Lebensdaten
um 750 bis 822
Sterbeort
Fulda
Beruf/Funktion
Abt von Fulda
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118688359 | OGND | VIAF: 20474696
Namensvarianten
  • Egil
  • Eigil
  • Egil
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Porträt(nachweise)

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Zitierweise

Eigil, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118688359.html [10.04.2021].

CC0

  • Leben

    E., einem bayerischen Adelsgeschlecht entstammend und Verwandter Sturmis, kam um 758 in das Kloster Fulda und wurde hier Mönch und Priester. Er beteiligte sich an der Opposition gegen das eigenwillige Regiment des Abtes Ratgar, stellte als dessen Nachfolger (818–22), im Einklang mit den Reformbestrebungen Benedikts von Aniane, Ordnung und Frieden wieder her und förderte, eng mit Hraban befreundet, das geistige Leben im Konvent. Unter ihm wurde die 791 begonnene Klosterkirche (Ratgar-Basilika) geweiht (819) und die Michaelskapelle erbaut. Bekannt ist E. durch die wohl schon in den 90er Jahren verfaßte Lebensbeschreibung seines Lehrers Sturmi, in der er, abweichend vom Legendenschema, ausführlich auch von den Anfängen seines Klosters berichtet. Obwohl nicht frei von anekdotenhaften und tendenziösen Zügen, zählt die kleine Schrift dank ihrer Anschaulichkeit zu den ergiebigsten Geschichtsquellen ihrer Art.

  • Werke

    Vita sancti Sturmi, in: MG SS II, S. 365-77 (Überss. in: Gesch.schreiber d. dt. Vorzeit XIII, 1920, S. 105-38);
    MG epp. IV, S. 557.

  • Literatur

    ADB V;
    Vita Eigilis abbatis Fuldensis auctore Candido, in: MG SS XV, 1, S. 221-33;
    Candidus de vita Aeigili, in: MG Poetae Lat. II, S. 94-117;
    Wattenbach I;
    Hauck II;
    M. Tangl, Bonifatiusfragen, = Abhh. d. preuß. Ak. d. Wiss., phil.-hist. Kl., 1919, Nr. 2;
    D. Heller, Quellenstud. zur Frühgesch. d. Klosters Fulda, 1949;
    ders., Die ältesten Gesch.schreiber d. Klosters Fulda, 1952;
    K. Lübeck. Die Fuldaer Äbte u. Fürstäbte d. MA, 1952, S. 32-35;
    H. Beumann, E.s Vita Sturmi u. d. Anfänge d. Klöster Hersfeld u. Fulda, in: Hess. Jb. f. Landesgesch. 2, 1952, S. 1-15;
    ders., ebd. 4, 1954, S. 286 f.;
    Enciclopedia universal ilustrada europeo-americana (Egilo) 19, Barcelona 1915;
    Reallex. d. german. Altertumskde., hrsg. v. J. Hoops, I, 1913.

  • Autor/in

    Wolfgang Heßler
  • Empfohlene Zitierweise

    Heßler, Wolfgang, "Eigil" in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 391 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118688359.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Eigil, vierter Abt von Fulda, geb. um die Mitte des 8. Jahrhunderts. Er stammte aus einer vornehmen baierischen Familie, die zu dem ersten Abt von Fulda, zu Sturm, in verwandtschaftlichen Beziehungen stand. Diesem letzteren Umstand hatte er schon in den frühesten Jahren seine Verpflanzung nach jenem Kloster zu verdanken (spätestens 759), wo er, wie wir aus seinem eigenen Munde wissen, mehr als 20 Jahre unter der Obhut Sturms verbrachte. Ausgezeichnete geistige und sittliche Eigenschaften, die schon früh bei ihm hervortraten, lenkten dann im J. 818 die Augen seiner Klostergenossen auf ihn, als es sich darum handelte, unter eigenthümlichen, schwierigen Umständen eine neue Abtswahl zu treffen. Seit 802 hatte die Abtei unter der Leitung des Abtes Ratgar gestanden, eines energischen Mannes, der sich um das Aufblühen von Kunst und Wissenschaft zu Fulda große Verdienste erwarb, allein durch zu großen Aufwand und besonders auch, wie es scheint, durch ein herrisches, hartes Auftreten schließlich einen solchen Unwillen bei dem ganzen Convent wachrief, daß es zu wiederholten Beschwerden bei Karl d. Gr. und dann bei Ludwig d. Fr. kam. Eine Neuwahl erschien schließlich als der einzige Ausweg aus diesen Verwicklungen, und diese Wahl fiel eben auf den damals schon in höherem Alter stehenden E. Der Kaiser ertheilte ihm alsbald die Bestätigung, der Erzbischof Heistulf von Mainz die Weihe. Es ist E. in der That gelungen, alsbald Ruhe|und Ordnung wiederherzustellen, und bis zu seinem am 15. Juni 822 erfolgten Tode hat er dem Kloster in ausgezeichneter Weise vorgestanden. Auch er hat sich um den weiteren Aufschwung der Cultur zu Fulda wesentliche Verdienste erworben; vor allem sichern ihm sein Eifer für das Bauwesen und das, was damals auf diesem Gebiete dort geschaffen wurde, einen bleibenden Namen in der deutschen Kunstgeschichte. Unter der Leitung des baukundigen Mönches Racholf ließ er die prachtvolle Klosterbasilika vollenden und mit zwei Krypten versehen, so daß am 1. Nov. 819 der Bau von dem Erzbischof Heistulf von Mainz feierlich eingeweiht werden konnte. Das bedeutendste in dieser Hinsicht ist aber jene unter ihm mit Anwendung sinnreicher Construction erbaute Rotunde, dem heil. Michael geweiht (15. Jan. 822), die, heute noch im wesentlichen erhalten, ein kunstgeschichtliches Denkmal von unschätzbarem Werthe ist. (S. Schnaase, Gesch. d. bild. Künste III. 539—41.) Auch ließ er den Leichnam des heil. Bonifacius in ein neues prächtiges Grab übertragen und begann noch mit dem Bau eines neuen ausgedehnteren Klostergebäudes. Durch derartige Leistungen bekam Fulda den Ruf einer hohen Schule der Baukunst, so daß Einhard, der mit E. in näheren Beziehungen gestanden zu haben scheint, damals einen Vertrauten nach Fulda schickte, um sich über eine dunkle Stelle des Vitruv Aufklärung zu verschaffen. Aber auch in litterarischer Hinsicht hat sich E. namhaft gemacht durch die Lebensbeschreibung seines väterlichen Lehrers und Erziehers Sturm eine warme, aber doch schlichte und einfache Darstellung und für die Anfänge von Fulda werthvolle Geschichtsquelle (Ausgabe in den Mon. Germ. SS. 11. 365—77). Er selbst ordnete die jährliche Vorlesung dieses Lebens an Sturms Gedächtnißtag an. Auch E. selbst hat dann an dem Fulder Mönche Bruun mit dem Beinamen Candidus einen würdigen Biographen und zwar in prosaischer und in metrischer Form gefunden; außerdem feierte noch Eigils großer Schüler und Nachfolger Hrabanus Maurus in Versen seine trefflichen Eigenschaften.

    • Literatur

      Neueste Ausgabe der Vita Eigilis mit biographischer Einleitung bei Migne, Patrol. curs. compl. tom. CV. p. 381—422. — Schannat, Historia Fuldensis. p. 96—99. — Ueber Eigils Wahl zum Abt s. Jahrbücher d. fränk. Reichs unter Ludwig d. Fr. von B. Simson. Bd. I. Excurs II. S. 371—76.

  • Autor/in

    Th. Henner.
  • Empfohlene Zitierweise

    Henner, Theodor, "Eigil" in: Allgemeine Deutsche Biographie 5 (1877), S. 749-750 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118688359.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA