Lebensdaten
gestorben 1524
Beruf/Funktion
trierischer Offizial ; Jurist
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 140128956 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Eck, Johann von der
  • Ecken, Johann von der
  • von der Eck, Johann
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Zitierweise

Eck, Johann von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd140128956.html [21.02.2019].

CC0

  • Genealogie

    Aus Trierer Patrizierfamilie;
    V Heinrich v. der E., Bgm. u. Schöffe in Trier;
    M Margaretha v. der Bouss.

  • Leben

    E. studierte 1502 in Bologna, wurde 1505 in Siena zum Dr. iur. utr. promoviert und 1506 in den Statuten der juristischen Fakultät Trier als Professor geführt. Bis 1521 war er Pfarrer von Sankt Gangolf (zuerst 1507 so genannt) und zugleich Personalist der Pfarrei Vallendar (1517–21), 1514 Rektor der Universität. Als Offizial ist er zuerst 1515 bezeugt gelegentlich einer Reise nach Rom, wo er mit Johann von Metzenhausen Ablässe für die Trierer Domkirche erwirkte und sich als Kommissar einen beträchtlichen Anteil an deren Ertrag sicherte. Nach der Schilderung des Nuntius Aleander war er „ein gelehrter, rechtgläubiger und in Ausführung der apostolischen und kaiserlichen Mandate höchst gewissenhafter Mann, der in Trier die ketzerischen Bücher so gründlich verbrannte, daß auch nicht eines übrig blieb“ (Depesche vom 17.4.1521). Als Rat des EB Richard von Greiffenklau 1521 in Worms, wurde er an Stelle des kaiserlichen Beichtvaters Glapion mit dem Verhör Luthers vor dem Reichstag betraut. Dieses leitete er am 17. und 18. April. Am 24.4. suchte er mit Cochläus in Gegenwart des Erzbischofs in einem Privatgespräch Luther zu gewinnen. Nach dem Scheitern der Verhandlungen hatte er am 25.4. Luther mitzuteilen, der Kaiser werde jetzt als Vogt der Kirche gegen ihn vorgehen. Im Juli 1521 weilte E. am Hofe in Brüssel, um die Vermittlung seines Erzbischofs im Konflikt des Kaisers mit Franz I. anzubieten. Am 7.9.1522 forderte er auf dem Marktplatz in Trier die bewaffnete Bürgerschaft zum Widerstand gegen Sickingen auf. Nach dessen Abzug ließ der Erzbischof auf Antrag der Stadt das Kloster Sankt Maximin abreißen und erzwang obendrein noch 600 Gulden von der Abtei. In dem von den Mönchen angestrengten Prozeß vertrat E. die Stadt und den Erzbischof beim Reichskammergericht in Eßlingen. E. war ein sehr sprachbegabter und formal gewandter Jurist, aber wie auch sein Erzbischof und manch anderer Vertreter der altkirchlichen Seite war er zu sehr Taktiker und zu wenig religiös, um Luther wirksam begegnen oder gar ihn gewinnen zu können.

  • Literatur

    ADB V;
    RTA, jüng. R. II, 1896;
    P. Kalkhoff, Die Depeschen d. Nuntius Aleander v. Wormser Reichstag v. 1521, 21897;
    ders., Der Wormser Reichstag v. 1521, 1922;
    A. Schulte, Die Fugger in Rom 1495-1523, 2 Bde., 1904;
    L. Keil, Das Promotionsbuch d. Artisten-Fak., in: Trier. Archiv, Erg.H. 16, 1917;
    J. Spoo, Der Trierer Offizial J. E. u. d. Kloster Maximin, in: Trier. Heimat 1, 1924/25, S. 30 f.;
    F. Friedländer u. C. Malagola, Acta nationis German. Univ. Bononiensis, 1887, S. 261, 5;
    F. Weigle, Die dt. Doktorpromotionen in Siena v. 1485-1804, in: Qu. u. F aus ital. Archiven u. Bibliotheken 33, 1944, S. 216.

  • Autor/in

    Erwin Iserloh
  • Empfohlene Zitierweise

    Iserloh, Erwin, "Eck, Johann von" in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 277 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd140128956.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Eck: Johann v. E., trierischer Official, 1524, vielfach (von Brower, Hontheim, Hist. dipl. Trev. II, 549. Prodr. 560; Wyttenbach, Tr. Gesch. III, 3; Müller, Tr. Chronik 1825, 284 f.) mit dem Ingolstädter Theologen identisicirt. Aufzeichnungen einer Verwandten (Memorial der Crispina v. Manderscheidt, 1630, abgedruckt bei Müller und Wyttenbach, Gest. Trev. Addit. III, 4 s.) bezeichnen ihn als Sprößling der alten trierischen Adelsfamilie von der Ecken (lat. ab Acie) und als Bruder des 1520 zum trierischen Stadtschultheiß gewählten Ludwig von der Ecken. Er war von Hause Jurist und bekleidete nach einem Protokoll der juristischen Facultät in Trier im J. 1515 einen Gesandtschaftsposten in Brabant; zugleich war er aber auch Priester, da er urkundlich in den Jahren 1511, 1515, 1518, 1521 als Pfarrer der St. Gangolfskirche in Trier bezeugt ist (Addit zu den Gesta Trev. a. a. O.). Im letztgenannten Jahre nahm ihn der Kurfürst Richard von Greiffenclou auf den Wormser Reichstag mit, wo E. Luther gegenübergestellt wurde. Nach dem Chronicon S. Maximiani(bei Hontheim, Prodr. II, 1037) starb er zu Ettlingen eines plötzlichen Todes, am 2. Decbr. 1524; er hatte sich nach derselben Quelle dorthin begeben, um die Sache Triers gegen die Abtei St. Maximin von der kaiserlichen Kammer zu vertheidigen. Weitere Angaben über Eck's Leben fehlen gänzlich. Ueber seinen Antheil an den Wormser Verhandlungen s. Marx, Erzstift Trier I, 175 ff.

  • Autor/in

    Kraus.
  • Empfohlene Zitierweise

    Brecher, Adolf, "Eck, Johann von" in: Allgemeine Deutsche Biographie 5 (1877), S. 596-602 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd140128956.html#adbcontent

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