Lebensdaten
1809 bis 1898
Geburtsort
Otterberg bei Kaiserslautern
Sterbeort
New York
Beruf/Funktion
Händler ; Unternehmer
Konfession
jüdisch
Normdaten
GND: 108381088X | OGND | VIAF: 94145663041805071158
Namensvarianten
  • Straus, Lazarus

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Zitierweise

Straus, Lazarus, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd108381088X.html [13.08.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Isaac, Grundbes., S d. Lazarus, erarbeitete i. A. v. Napoleon 1806 e. Konzept f. d. Emanzipation|d. Juden im linksrhein. Bayern;
    M Johanette N. N.; 13 jüngere Geschw;
    1) Otterberg 1838 Davora (Fannie) Levi († 1843), 2) Otterberg 1844 Sara Levi (1823–76, Schw d. Davora (s. o.);
    1 T aus 1), 4 S aus 2) (1 früh †) Isidor (1845–1912, Rosalie Ida Blun, 1849–1912), Händler, Untern., 1867 Partner in d. väterl. Fa., 1872 mit S. u. seinen Brüdern „L. Straus & Sons“, 1887 Partner in Macys Kaufhaus, 1894–95 Abg. im Repräsentantenhaus f. d. Demokrat. Partei, b. d. Überfahrt mit d. „Titanic“ im Atlantik ertrunken (s. ANB), Nathan (1848–1931, Lina Gutherz), Philanthrop, 1889–93 Commissioner of Parks in New York City, 1898 Präs. d. New York Board of Health, Zionist, Oscar Solomon (1850–1926, RA, US-Botschafter in d. Türkei, als erstes jüd. Kabinettsmitgl. 1906–09 Handels- u. Arbeitsmin., Gründer u. Präs. d. American Jewish Historical Soc., Mitgl. d. ständigen Schiedsgerichts in Den Haag, Autor (s. N. W. Cohen, A Dual Heritage, The Public Career of O. S. S., 1969; Lex. Pfälzer; ANB), 1 T aus 2) Hermine (1846–1922, Lazarus Kohns, aus Koblenz);
    E Jesse Isidor (1872–1936, ⚭ Irma Nathan, 1877–1970), Dipl., Kaufm., 1896 Mitinh., 1919 Direktionspräs. d. Warenhauses „R. H. Macy & Co.“ in Brooklyn (s. R. W. Kauffman, J. I. S., 1973; ANB), Percy Selden (1876–1944, ⚭ Edith Abraham, 1882–1957), Kaufm., Vizepräs. d. Warenhauses „R. H. Macy & Co.“ in Brooklyn, Präs. d. Jewish Agriculture Soc. (s. Who`s who in American Jewry, 21928), Sara (1878–1960, Alfred F.Hess, 1875–1933, Dr. med., Prof. f. Pädiatrie u. Pathol. in New York, John Scott-Medaille 1927, s. Who`s who in American Jewry, 21928; S. R. Kagan, American Jewish Physicians of Note, 1942), Minnie (1880–1940, Richard Weil, 1876–1917, Dr. med., Prof. f. experimentelle Med. an d. Cornell Univ., Gründer u. Chefred. d. „Journal of Cancer Research“, s. Fischer; Wininger), Herbert Nathan (1881–1933, ⚭ Therese Kuhn, 1884–1977), Kaufm., Vivian (1886–1974, 1] Herbert Adolph Scheftel, 1875–1914, Dr., 2] George Dixon Jr., 1891–1956), Roger Williams (1891–1957, Gladys Eleanor Guggenheim, 1895–1980, Philanthropin, s. ANB), Kaufm., 1954 Abg. d. UN-Gen.verslg. (s. ANB).

  • Leben

    S. wurde in eine einflußreiche jüd. Familie geboren. Wenn auch nicht aktiv beteiligt, sympathisierte S. doch mit den Zielen der Revolution von 1848. Fünf Jahre später entschloß er sich wegen der unsicheren politischen und wirtschaftlichen Lage zur Auswanderung in den Bundesstaat Georgia (USA), wo er zunächst als Hausierer Fuß faßte, bald aber nach dem Verkauf seines Besitzes in Bayern einen Gemischtwarenladen in Talbotton (Georgia) eröffnete. 1863 zog er während des amerik. Bürgerkriegs nach Columbus (Georgia). Sein Geschäft litt unter dem Krieg und der Niederlage der Südstaaten, so daß er sich nach Kriegsende 1865 entschloß, sich in New York City niederzulassen. Angeblich bezahlte er mit dem Großteil des ihm verbliebenen Geldes von ca. 25 000 $ seine Schulden bei seinen Handelspartnern im Norden ab und sicherte sich so seine Kreditwürdigkeit. In der Chambers Street gründete S. mit seinem Sohn Isidor ein Geschirr- und Glaswarenhandelsgeschäft, in das bald auch die beiden anderen Söhne als Partner eintraten, so daß es in „L. Straus & Sons“ umbenannt wurde. 1873 konnten sie im Untergeschoß des Ladens von Rowland H. Macy an der 14. Straße eine eigene Abteilung eröffnen. Systematisch wurden die Handelsbeziehungen nach Europa erweitert, z. B. gründeten sie 1882 die „New York and Rudolstadt Pottery Co. Inc.“, deren Werk in Rudolstadt Porzellanware lieferte. Nach Macys Tod 1877 erwarben sie schließlich 1887 Anteile am Kaufhaus, das sie 1895 ganz übernahmen und zum größten Kaufhaus der USA weiterentwickelten. S. förderte als Philanthrop u. a. wissenschaftliche Projekte und Bildungsinstitutionen (u. a. ein Forschungsprojekt zur Geschichte der Juden auf der iber. Halbinsel). In der jüd. Gemeinschaft New Yorks war er tief verwurzelt, so als Mitglied des Tempels Beth-El.

    Das Kaufhaus expandierte unter der Leitung seiner Söhne, 1892 wurde eine Zweigstelle in Brooklyn eröffnet und 1902 das Kaufhaus (4000 Mitarbeiter) an seinen jetzigen Standort in New York verlegt.

  • Quellen

    New York Public Library, The S. Family Papers.

  • Literatur

    New York Times v. 15. 1. 1898, 18.1. 1898 u. 31. 12. 1898;
    S. Birmingham, Our Crowd, The Great Jewish Families of New York, 1967;
    J. N. Ingham, Biographical Dict. of American Business Leaders, 1983;
    Appleton`s Cyclopedia of American Biography;
    Who`s Who in America, 1905;
    Internetseiten
    d. Straus Historical Society, d. jewish encyclopedia, d. Explorers Foundation, d. Alemannia Judaica u. d. Jewish Virtual Library.

  • Autor/in

    Hartmut Keil
  • Empfohlene Zitierweise

    Keil, Hartmut, "Straus, Lazarus" in: Neue Deutsche Biographie 25 (2013), S. 493-494 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd108381088X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA