Lebensdaten
1838 bis 1923
Geburtsort
Mannheim
Sterbeort
Biebrich bei Wiesbaden
Beruf/Funktion
Zementindustrieller
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 128344555 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Dyckerhoff, Gustav
  • Dyckerhoff, Gustav Wilhelm Bernhard
  • Dyckerhoff, Gustav Wilhelm Wernhard

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Zitierweise

Dyckerhoff, Gustav, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd128344555.html [26.03.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Wilh. Gustav (1805–94), Kaufm., begann 1861 mit Carl Brentano die Fabrikation v. Portlandzement, seit 1864 allein unter der Fa.D.und Söhne“ in Amöneburg b. Biebrich/Rhein mit Filiale in Mannheim, 1865 Mitgründer der Zementwarenfabrik Lang u. Co. in Mannheim, S des Wilh. Jacob (1776–1859), Kaufm. in Elberfeld (S des Frdr. Christoph, s. Genealogie 2) u. der Johanna Walmingrath aus Kaufm.fam. (Garnhändler) in Wermelskirchen;
    M Caroline (1813–93), T des Wernhard David Eglinger (1778–1855), Pfarrer zu Weinsheim, aus altem Basler Ratsgeschlecht, u. der Amtmannstochter Johanetta Lichtenberger; Großonkel väterlicherseits Jakob Frdr. s. (2);
    B Rudolf s. (3), Eugen s. Genealogie (3), Karl s. Genealogie (3);
    Mannheim 1867 Luise (1844–1937), T des Fabr. Wilh. Helmreich ( 1858) u. der Marie Deiss;
    4 S, 1 T, |u. a. Karl (1869–1938), Teilhaber u. kaufmännischer Leiter v. D. & Söhne, KR (s. Rhdb., P).

  • Leben

    Nach kaufmännischer Lehre und mehrjähriger Tätigkeit in Frankreich und England sah sich D. vor die Aufgabe gestellt, gegenüber der starken englischen Konkurrenz das noch unbekannte Amöneburger Fabrikat bei den Verbrauchern einzuführen. Allmählich gelangte er zu größeren Abschlüssen, arbeitete sich aber auch gründlich in die Technik der Herstellung und Verwendung ein. Kaufmännischen Weitblick mit technischem Einfühlungsvermögen vereinigend, wuchs er mit der Zeit zu einer Unternehmerpersönlichkeit großen Stils heran. Schon in den Anfangsjahren hatte er das Hauptverdienst an der rechtzeitigen Erwerbung größerer Ton-, Kalkstein und Mergelvorkommen in der Nähe der Fabrik, späterhin an der Hebung des Auslandsabsatzes. Der Sieg des D.-Zements über 9 englische Firmen bei einem Ausschreiben der holländischen Staatseisenbahnen eröffnete dem Amöneburger Fabrikat bereits 1869 den holländischen Markt. Der allgemeine Aufschwung der deutschen Wirtschaft nach der Reichsgründung kam auch dem Amöneburger Werk zugute; den bald einsetzenden Rückschlag auf dem Inlandsmarkt glich der steigende Export reichlich aus. Besondere Bedeutung gewannen die Lieferungen an die USA; gegen Ende des Jahrhunderts erreichten sie nahezu ein Viertel der Jahreserzeugung von über 600 000 Faß. Zu dieser Zeit beschäftigte das Werk annähernd 1200 Arbeiter. Ihnen fühlte sich D. stets persönlich verbunden und sorgte dafür, daß seine „Portländer“ in Lohnfragen und in jeder anderen Hinsicht zum mindesten ebensogut gestellt waren wie die Leute in den besten Nachbarbetrieben. Die 1864 gegründete Krankenkasse sah bereits alle wesentlichen Leistungen vor, die zwei Jahrzehnte später reichsgesetzlich festgelegt wurden. Damit war eine soziale Tradition geschaffen, die D. und seine Nachfolger zeitgemäß ausgebaut und erweitert haben. Auch als um die Jahrhundertwende ihre beiden ältesten Söhne in die Firma eingetreten waren, behielt D. mit seinem Bruder Rudolf die Oberleitung; erst nach der Umwandlung in eine GmbH (1911) zogen sie sich von den Geschäften zurück.

  • Literatur

    Zum 50j. Bestehen d. Portlandzement-Fabrik D. &
    Söhne, in: Tonindustrie-Ztg. 1914, Nr. 63;
    Aus alten Schrr. d. Pz.-Fabrik D. &
    Söhne, 1939;
    J. Voß, in: Nassau. Lb. IV, 1950;
    Hans Dyckerhoff, Pz.-Fabrik D. &
    Söhne, Der Chron. zweiter T., 1954.

  • Portraits

    Ölgem. v. H. Fechner um 1900;
    Bronzeplakette v. E. Beyrer, 1914 (beides Hauptverwaltung Amöneburg).

  • Autor/in

    Hermann Pinnow
  • Empfohlene Zitierweise

    Pinnow, Hermann, "Dyckerhoff, Gustav" in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 210-211 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd128344555.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA