Lebensdaten
1901 bis 1974
Geburtsort
Offenburg (Baden)
Sterbeort
Freiberg (Sachsen)
Beruf/Funktion
Chemiker
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 107518473 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Stather, Franz Anton Friedrich
  • Stather, Friedrich
  • Stather, Franz Anton Friedrich
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Zitierweise

Stather, Friedrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd107518473.html [16.06.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Friedrich (1860–1929, Expeditionsassistent b. d. Bad. Eisenbahn, S d. Vinzenz, Bierbrauer, Landwirt;
    M Luise Ries (1876–1962;
    1926 Lina Elisabeth (1902–92, aus Mühlhausen (Elsaß), T d. Friedrich Oskar Mangold (1873–1940, Baukaufm.;
    2 T Ursula (* 1928, Joachim Agst, * 1925, Dipl.Ing., Prof. f. Metallhüttenkde. in Duisburg), Chemotechnikerin, Dorothèe (* 1931, Hans-Joachim Jahn, * 1927, Dr. rer. nat., Dipl.-Chem.), Dr. rer. nat., Dipl.-Chem.

  • Leben

    S. besuchte die Gymnasien in Offenburg und Lörrach und studierte nach dem Abitur (1920) Chemie an der Univ. Freiburg (Br.). 1923 wechselte er als Doktorand von Max|Bergmann (1886–1944) an das KWI für Lederforschung in Dresden und wurde 1924 an der Univ. Berlin mit der Arbeit „Eine neue Art der Disaccharidbildung“ promoviert. Bis 1930 verblieb S. am KWI und habilitierte sich 1929 für organisch-technische Chemie, insbes. Gerbereichemie. An der TH Dresden wurde er zum Privatdozenten ernannt (seit 1935 apl. Prof. f. Gerbereichemie u. – technologie). 1930 wurde S. zum Direktor der „Dt. Versuchsanstalt für Lederindustrie“ in Freiberg (Sachsen) berufen. Dieser Einrichtung wurde 1938 die benachbarte „Dt. Gerberschule“ angegliedert. Die so entstandene „Dt. Versuchsanstalt und Fachschule für Lederindustrie“ leitete S. bis Kriegsende 1945. Da er weder Mitglied der NSDAP noch einer ihrer Organisationen gewesen war, wurde S. in der SBZ unmittelbar nach dem Krieg erneut die Direktion dieser Lehr- und Forschungsstätte (1946 umbenannt in Dt. Lederinstitut) übertragen, die er bis zu seinem Ruhestand 1966 beibehielt.

    Seit seiner Tätigkeit am KWI galt S. als ausgewiesener Fachmann auf dem Gebiete der Rohhautschäden und ihrer Vermeidung. In Freiberg folgten bald Arbeiten auf nahezu allen Gebieten der Gerbereichemie. S.s zahlreiche Publikationen vermittelten wiss. Erkenntnisse mit hoher Praxisrelevanz und fanden international große Beachtung wie z. B. die Arbeiten über die Beziehungen zwischen der Gerbwirkung synthetischer Gerbstoffe und ihrer Konstitution, die zu neuen Herstellungsvorschriften für die industrielle Großproduktion führten. Verdienste erwarb sich S. auch durch sein Hinwirken auf normierte Gütestandards für Leder und geeignete Prüfmethoden (Freiberger Güterichtlinien) für deren Festlegung.

    Gemeinsam mit Martin Gierth (1898–1985) besorgte S. 1930 die Übersetzung des amerik. Standardwerks von J. A. Wilson „The Chemistry of Leather Manufacture“ (Die Chemie d. Lederfabrikation). 1934 erschien sein Buch „Haut- und Lederfehler“ ( 21952). Die größte Beachtung fand sein Werk „Gerbereichemie und Gerbereitechnologie“ (1948, 41966), das bis heute ein unverzichtbares Nachschlagewerk ist. In seinem Buch „Leder und Kunstleder“ (1949, 31959) stellte S. die Eigenschaften beider Materialien einander gegenüber.

  • Auszeichnungen

    A Hervorragender Wiss. d. Volkes (1955); o. Mitgl. d. Sächs. Ak. d. Wiss. (1958) u. d. Ak. d. Wiss. d. DDR (1964); Ehrenmitgl. d. Ver. Österr. Gerbereitechniker (1964); Berzelius-Medaille d. Schwed. Ak. d. Wiss. Stockholm (1967); d. Ver. f. Gerberei-Chemie u. -Technik (1967).

  • Literatur

    Jb. d. Sächs. Ak. d. Wiss. Leipzig 1973/74, S. 252–74 (W-Verz., P);
    G. Reich, Der letzte Enzyklopädist d. Gerbereiwiss., Erinnerungen an F. S., in: Leder u. Häutemarkt 2001, H. 11, S. 38 f. (P);
    Kürschner, Gel.-Kal. 1931–1970;
    Pogg. VI–VIII;
    Professoren TU Dresden.

  • Autor/in

    Günter Reich
  • Empfohlene Zitierweise

    Reich, Günter, "Stather, Friedrich" in: Neue Deutsche Biographie 25 (2013), S. 75-76 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd107518473.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA