Lebensdaten
1851 bis 1927
Geburtsort
Hohenelbe (Vrchlabí, Böhmen)
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Ingenieur ; Unternehmer ; Verfahrenstechniker
Konfession
-
Normdaten
GND: 1035825201 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Steffen, Carl Emanuel
  • Steffen, Karl
  • Steffen, Carl
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Zitierweise

Steffen, Carl, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd1035825201.html [15.11.2019].

CC0

  • Genealogie

    Aus böhm. Fabrikantenfam., die sich mit d. Bleicherei befaßte;
    V N. N.; Industr., Privatier;
    M N. N.;
    N. N.;
    1 S Karl (1874–1926, Ing., in S.s techn. Büro in W. beschäftigt.

  • Leben

    Nach Besuch der Mittelschule in Böhm. Kamnitz nahm S. 1869 ein Ingenieur- und Maschinenbaustudium an der TH Brünn auf. 1870 ging er nach Wien, wo er sich zwar am Polytechnischen Institut einschrieb, aber überwiegend für Prager und Wiener Unternehmen im kaufmännischen Bereich praktisch tätig war. Ohne Abschluß verließ er 1872 das Institut und ging für ein knappes Jahr in die USA. Nach seiner Rückkehr gründete S. ein technisches Büro in Wien, in dem später auch sein Sohn tätig war. Anfangs beschäftigte sich S. mit der Weiterentwicklung von Stahlherstellungsverfahren und konstruierte einen neuartigen Martinsofen, seit den 1880er Jahren wurde die Rübenzuckerindustrie, die gerade in eine rasante technische Entwicklungs- und Wachstumsphase eintrat, zu seinem Hauptbetätigungsfeld. Bei der Entwicklung und technischen Umsetzung neuer Zuckergewinnungsverfahren zeigte S. eine seltene Vielseitigkeit. Er entwickelte und patentierte Verfahrensinnovationen, führte diese erfolgreich in die Praxis ein und war als Aktionär an einigen österr. Zuckerfabriken beteiligt. Über 50 Zuckergewinnungsverfahren sowie der Bau und die Modernisierung von weit über 100 Zuckerfabriken gehen auf seine Initiative zurück. In der Zuckerfabrik Chropin (Chropyně, Mähren) – hier war S. auch Verwaltungsratsmitglied – unterzog er viele seiner Entwicklungen einem ersten Praxistest. Schwerpunkte seiner breitgefächerten Tätigkeit waren die Melasseentzuckerung, die Rohzuckerreinigung und die Saftgewinnung. Wichtigste Auftraggeberin war aufgrund ihrer wirtschaftlichen Bedeutung die dt. Zuckerindustrie. Eng arbeitete S. mit dem Kölner Zuckerunternehmen Pfeifer & Langen sowie der auf die Ausrüstung von Zuckerfabriken spezialisierten Braunschweigischen Maschinenbauanstalt (BMA) zusammen. Seine Vielseitigkeit stellte er im 1. Weltkrieg unter Beweis, als er kriegswichtige Verfahren zur Herstellung von Trockenkartoffeln und Mastfutter (u. a. durch Aufschließung von Stroh und Mais), zur Gewinnung von Kartoffelstärke sowie von Hefe und Glyzerin aus Melasse entwickelte. Der bis ins hohe Alter tätige S. erwarb sich mit seinen Neuerungen große Verdienste um die Entwicklung der Rübenzuckerindustrie; von ihm entwickelte Verfahren wurden in ganz Europa angewandt.

  • Werke

    W Patente Nutschbatterie z. Gewinnung v. weißem Zucker aus Rohzucker, DRP 31486, 1884 (mit|R. Raymaeckers);
    Auslauge-Batterie f. Zucker oder Zuckerfüllmasse, DRP 43484, 1887;
    Verfahren z. systemat. Verkochen v. Zuckersäften auf Korn, DRP 58191, 1890;
    Verbessertes Verfahren u. Vorrichtung z. Herstellung reiner, konzentrierter Rübenpreßsäfte u. zuckerreicher Preßrückstände, brit. Patent 5439, 1903 („Steffen`sches Brühverfahren“);
    Verfahren z. Rohsaftgewinnung u. Erzielung zuckerhaltiger Nährstoff-Rückstände mittels e. in e. Mehrkörperbatterie auszuführenden Auslauge- u. Diffusionsvorgangs, DRP 217303, 1907.

  • Literatur

    Zs. f. d. Zuckerindustrie d. czechoslovak. Rep. 51, 1927, S. 417;
    Jahr- u. Adreßbuch d. Zuckerfabriken Europas, hg. v. C. A. Schallehn, 1928/29, S. 7–9 (P);
    Aus d. Lebenserinnerungen v. E. O. v. Lippmann IX, bearb. v. G. Bruhns, in: Zuckerindustrie 113, 1988, S. 978–81;
    J. Baxa u. G. Bruhns, Zucker im Leben d. Völker, Eine Kultur- u. Wirtsch.gesch., 1967, S. 189;
    ÖBL;
    Qu
    Techn. Mus. Wien, Archiv (P);
    Univ.archiv TU Wien.

  • Autor/in

    Dirk Schaal
  • Empfohlene Zitierweise

    Schaal, Dirk, "Steffen, Carl" in: Neue Deutsche Biographie 25 (2013), S. 110-111 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd1035825201.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA