Lebensdaten
1829 bis 1899
Geburtsort
Osnabrück
Beruf/Funktion
Jurist
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 117347906 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Struckmann, Johannes Gerhard Moritz
  • Struckmann, Johannes
  • Struckmann, Johannes Gerhard Moritz
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Zitierweise

Struckmann, Johannes, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117347906.html [21.05.2019].

CC0

  • Genealogie

    Aus mit Hemme Struickmann seit 1577 nachweisbarer Fam.;
    V Gustav (1796–1840), Jur., 1822 JR an d. Justizkanzlei f. d. Fst. Osnabrück, 1822 Wirkl.|JR, Dr. iur. h. c. Leipzig (s. NND 18; Biogr. Hdb. Osnabrück), wohl S d. Johann Gerhard (1759–1831), Jur., Sekr. d. Magistrats in O., 1813 Mitgl. d. provisor. Reg.komm. f. d. Fst. Osnabrück, Reg.rat b. d. Landdrostei (s. NND IX), u. d. Margarethe Elisabeth Struckmann;
    M Sophie Charlotte Weber;
    B Gustav (1837–1919), Jur., RA, 1875 Bgm., 1885 OB v. Hildesheim, Ehrenbürger ebd., Abg. d. hann. Provinzial-LT, 1879–1909 Mitgl. d. preuß. Herrenhauses, Vf. v. „Lebenserinnerungen“, 1991 hg. v. S. Lesemann (s. Wi. 1918; DBJ II, Tl.; Biogr. Lex. Burschenschaft; RT-Abg. Liberale; Hildesheimer Lit.lex.), Hermann (1839–1922), Jur., beteiligt an d. Kodifikation d. BGB, 1877 Hilfsarb. v. Gottfried Planck, Kommissar d. Reichsreg. b. d. Verhh. d. 2. Komm. u. Kommissar d. Bundesrats im RT, Dr. iur. h. c., Göttingen 1896;
    – ⚭ Maria Gruner (1834–99), aus O.;
    1 S , 4 T; N Anna (1872–1958, Bruno Snell, 1896–1986, o. Prof. d. klass. Philol. in Hamburg, s. NDB 24).

  • Leben

    Nach der Allgemeinen Hochschulreife 1847 am Ratsgymnasium Osnabrück studierte S. Rechtswissenschaften in Berlin, Heidelberg und Göttingen. Im März 1851 wurde er Amtsauditor in Hannover. 1854 legte er die 2. jur. Staatsprüfung mit dem Prädikat „ausgezeichnet“ ab und wurde zum Gerichtsassessor in Osnabrück ernannt. 1857–59 war S. am Obergericht in Celle, im Justizministerium Hannover, bei der Staatsanwaltschaft des Obergerichts in Hannover sowie als Richter am Amtsgericht Wennigsen als Gerichtsassessor beschäftigt. Seit 1860 war S. als Obergerichtsassessor zunächst in Celle, 1862–66 in Hannover tätig. Im selben Zeitraum war er Sekretär der Kommission zur Ausarbeitung einer „allgemeinen Civilproceßordnung für die dt. Bundesstaaten“. Die Arbeiten dieser Kommission bildeten die Grundlage für die Zivilprozeßordnung des Dt. Reiches, die am 1. 10. 1879 in Kraft trat.

    1866 ließ sich S. mit gleichbleibender Funktion in den preuß. Staatsdienst versetzen, 1870 wurde er als Rat an den Rhein. Appellationsgerichtshof in Köln berufen und 1872 dort zum Obertribunalsrat befördert. Seit 1879 war S. Präsident des Landgerichts Hildesheim, nachdem er seit 1878 als Mitglied des Oberverwaltungsgerichts in Berlin auch auf dem Gebiet des öffentlichen Rechts gewirkt hatte. 1879 zum Geheimen Oberjustizrat befördert, war er zugleich als Rat am Oberverwaltungsgericht Berlin tätig. 1886 wurde er zum Präsidenten des Oberlandesgerichts Kiel und 1887 zum Präsidenten des Oberlandesgerichts Köln ernannt.

    Neben seiner Tätigkeit in der Justiz war S. auch politisch aktiv: 1867–70 war er Mitglied des preuß. Abgeordnetenhauses (Wahlkreis Hona-Nienburg) und 1874–78 Reichstagsabgeordneter (Wahlkreis Melle-Diepholz). Als Mitglied der nationalliberalen Partei wurde er in die Reichsjustizkommission gewählt und war dort maßgebend an den Verhandlungen zum Gerichtsverfassungsgesetz und der Zivilprozeßordnung beteiligt. Seit 1877 gab S. zusammen mit dem späteren Reichsbankpräsidenten Richard Koch (1834–1910) einen Kommentar zur Zivilprozeßordnung heraus, der bis zu seinem Tod in sieben Auflagen erschien und auch nach seinem Tod noch von Koch bis zur neunten Auflage 1910 fortgeführt wurde. Daneben veröffentlichte er weitere Beiträge insbesondere zum Verfahrensrecht. S. war Mitglied in vielen Vereinen, u. a. seit 1888 Vorsitzender des Vereins zur Förderung kolonialer Interessen.

  • Auszeichnungen

    A Dr. iur. h. c. (Leipzig 1879); preuß. Kronenorden mit d. roten Kreuz (1871); Stern z. preuß. Roten Adlerorden 2. Kl. mit Eichenlaub (1892); Ehrengroßkreuz u. Verdienstorden d. oldenburg. Hauses (1896); preuß. Kronenorden 2. Kl. (1897); Ehrenmitgl. d. Berliner Jur. Ges. (1899).

  • Werke

    Entwurf e. allg. dt. Civilproceßordnung, Nach d. v. d. dt. Civilproceß-Commission zu Hannover bei d. ersten Lesung gefaßten Beschlüssen, 1864 (mit G. R. Peterssen);
    Entwurf e. allg. Civilproceßordnung f. d. dt. Bundesstaaten, Nach d. v. d. dt. Civilproceßcommission zu Hannover bei d. zweiten u. letzten Lesung gefaßten Beschlüssen, 1866;
    Die preuss. Ausführungsgesetze zu d. Reichs-Justizgesetzen, 1879 (mit R. Koch);
    Gestattet d. R. C. P. O. e. Abweisung d. Klage in angebrachter Art wegen ungenügender Substantiierung?, in: Zs. f. dt. Zivilprozeß 2, 1881, S. 224–44;
    Ueber d. wiss. Konstruktion d. Grundsatzes d. § 528 Absatz 2 d. Civilprozessordnung, ebd. 6, 1883, S. 391–407;
    Geltendmachung v. Einwendungen gegen d. Bestand d. Kostenerstattungspflicht im Kostenfestsetzungsverfahren, ebd., S. 408–18;
    Der Grundsatz d. Mündlichkeit in d. Verfahren nach Erlass e. bedingten Endurteils, in: Magazin f. d. dt. Recht d. Gegenwart 3, 1883, S. 307–43.

  • Literatur

    Hermann Struckmann, Gesch. d. Fam. S. aus Osnabrück, 1909;
    R. Koch, in: DJZ 4, 1899, S. 229 f.;
    Archiv f. d. Zivil- u. Kriminalrecht d. Kgl.-Preuss. Rheinprovinzen 95, NF 88, 1900, S. I–VIII;
    W. Rothert (Hg.), Allg. hann. Biogr. 1, 1912 (P);
    H. Kalkoff (Hg.), Nationallib. Parl. 1867–1917 d. RT u. d. Einzellandtage, 1917 (P);
    Biogr. Hdb. Preuß. Abg.haus I;
    Biogr. Lex. Burschenschaft;
    Niedersächs. Juristen;
    RT-Abg. Liberale;
    Kölner Köpfe (P).

  • Autor/in

    Katrin Bayerle
  • Empfohlene Zitierweise

    Bayerle, Katrin, "Struckmann, Johannes" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1979), S. 25 587-588 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117347906.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA