Lebensdaten
1727 bis 1803
Geburtsort
Altbreisach (Baden)
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Maler ; Zeichner ; Radierer
Konfession
-
Normdaten
GND: 11861424X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Sigrist, Franz

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Zitierweise

Sigrist, Franz, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11861424X.html [15.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Franz (1665–1735), Tischler in A.;
    M Maria Magdalena verw. Fecker (1693–1737), T d. Johann Jakob Sengelbach (Singelbach, Zinglebach) (1657–1708), Schiffer in A., u. d. Marie Magdalena Berger (Scheneberger?) (1668–1737), aus Markolsheim (Elsaß);
    Wien 1749 Elisabeth (1725–1818), aus W., T d. Sebastian Aschenberger, Tischlermeister, u. d. Maria Magdalena N. N.; 6 K.

  • Leben

    Über S.s Ausbildung zum Maler ist nur bekannt, daß er im Dez. 1744 in die Zeichenklasse der Akademie in Wien eintrat. Wegen Raummangels schloß diese allerdings bereits im März des folgenden Jahres, weshalb anzunehmen ist, daß S. bei einem akademischen Maler – möglicherweise Josef Ignaz Mildorfer (1719–75) – in die Lehre ging. Als die|Akademie im März 1749 wieder eröffnete, muß S. jedenfalls ein fertig ausgebildeter, selbständiger „Histori-Mahler“ gewesen sein, da er einen Monat zuvor geheiratet hatte. S. besuchte die Akademie weiterhin zu Bildungszwecken und nahm 1752 an deren Malereiwettbewerb teil, bei dem er mit seinem Gemälde der Preisaufgabe „Job mit geschwären geschlagen, auf einem Misthaufen sitzend zwischen seinem Weib und dreyen Freunden“ den 2. Preis gewann und damit das Recht, frei ohne Zunftbindung arbeiten zu können. Eine wenig später entstandene Radierung gleichen Themas gibt eine Vorstellung von dem verlorenen Gemälde. S.s graphischer Stil wie seine in Wien entstandenen Gemälde orientieren sich an Paul Troger (1698–1762), dessen expressiver „akademischer Einheitsstil“ (E. Hubala) die Wiener Malerei beherrschte und einer ganzen Generation dort ausgebildeter Maler als Stilgrundlage diente. Der Einfluß Trogers und Mildorfers ist auch für sein frühes Gemälde „Tod des hl. Joseph“ (Wien, Barockmus. Unteres Belvedere) prägend, doch lassen sich außerdem Anklänge an Giovanni Battista Piazzetta belegen, weshalb man einen Venedig-Aufenthalt angenommen hat, der quellenmäßig allerdings nicht zu belegen ist.

    Da sich die Auftragslage aufgrund der Kriegsvorbereitungen Maria Theresias verschlechterte, ging S. Anfang 1754 nach Augsburg, wo er bis 1763 blieb und für den dritten bzw. vierten Band von Joseph Giulinis Sammlung von Heiligenlegenden „Tägliche Erbauung eines Wahren Christen“ Vorlagen für die Blätter mit Tagesheiligen lieferte. Hier emanzipierte er sich von Trogers „Einheitsstil“ und nahm unter dem Einfluß von Johann Wolfgang Baumgartner Elemente des süddt. Rokoko auf (Auffindung d. hl. Johann v. Nepomuk, um 1758/59, Welden, St. Thekla). Die auf starke Lichtwirkungen aufgebaute Komposition blieb zwar prägend, doch verloren die Farben nun ihre Schwere. Dies wird besonders deutlich in seinen 1758 entstandenen Fresken in der Vorhalle der Benediktinerabtei Zwiefalten, wo zwar erdige, dennoch durchlichtete Farben die Komposition bestimmen.

    1764 kehrte S. nach Wien zurück, um unter der Leitung Martin van Meytens' (1695–1770) an dessen fünf großen, anläßlich der Hochzeit Josephs II. mit Isabella von Parma entstandenen Gemälden zu arbeiten (Wien, Schloß Schönbrunn). In ihnen wie auch seinen späteren Gemälden dämpft S. dramatische Hell-Dunkel-Effekte und verzichtet insgesamt auf barockes Pathos zugunsten beruhigter und klarer Kompositionen, in denen er bereits Elemente des Klassizismus aufnimmt. In Stil und Ikonographie schloß sich S. zunehmend Franz Anton Maulpertsch (1724–96) an (Neun Engelschöre, 1773, Maria Langegg, Maria Geburt; Die vier Fakultäten, 1781, Eger, Lyzeum), blieb jedoch in der Farbgebung weiterhin dem Vorbild Trogers verpflichtet (Hl. Dreifaltigkeit, 1798, Rust, Hl. Dreifaltigkeit; Himmelfahrt Mariä, 1800, Unterfrauenhaid, Maria Himmelfahrt).

  • Werke

    Weitere W Der junge Tobias heilt seinen Vater mit d. Fischgalle, 1753 (Wien, Albertina);
    Triumph Mariä über d. Mächte d. Hölle, 1759 (Seekirch, Pfarrkirche).

  • Literatur

    O. Benesch, Der Maler u. Radierer F. S., in: FS E. W. Braun, hg. v. K. Cernohorsky, 1931, S. 185–97;
    P. Preiss, Der Barockmaler F. S. in d. Prager Nat.gal., in: Alte u. moderne Kunst 8, 1963, H. 69, S. 12–17;
    B. Matsche-v. Wicht, F. S. 1727–1803, Ein Maler d. 18. Jh., 1977;
    G. Krämer, Neue Funde z. Werk d. F. S., in: Barockberr. 7, Informationsbll. d. Salzburger Barockmus. z. bildenden Kunst d. 17. u. 18. Jh., 1992, S. 257–64;
    ThB;
    Dict. of Art;
    zur Fam.:
    H. Schöny, Wiener Künstler-Ahnen I, 1970, S. 79 f.

  • Autor/in

    Peter Prange
  • Empfohlene Zitierweise

    Prange, Peter, "Sigrist, Franz" in: Neue Deutsche Biographie 24 (2010), S. 403-404 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11861424X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA