Lebensdaten
1822 bis 1877
Geburtsort
Blankenburg (Harz)
Sterbeort
Buffalo (New York)
Beruf/Funktion
US-General ; Publizist
Konfession
-
Normdaten
GND: 1035153777 | OGND | VIAF: 2347541
Namensvarianten
  • Steinwehr, Adolph Wilhelm August Friedrich von
  • Steinwehr, Adolph von
  • Steinwehr, Adolph Wilhelm August Friedrich von
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Zitierweise

Steinwehr, Adolph von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd1035153777.html [24.11.2020].

CC0

  • Genealogie

    Aus seit 1321 nachweisbarer Fam., v. a. in Pommern, auch in d. Neumark u. um Magdeburg begütert;
    V Friedrich (1781–1841 aus Berlin, Major in hzgl. braunschweig. Feldkorps, S d. Friedrich Wilhelm (1733–1809, aus Deetz (Kr. Soldin), preuß. Gen.lt., erhielt 1778 d. Orden Pour le mérite (s. Priesdorff II, S. 437 f., Nr. 914), u. d. Charlotte Luise Hedwig v. Below a. d. H. Saleste (1755–93);
    M Ernestine v. Glöden (1790–1873);
    Ov Wilhelm Ludwig Bogislav (1774–1854), preuß. Gen.lt. (s. Priesdorff IV, S. 285–87, Nr. 1327);
    Schw Ernestine Louise Adolphine Augusta Henriette (* 1824);
    New Orleans (Louisiana, USA) 1851 Mary Florence Murell (1829–1905), lebte seit 1872 mit d. Töchtern in Koblenz, zuletzt in Frankfurt/M.;
    3 S (1 früh †) William (eigtl. Bogislaus) (1853–1915), Guido (1860–1904, 3 T (1 früh †) Ernestine (1852–1942, ⚭ Maximilian v. Werner), Hildegard (1854–1907, ⚭ N. N. Frhr. v. Meysenburg); Verwandter Kurt (1871–1952?), Ing. in Köln, Fam.forscher. (s. L).

  • Leben

    |Der vielseitig begabte S. folgte mit seiner militärischen Ausbildung einer Familientradition. 1839 trat er in das braunschweig. Kadettenkorps ein (Portepee-Fähnrich 1840, Sekonde-Lt. 1841), reichte aber 1846 wegen schlechter Karriereaussichten seinen Abschied ein und emigrierte nach Alabama (USA). Nachdem er hier seine Absicht erklärt hatte, amerik. Staatsbürger zu werden, nahm er als Freiwilliger am Krieg gegen Mexiko teil (1846–48) und diente im Coast und Geodetic Survey. Als seine Bemühungen um ein Patent im amerik. Heer ohne Erfolg blieben, kehrte S. 1852 nach Braunschweig zurück. 1854 ging er erneut in die USA, wo er sich in Wallingford (Connecticut) als Landwirt niederließ. 1858–60 lebte er als Architekt und Ingenieur in Albany (New York) und entwarf die Pläne für das dortige Arsenal (1858) und den Umbau der ref. Kirche.

    Im amerik.amerikanisch Bürgerkrieg 1861–65 unterstützte S. wie die meisten dt. Einwanderer die Nordstaaten. In New York City stellte er aus Freiwilligen das 29. New York Infanterie Rgt. (1. Dt. Infanterie Rgt.) zusammen und übernahm die Stellung des Kommandeurs. Seit Okt. 1861 Kommandeur der 2. Brigade der 3. Division nahm S. 1862 an der Schlacht von Bull Run teil. Als Kommandeur der 2. Division des 11. Korps zeichnete sich S. 1863 in weiteren Schlachten (Chancellorsville, Gettysburg, Chattanooga) aus, verlor aber bei einer Reorganisation der Unionsarmee seine Stelle und nahm 1865 seinen Abschied.

    1871–74 lebte S. in New Haven (Connecticut) und unterrichtete 1872/73 Militärwissenschaft an der Yale University. 1874–76 nahm er seinen Wohnsitz in Cincinatti (Ohio) und schuf sich als Verfasser geographischer Schulbücher und Karten sowie als Herausgeber des umfangreichen enzyklopädischen Handbuchs „The Centennial Gazetteer of the United States“ (1873) einen Namen als Sachbuchautor. S. starb während einer Geschäftsreise in Buffalo.

  • Auszeichnungen

    A Denkmal v. J. Zeiser, mit Medaillon, 1898 (1995 erneuert) (Albany, Rural Cemetery);
    Steinwehr Avenue (Gettysburg, Pennsylvania).

  • Literatur

    H. A. Rattermann, in: Der dt. Pioneer 9, 1877, S. 17–29 u. 160–66;
    G. P. Körner, Das dt. Element in d. Vereinigten Staaten v. Nordamerika 1818–1848, 1880, Nachdr. 1986, S. 152–54;
    H. J. Ruetenik, Berühmte dt. Vorkämpfer f. Fortschritt, Freiheit u. Friede in Nordamerika, 1899, S. 389–93 (P);
    New York Monuments Commission, Final Report on the Battlefield of Gettysburg, III, 1902, S. 1345 f.;
    W. Kaufmann, Die Deutschen im amerik. Bürgerkrieg, 1911, S. 470–72;
    E. J. Warner, Generals in Blue, Lives of the Union Commanders, 1964, S. 530 f.;
    P. L. Faust (Hg.), Historical Times Illustrated Enc. of the Civil War, 1986, S. 792 (P);
    L. Tagg, The Generals of Gettysburg, 1998, S. 131 f.;
    C. B. Keller, in: Enc. of the American Civil War, IV, 2000, S. 2038 f.;
    E. Niewöhner, in: Brücken in e. neue Welt, Ausst.kat. d. Hzg. August Bibl., 2000, S. 221–26;
    J. H. u. D. J. Eicher, Civil War High Commands, 2001, S. 508, 655, 729 u. 860;
    H. A. Pohlsander, A Life in Images, The remarkable Life of a General, in: Military Images, Sept./Okt. 2001, S. 21–23 (P);
    ders., A. S., A neglected Civil War General, in: The Report 45, 2004, S. 81–95;
    Braunschweig. Biogr. Lex. I;
    - Qu Nat. Archives, Washington D. C.;
    StadtA Freiburg (Br.);
    StadtA Braunschweig;
    Niedersächs. StA Wolfenbüttel;
    Nordrhein-Westfäl. StA Münster;
    New York Historical Soc.;
    Western Reserve Historical Soc., Cleveland;
    Family History Library, Salt Lake City;
    W-Verz.:
    Nat. Union Catalog, 1956, S. 567, 1978, S. 219–21;
    zur Fam.:
    Kurt v. Steinwehr, Slg. v. Btrr. z. Gesch. d. Fam. v. S., 2 Bde., 1900/06 (P).

  • Autor/in

    Hans A. Pohlsander
  • Empfohlene Zitierweise

    Pohlsander, Hans A., "Steinwehr, Adolph von" in: Neue Deutsche Biographie 25 (2013), S. 232-233 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd1035153777.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA