Lebensdaten
um 1100 bis 1172
Beruf/Funktion
Bischof von Bamberg
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118687425 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Eberhard von Bamberg
  • Eberhard II. von Babenberg
  • Eberhard von Babenberg
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Zitierweise

Eberhard II., Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118687425.html [15.11.2019].

CC0

  • Genealogie

    Aus edelfreier bayerischer Fam.;
    B Reginold v. Ettling (in Urkk. 1149-57 genannt), Wolfher (1162-68 genannt).

  • Leben

    Als Mitglied des Bamberger Domkapitels seit 1127 nachweisbar, war E. zuerst bischöflicher Kapellan, seit 1136 auch in der Bamberger Kanzlei tätig. 1139 Magister genannt, jedoch nicht Domscholaster. 1142 erhielt er die Propstei von Sankt Jakob zu Bamberg, die er bis 1162 innehatte, auch als er am 29.5.1146 zum Bischof erwählt wurde. E. empfing seine Weihe von Eugen III. im Dezember 1146 in Viterbo, desgleichen das Pallium. Die darauf folgenden Angriffe des Mainzer Erzbischofs gegen die Sonderstellung Bambergs vermochte er erfolgreich abzuweisen. Von Anfang an entfaltete E. eine rege geistliche Tätigkeit (1146/47 Auftreten gegen die Christologie des Gerhoh von Reichersberg, 13.7.1147 Erhebung der Gebeine des heiligen Heinrich II., 1148/50 Reform des Klosters Heidenheim und so weiter) und nahm regen Anteil am politischen Geschehen im Reich. Er war maßgeblich an den Vorbereitungen zur Wahl Friedrichs I. beteiligt und wurde einer seiner wichtigsten Ratgeber. Im April 1152 wurde er erstmals in diplomatischer Mission an die Kurie entsandt. Wie bei der Wahlanzeige vertraute ihm Barbarossa auch später oft die Abfassung wichtiger Urkunden und die Ausführung besonderer Aufgaben an, insbesondere beim Romzug 1154/55. Nach dem Zwischenfall von Besançon entsandte ihn der deutsche Episkopat mit seinem Antwortschreiben Anfang 1158 an Hadrian IV. Beim Italienzug von 1158 führte E. mit anderen die Unterwerfung von Mailand herbei; auch in den folgenden Jahren war er dauernd in Oberitalien in verschiedenen Funktionen tätig, vor allem als es zum offenen Konflikt zwischen Friedrich I. und Hadrian IV. beziehungsweise zur Doppelwahl von 1159 kam. Im Schisma stand E. wohl auf seiten Viktors IV., ohne jedoch seine engen Beziehungen zum Oberhaupt der Alexandriner im Reich, zu EB Eberhard I. von Salzburg aufzugeben. Sein Versuch, durch eine persönliche Aussprache des Erzbischofs mit dem Kaiser im Sommer 1161 einen Ausgleich anzubahnen, scheiterte. Als auch das geplante Zusammentreffen Friedrichs I. mit Alexander III. im August 1162 nicht zustande kam, zog sich E. vom politischen Geschehen in sein Bistum zurück. Für dieses hatte er bereits 1152 die Inkorporation der Abtei Niederaltaich erreicht, desgleichen 1160 gegenüber Würzburg das Anrecht auf die Grafschaft im Rangau durchzusetzen verstanden. Noch einmal wurde seine Vermittlergabe 1169 vom Kaiser beansprucht. Die Zusammenkunft mit Alexander III. in Veroli am 19.3.1170 zeitigte jedoch keine Erfolge. Nach der Berichterstattung beim Kaiser in Fulda (8.6.1170) tritt E. zum letzten Male einwandfrei gesichert am 25.7.1170 zu Frankfurt auf.

  • Literatur

    ADB V;
    Jbb. d. Dt. Gesch., Konrad III;
    dass., Friedrich I.;
    A. Brackmann, Germania Pontifica II/1, 1923, S. 12 f., Nr. 4-8, III/3, S. 272 ff., Nr. 69-90;
    E. v. Guttenberg, Grundzüge d. Territorienbildung am Obermain, in: Neujahrsbll., hrsg. v. d. Ges. f. Fränk. Gesch. 16, 1925, S. 68 ff.;
    ders., Das Bistum Bamberg I, = Germania Sacra II/1, 1937, S. 141 ff. (Qu., L);
    W. Föhl, Bischof E. II. v. Bamberg u. d. Reichskanzlei unter Friedrich I. (1152–63), Diss. Wien 1931 (ungedr.);
    ders., Bischof E. II. v. Bamberg, ein Staatsmann Friedrichs I., als Verf. v. Briefen u. Urkk., in: MIÖG 50, 1936, S. 73 ff. (mit Verz. d. auf E. zurückgehenden Urkk. u. Briefe);
    H. v. Fichtenau, Bamberg, Würzburg u. d. Stauferkanzlei, ebd. 53, 1939, S. 241 ff.;
    Hauck IV;
    D. van d. Eynde, L'oeuvre littéraire de Géroch de Reichersberg, Rom 1957.

  • Autor/in

    Friedrich Hausmann
  • Empfohlene Zitierweise

    Hausmann, Friedrich, "Eberhard II." in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 226 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118687425.html#ndbcontent

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  • Leben

    Eberhard II., Bischof von Bamberg, 1146—1172, einer der bedeutendsten Staatsmänner im Rathe Kaiser Friedrichs I., stammte aus dem baierischen Herzogshause der Babenberger und war — über seine Jugend und seinen Bildungsgang wissen wir nichts — wie es scheint, in jungen Jahren als Nachfolger des am 29. Mai 1146 verstorbenen Eigilbert zum Bischof von Bamberg gewählt worden. Als solcher empfing er am 31. December 1146 zu Viterbo durch Papst|Eugen III. die Weihe und das Pallium, was den Anlaß zu einem langwierigen Streite mit dem das Recht der Weihe beanspruchenden Erzbischof Heinrich von Mainz gab. Mehrfach erscheint E. in den nächsten Jahren am Hofe Konrads III., ohne daß eine bedeutende Thätigkeit von seiner Seite erkennbar wäre; gemeinsam mit Erzbischof Eberhard I. von Salzburg und Bischof Hartmann von Brixen vollzog E. am 13. Juli 1147 zu Bamberg die Erhebung der Gebeine des heilig gesprochenen Kaiser Heinrich II. Eine höchst einflußreiche Rolle spielt aber E. seit der Thronbesteigung Friedrichs I., für dessen Wahl er ganz besonders gewirkt zu haben scheint (Prutz, Friedrich I. 1, 28). Von Aachen aus, wo er der Krönung des neuen Königs beigewohnt hatte, ging E., zum voraus für den zu leistenden Dienst durch die Schenkung der Abtei Niederaltaich belohnt, mit Hillin, dem Erwählten von Trier, und dem Abt Adam von Ebrach als Gesandter zu Papst Eugen III., diesem Friedrichs Thronbesteigung zu notificiren und mit ihm über ein Bündniß zu unterhandeln, was ihm denn auch nach Wunsch gelang. Im September 1154 begleitet E. Friedrich I. auf dessen erstem Zuge nach Italien; seitdem nimmt er namentlich in den italienischen Verwicklungen einen hervorragenden Platz ein. 1158 folgt er dem Kaiser auf dem Zuge gegen Mailand; er gehört zu den Vermittlern des Vertrags, durch den sich Mailand im September 1158 dem Kaiser ergab. In dem Beginn des Conflictes zwischen Friedrich und Hadrian IV. steht E. entschieden auf der Seite des Kaisers und lehnt die von letzterem gewünschte Vermittlung zu Gunsten der Curie entschieden ab. Dieser Parteistellung blieb E. auch nach dem Ausbruch des Schisma zwischen Alexander III. und Victor IV. unwandelbar treu; an der Seite des Kaisers, den er während seiner Abwesenheit im Heerbefehl vertrat, nahm E. im Februar 1160 an dem Concil zu Pavia, das sich für den kaiserlichen Gegenpapst erklärte. Theil, suchte auch seinen Freund, den zu Alexander III. stehenden Erzbischof Eberhard von Salzburg, für Friedrich zu gewinnen. E. focht 1161 gegen Mailand und kehrte erst nach dessen Fall, im Herbst 1162, mit dem Kaiser nach Deutschland zurück. Obgleich E. dann Pfingsten 1165 zu Würzburg an der durch Reinald von Dassel veranlaßten feierlichen Abschwörung Alexanders III. Theil nahm, freilich, wie die meisten Bischöfe, unter Vorbehalt (s. Prutz, Friedrich I. 1, 379), galt E. doch stets für einen dem Frieden geneigten Mann und wurde deshalb bei dem ersten ernstlichen Ausgleichsversuch zwischen Friedrich und Alexander III. im Frühjahr 1169 als Unterhändler an den päpstlichen Hof nach Veroli geschickt; er kehrte nach langen Verhandlungen schließlich doch ohne Erfolg heim (Juni 1170), da die Curie nicht ohne die gegen den Kaiser empörten Lombarden Frieden machen wollte. Nachdem er auf einem Reichstage zu Fulda, am 8. Juni, dem Kaiser über seine vergebliche Mission Bericht erstattet hatte, folgte er Friedrich nach Erfurt (24. Juni); bald danach muß er erkrankt sein: E. starb den 15. Juli 1172.

    • Literatur

      Vgl. Ussermann, Episcopatus Bambergensis 102 ss. Prutz, Kaiser Friedrich I. 1. 2.

  • Autor/in

    H. Prutz.
  • Empfohlene Zitierweise

    Prutz, Hans, "Eberhard II." in: Allgemeine Deutsche Biographie 5 (1877), S. 535-536 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118687425.html#adbcontent

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