
    ferner in: Notes;
    Oper u. Konzert;
    The Musical Times;
    Musica;
    Nuova Rivista musica italiana;
    Musik u. Ges.;
    Bühne;
    Das Orchester;
    – J. M. Fischer, Gr. Stimmen, Von Enrico Caruso bis Jessye Norman, 1993;
    J. Kesting, Die gr. Sänger, III, 2008 (P);
    Riemann;
    MGG2;
    New Grove 2;
    Grove Opera;
    Munzinger;
    Kosch, Theater-Lex.;
    Kutsch-Riemens;
    Hist. Lex. Wien;
    ÖML;
    Österr. Personenlex.

  • Autor/in

    Marion Brück
  • Empfohlene Zitierweise

    Brück, Marion, "Streich, Rita/geborene" in: Neue Deutsche Biographie 25 (2013), S. 530 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118755927.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA