Lebensdaten
1921 bis 2004
Geburtsort
Berlin
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Philosoph ; Kybernetiker
Konfession
-
Normdaten
GND: 118752383 | OGND | VIAF: 268117162
Namensvarianten
  • Stachowiak, Herbert
  • Stachowiak, H.

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Zitierweise

Stachowiak, Herbert, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118752383.html [15.08.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Adalbert, Ing.;
    M Auguste Hidding;
    1973 Brigitte Prästel, Lehrerin, Leiterin d. Büros e. privaten Abendgymn. in B.

  • Leben

    Nach dem Schulbesuch und einer Ausbildung zum Metallflugzeugbauer bei Hentschel erlangte S. die Hochschulreife (Abitur 1941) auf dem zweiten Bildungsweg an einem privaten Abendgymnasium in Berlin, das er in den 1960er Jahren mit seiner Ehefrau mehrere Jahre leitete. Seit 1946/47 studierte er Mathematik, Physik und Philosophie an der Univ. Berlin; als erster Kulturreferent des Studentenrats trug er 1947 die programmatische Ansprache „Das Wissenschaftsideal der akademischen Jugend“ zum 1. dies academicus vor. 1956 wurde er bei Eduard May (1905–56) an der FU Berlin mit einer Dissertation zur „Geschichte der Axiomatik“ zum Dr. phil. promoviert. Anschließend arbeitete er als Privatwissenschaftler mit Lehraufträgen und Lehrstuhlvertretungen sowie als wissenschaftlicher und pädagogischer Leiter eines Abendgymnasiums in Berlin. 1970 folgte seine Ernennung zum Honorarprofessor für Wirtschaftstheorie an der FU Berlin, 1973 der Ruf als o. Professor für Wissenschafts- und Planungstheorien an die Gesamthochschule (heute Univ.) Paderborn (em. 1986). 1973–77 war S. zudem – beurlaubt von seinem Lehrstuhl – Direktor des von Heinz Nixdorf gegründeten Instituts für logisch-semantische Lehrstoffanalysen am Forschungs- und Entwicklungszentrum für objektivierte Lehr- und Lernverfahren (FEoLL) in Paderborn.

    S. gilt als exponierter Vertreter des Neopragmatismus, dessen Grundlagen maßgeblich auf ihn zurückgehen (Systemat. Neopragmatismus, 1996). Bekannt wurde er v. a. durch seine breit rezipierte pragmatistische Modelltheorie (Denken u. Erkennen im kybernet. Modell, 1965, 21969, Nachdr. 1975; Allg. Modelltheorie, 1973), die aufzeigt, wie sich das Verständnis eines Modells als selbstverständlicher Bestandteil von Theoriebildung und Erkenntnisprozeß von der Antike bis ins 19. Jh. zu einem Abbildbegriff des Modells wandelte. Mit seinem Handbuch „Pragmatik“ (5 Bde., 1986–96, Nachdr. 1997) legte S. ein Gemeinschaftswerk von 95 Autoren vor, das sich mit der Geschichte und der zeitgenössischen Gestalt pragmatischen Denkens befaßte und dies im historischen Kontext und systematisch umfassend erörterte. Darüber hinaus widmete S. sich Themen aus den Bereichen Zukunftsforschung und Bildungsplanung.

    Der 1999 von der Internationalen Akademie der Wissenschaften und der Dt. Gesellschaft für Kybernetik eingerichtete „Preis für Gesellschafts- und Organisationskybernetik“, dessen erster Preisträger S. war, wurde nach der ersten Verleihung in „Herbert Stachowiak-Preis“ umbenannt.

  • Auszeichnungen

    Mitbegründer u. Mitgl. d. Wiss. Beirats d. Funkuniv. d. RIAS, Berlin;
    Mitgl. d. Ges. f. Verantwortung in d. Wiss. u. d. Dt. Ges. f. Kybernetik e.V.

  • Werke

    Weitere W Zum Problem e. log.-semant. Maßbestimmung d. Lernerfolges, 1966;
    Lex. d. kybernet. Päd. u. d. Programmierten Instruktion, 1966;
    Grundriß e. Planungstheorie, 1970;
    Kybernetik I, 1970;
    Rationalismus im Ursprung, Die Genesis d. axiomat. Denkens, 1971;
    Models, 1972;
    Gedanken zu e. Wiss.theorie d. Bildungstechnol., 1973;
    Werte, Ziele u. Methoden d. Bildungsplanung, 1977 (Hg.);
    Technol. u. Zukunftssicherung, 1977 (Hg.);
    Modelle u. Modelldenken im Unterr., 1980 (Hg.);
    Der Weg z. systemat. Neopragmatismus u. d. Konzept d. Allg. Modelltheorie, 1980;
    Bedürfnisse, Werte u. Normen im Wandel, 2 Bde., 1982 (Hg.);
    Programm „80“, 1982;
    Modelle, Konstruktion d. Wirklichkeit, 1983 (Hg.);
    Methodolog. Bemm. z. Axiomatisierung d. Interlinguistik, 1985;
    Medicine and the Paradigm of Neo-Pragmatism, 1986;
    Der Stellenwert d. Selbststeuerung im kybernet. Modell v. Mensch u. Ges., 1990;
    Zur Pragmatik kognitiver Prozesse, 1993;
    Sprachphilos., Sprachpragmatik u. formative Pragmatik, 1993 (Hg.);
    Der Aufstieg pragmat. Denkens im 19. u. 20. Jh., 1997 (Hg.).

  • Literatur

    L U. Ehmke (Bearb.), Inst. f. Kybernetik, Berlin, Paderborn, 1964–1984, Eine Dok. über zwei J.zehnte kybernet.-päd. Forsch.-, Entwicklungs- u. Aufklärungsarb., 1984;
    E. Höxtermann, Zum Wiss.ideal d. Herrn stud. math. nat. H. S., in: kybernetiknet 1, 2000 (Internet);
    S. Piotrowski, in: Grundlagenstudien aus Kybernetik u. Geisteswiss. 45, H. 3., 2004, S. 145;
    R. Kamke (Bearb.), Inst. f. Kybernetik, Berlin, Paderborn, 1964–2004, Eine ergänzende Dok., 2004;
    G. Ropohl, Allg. Systemtheorie als transdisziplinäre Integrationsmethode, Zum Andenken an H. S., in: Technikfolgenabschätzung, Theorie u. Praxis 14, 2005, Nr. 2, S. 24–31;
    Wi. 2000 (P).

  • Portraits

    P Medaille aus Anlaß d. H.-S.-Preises, 2000.

  • Autor/in

    Siegfried Piotrowski
  • Empfohlene Zitierweise

    Piotrowski, Siegfried, "Stachowiak, Herbert" in: Neue Deutsche Biographie 24 (2010), S. 778-779 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118752383.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA