Lebensdaten
1888 bis 1944
Geburtsort
Düsseldorf
Sterbeort
Germersheim (Pfalz)
Beruf/Funktion
General
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 126861722 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Sponeck, Hans Emil Otto Graf von
  • Sponeck, Hans Emil Otto von

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Zitierweise

Sponeck, Hans Graf von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/gnd126861722.html [25.05.2017].

CC0

Sponeck, Hans Emil Otto Graf von

General, * 12.2. 1888 Düsseldorf, 23. 7. 1944 (ermordet) Germersheim (Pfalz), Dahn (Pfalz) Ehrenfriedhof. (evangelisch)

  • Genealogie

    V Emil August Joseph Anton (1850–88), Soldat, S d. Wilhelm (1813–86), ghzgl. bad. Kammerherr, u. d. Elisabeth Freiin v. Reischach (1819–82); M Maria (1856–1927), T d. Otto Courtin, Oberlandger.rat, u. d. Mary Anne Barnes, aus Ceylon; UrGvm Josef Carl Frhr. v. Reischach (1768–1834), auf Immendingen, Hohenkrähen usw., k. k. Kammerherr; – 1) 1910 1937 Anneliese (1889–1961), T d. Ludwig Honrichs, Kaufm., 2) 1938 1944 Gertrud (1903–89 ), T d. Paul Könitzer, Oberst; 3 S Hans-Curt Carl (1911–99), Hans Wilhelm Otto (1913–42), Hans (* 1939), UN-Dipl., Dir. f. Europ. Angelegenheiten im UNDP-Büro, Genf (s. SZ v. 13. 11. 1998 u. 15. 2. 2000; FAZ v. 2. 1. 1999).

  • Leben

    Als Absolvent des Kadettenkorps (1898–1905 Karlsruhe, 1905–08 Lichterfelde b. Berlin) durchlief S. die typische militärische Vorausbildung der preuß. Armee und trat 1908 als Leutnant in das 5. Garde Grenadierregiment in Spandau ein. Seit 1913 Adjutant im II. Bataillon dieses Regiments, leistete er seit 1914 Kriegsdienst, wurde im Febr. 1915 an der Westfront verwundet und anschließend Adjutant im Infanterieregiment 262. Es folgte eine Verwendung als Kompaniechef im selben Regiment, seit 1916 bis zum Kriegsende als Generalstabsoffizier im Stab der Heeresgruppe Hzg. Albrechts von Württemberg (1917 Hauptmann). Nach dem Krieg folgten die Übernahme in das 100 000-Mann-Heer der Reichswehr und dort wie anschließend in der Wehrmacht bis 1938 Verwendungen als Kompaniechef, Bataillons- und Regimentskommandeur von Infanterieverbänden, als Generalstabsoffizier im Truppenamt sowie im Stab des Wehrkreiskommando III/3. Infanteriedivision in Berlin (1928 Major, 1932 Oberstlt., 1934 Oberst). 1937 wechselte er zur Luftwaffe und leistete Unterstützung beim Aufbau der Luftgaukommandos III (Berlin) und VII (München), bevor er im Nov. 1938 (Gen.major), wieder im Heer, als Kommandeur die 22. Infanteriedivision in Bremen übernahm, die teilweise für Luftlandeeinsätze ausgebildet und ausgerüstet wurde. Er führte sie (1940 Gen.lt.) bis in den Okt. 1941 im Krieg gegen Polen 1939, im „Westfeldzug“ 1940 und bei der verlustreichen Luftlandung bei Den Haag sowie im Aufmarsch zum Krieg gegen die Sowjetunion, im Juni 1941. Nach einem längeren,|krankheitsbedingten Urlaub übernahm er im Dez. 1941 die Führung des XXXXII. Armeekorps auf der zur Krim gehörenden Halbinsel Kertsch. Infolge der Anlandung sowjet. Truppen am 26. Dez. nahm er sein Korps zurück, verstieß damit gegen einen Haltebefehl Hitlers und wurde am 31. Dez. seines Kommandos enthoben. Ein Sondersenat des Reichskriegsgerichtes unter dem Vorsitz Hermann Görings verurteilte ihn am 23.1.1942 wegen „fahrlässigen Ungehorsames im Felde“ zum Tode. Offensichtlich wurde dieses Urteil, aufgrund einer Absprache des als beisitzenden Vertreters der Anklage fungierenden Generalobersten Curt Haase (1881–1943) mit Hitler, in sechs Jahre Festungshaft umgewandelt, die S. im Wehrmachtsgefängnis Germersheim antrat. Am 23.7.1944 wurde S. auf Weisung des Reichsführers SS, Heinrich Himmler, ermordet. Der Mord an ihm ist wohl u. a. mit seinem Eintreten für den Generaloberst Werner Frhr. v. Fritsch (1880–1939) im Zuge der sog. „Fritsch-Affäre“ 1938 zu erklären. Wegen der Mordumstände wurde S. zeitweilig dem militärischen Widerstand zugerechnet, obwohl er mit ihm nicht in Verbindung stand.

    Wie S. dem „Weltanschauungskrieg“ der Wehrmacht in der Sowjetunion gegenüberstand, ist strittig. Militärische Quellen belegen keinen Widerspruch gegen die radikale Art der dt. Kriegsführung. Mit seinem Rückzugsbefehl handelte er militärfachlich zweckmäßig. Fürsprache fand er dafür bei anderen Generalen nicht.

  • Auszeichnungen

    E. K. I. u. II. Kl. (1914), Spange (1939), Rr.kreuz (1940); bayer. Mil.-Verdienstorden IV. Kl. mit Schwertern; Rr.kreuz I. Kl. d. württ. Friedrichs-Ordens mit Schwertern; Rr.kreuz II. Kl. d. bad. Ordens v. Zähringer Löwen mit Schwertern; lipp. Kriegsverdienstkreuz; Verwundetenabzeichen in Silber (1918); Ehrenrr. d. Johanniterordens (1923), Rechtsrr. d. Johanniterordens (1931); Gen.-H.Gf.-S. Kaserne, Germersheim (1966).

  • Literatur

    E. Einbeck, Das Exempel Gf. S., Ein Btr. z. Thema Hitler u. d. Generale, 1970; P. Bockius, Gen. H. Gf. v. S., Soldat zw. Befehl u. Gehorsam, in: Kampftruppen/Kampfunterstützungstruppen, H. 6, 1999, S. 54–56; Die Tagebücher v. Joseph Goebbels, im Auftrag d. Inst. f. Zeitgesch. hg. v. E. Fröhlich, II, Diktate 1941–1945, Bd. 3, Jan.-März 1942, 1994; M. Messerschmidt, Die Wehrmachtjustiz 1933–1945, 2005; Munzinger; – Qu BA, Mil.archiv, Freiburg (Br.), Nachlaß N 437, Unterlagen z. Kriegsger.prozeß.

  • Autor

    Heiner Möllers
  • Empfohlene Zitierweise

    Möllers, Heiner, "Sponeck, Hans Graf von" in: Neue Deutsche Biographie 24 (2010), S. 736-737 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd126861722.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

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