Lebensdaten
1713 bis 1767
Geburtsort
Halle (Saale)
Sterbeort
Riga
Beruf/Funktion
Historiker
Konfession
evangelisch?
Normdaten
GND: 134087313 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Arndt, Johann Gottfried
  • Arnd, Jean Godefroi
  • Arnd, Johann Gottfried
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Quellen(nachweise)

Orte

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Zitierweise

Arndt, Johann Gottfried, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd134087313.html [17.09.2019].

CC0

  • Leben

    Arndt: Johann Gottfried A., livländischer Geschichtschreiber, geb. zu Halle 1713, 1767, besuchte Waisenhaus und Universität daselbst, 1738 Hauslehrer in Livland, 1740 Rector der Schule zu Arensburg auf Desel. Seit 1747 Conrector am kaiserlichen Lyceum zu Riga, entfaltete er rege schriftstellerische Thätigkeit, verfaßte Aufsätze für die „Gelehrten Beiträge zu den Rigaer Anzeigen" 1762 bis 67 und mehrere schönwissenschaftliche Abhandlungen; von Bedeutung ist allein seine „Liefländische Chronik.“ Im 1. Theil: „L. unter seinen ersten Bischöfen“ (Halle 1747 fol.), übersetzte er die kürzlich wieder aufgefundene und herausgegebene lateinische Chronik Heinrichs von Lettland (13. Jahrh.) und ergänzte eine nicht unbedeutende Lücke derselben aus der werthvollen Skodaiskischen Hs. zu Riga. Der 2. umfangreichere Theil: „L. unter seinen Herren Meistern“ (das 1753), behandelt die Geschichte Livlands bis zum Untergang der Selbständigkeit (1562), beruht auf einer langen Reihe einheimischer und auswärtiger Chronisten, auch auf einigen (gegenwärtig veröffentlichten) handschriftlichen Chroniken, besonders aber auf Urkunden, die A. in den Archiven der Städte Riga, Reval, des kurländischen Herzogthums und vieler Adelsfamilien benutzte und theils in Auszügen aneinander reihte, theils vollständig abdruckte. Er verfügte über reichen Stoff und große Litteratur, die mit Umsicht verwerthet ist; mit außerordentlicher Gelehrsamkeit und großem Fleiß verband A. im ganzen wenig Kritik, Versuche dazu finden sich besonders in seinen genealogischen und numismatischen Untersuchungen in den Noten. Die Kenntniß der Geschichte Livlands stützte sich viele Decennien lang ausschließlich auf ihn, noch heute wird er vielfach überschätzt; gegenwärtig ist sein Werk ganz veraltet und nur noch wegen des Abdrucks wichtiger, bisher nur durch ihn zugänglicher Urkunden aus dem 15. und 16. Jahrhundert zu berücksichtigen. Ein versprochener 3. Theil der Chronik ist trotz einer ausgesetzten Prämie nicht zu entdecken gewesen.

    • Literatur

      Livl. Schriftstellerlexikon 1. 41 u. 42, das. Nachträge 13.

  • Autor/in

    Höhlbaum.
  • Empfohlene Zitierweise

    Höhlbaum, Konstantin, "Arndt, Johann Gottfried" in: Allgemeine Deutsche Biographie 1 (1875), S. 552-553 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd134087313.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA