Lebensdaten
1518 – 1569
Geburtsort
Wil (Kanton Sankt Gallen, Schweiz)
Sterbeort
Einsiedeln (Schweiz)
Beruf/Funktion
Fürstabt von Einsiedeln ; Benediktiner ; Mönch ; Fürstabt
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 135754631 | OGND | VIAF: 55372421
Namensvarianten
  • Joachim
  • Joachim Eichhorn
  • Eichhorn, Joachim
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Zitierweise

Eichhorn, Joachim, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd135754631.html [07.02.2023].

CC0

  • Genealogie

    V Heinrich, Bürger zu Wil;
    B Peter ( 1563), Benediktiner in St. Gallen, dort 1542 Statthalter u. 1547 Dekan, wurde 1550 v. den 8 kath. Orten der Eidgenossenschaft dem Zisterzienserkloster Wettingen aus Reformgründen als Abt aufgezwungen u. als solcher schließlich auch v. Bischof v. Konstanz u. v. Generalabt v. Citeaux bestätigt (s. HBLS).

  • Biographie

    E. trat 1535 als einer der ersten Novizen nach der Glaubensspaltung in das Benediktinerkloster Einsiedeln ein, legte 1536 die Profeßgelübde ab, wurde 1541 Priester und am 28.3.1544 mit erst 26 Jahren zum Abt gewählt. Sein erstes Bestreben ging darauf aus, die durch die Glaubenswirren erschütterten Rechte des Klosters mit Hilfe des eidgenössischen Schirmortes Schwyz zu erneuern. Damit schuf er die wirtschaftlichen Grundlagen für einen neuen Konvent. Unter seiner Amtszeit mehrte sich die Zahl der Konventherren um 21, von denen ein Teil zur Ausbildung an die Universitäten Dillingen und Freiburg (Breisgau) geschickt wurde. Mit starker Hand und klugem Sinn leitete E. noch vor dem Konzil von Trient die innere Reform des Klosters und die Erneuerung der Wallfahrt in die Wege. 1549 schrieb er an Schwyz, er wolle in seinem Kloster „zucht und Ordnung und münchen, nitt buoben“. Sein erster Biograph, Ulrich Wittwiler, Abt von Einsiedeln 1585-1600, gab E. den Ehrentitel eines zweiten Stifters des Gotteshauses Einsiedeln. Vom 16.3. bis 6.8.1562 nahm E. als Vertreter der katholischen Orte der Eidgenossenschaft zusammen mit dem Laien Ritter Melchior Lussi von Stans am Konzil von Trient teil. Dort schrieb er einen „Tractatus de purgatorio“ (Manuskript in der Stiftsbibliothek Einsiedeln).

  • Literatur

    ADB V;
    R. Henggeler, Monasticon Benedictinum Helvetiae III (Profeßbuch d. Fürstl. Benediktinerabtei U.L.F. zu Einsiedeln), 1933 (auch zu B Peter);
    R. Tschudi, Das Kloster Einsiedeln unter d. Aebten Ludwig II., Blarer u. J. E. 1526-69, 1946;
    LThK. – Zu B Peter: R. Henggeler, Monasticon Benedictinum Helvetiae I (Profeßbuch d. Fürstl. Benediktinerabtei d. Hl. Gallus u. Otmar zu St. Gallen), 1929.

  • Autor/in

    Willy Keller
  • Zitierweise

    Keller, Willy, "Eichhorn, Joachim" in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 380 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd135754631.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Biographie

    Eichhorn: Joachim E., Abt in Einsiedeln, geb. 1518 zu Wil (im St. Galler Fürstenland), 13. Juni 1569. Nachdem unter dem Einflusse der schweizerischen Reformation in Einsiedeln das klösterliche Leben gleichfalls thatsächlich nahezu völlig aufgehört hatte, dann auch nach der Reaction von 1531 unter dem Abte Ludwig Blaarer von Wartensee bis zu dessen Tode 1544 nur geringe Fortschritte machte — mit mehr Erfolg war ein anderer des gleichen Geschlechtes, Diethelm, seit 1532 in St. Gallen für die Reorganisation seines Klosters als Abt thätig —, trat nach Ludwigs Absterben, als der jüngste der vier in Einsiedeln vorhandenen Mönche, E. an die Spitze des Klosters. Es gelang Abt Joachim, für die Existenz des Klosters Einsiedeln durch geschickte Fürsorge von neuem eine Grundlage zu schaffen, dergestalt, daß er als zweiter Begründer von der klösterlichen Ueberlieferung gerühmt wird (ähnlich thätig war sein Bruder Peter als Abt des Cistercienserklosters Wettingen bei Baden). Entfremdete Güter zog E. wieder herbei, zahlte Schulden ab, führte in Einsiedeln selbst und in dazu gehörigen Plätzen ansehnliche Bauten aus, hob die Oekonomie in jeder Weise, sorgte aber auch für die Herstellung der klösterlichen Zucht und vermehrte den Convent. Insbesondere jedoch zählt E. insofern zu den hervorragendsten Vertretern der beginnenden Gegenreformation in der Schweiz, daß er 1562, auf einer Conferenz der Prälaten in Rapperswil dazu bestimmt, als geistlicher Abgesandter der katholischen Eidgenossen neben dem Nidwaldner Landammann Lussi, sich auf das Concil von Trient begab. Allerdings mußte er Trient wegen Erkrankung vor der Beendigung der Kirchenversammlung wieder verlassen und in den besten Jahren entzog ihn der Tod seiner eifrigen Thätigkeit; aber durch ihn war Einsiedeln als ein dauerhaftes Glied der auf neuen Grundlagen geeinigten alten Kirche der Schweiz bleibend gewonnen.

    • Literatur

      Vergl. Christ. Hartmann, Annales Heremi Deiparae Matris (Freib. i. B. 1612) S. 458—461.

  • Autor/in

    Meyer von Knonau.
  • Zitierweise

    Meyer von Knonau, "Eichhorn, Joachim" in: Allgemeine Deutsche Biographie 5 (1877), S. 730 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd135754631.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA