Lebensdaten
gestorben 1262
Sterbeort
Kaisheim
Beruf/Funktion
Bischof von Augsburg ; Zisterzienser
Konfession
-
Normdaten
GND: 137275765 | OGND | VIAF: 81489311
Namensvarianten
  • Siboto von Seefeld
  • Siboto, von Seefeld
  • Seefeld, Siboto von
  • mehr

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Zitierweise

Siboto von Seefeld, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd137275765.html [14.08.2020].

CC0

  • Genealogie

    Aus d. edelfreien Fam. v. S.;
    V möglicherweise Ulrich II. v. S.;
    M N. N.;
    Ov möglicherweise Heinrich v. S.;
    B möglicherweise Wernhard, Schw N. N. (⚭ Rudolf II. v. Waldeck);
    Vt möglicherweise Heinrich v. S.; Schwager Ysenrich.

  • Leben

    Bevor S. den Augsburger Bischofsstuhl in wohl fortgeschrittenem Alter bestieg, war er unter Bf. Siegfried v. Rechberg (reg. 1208–27) Domherr in Augsburg. Eine Urkunde von 1217 nennt ihn Subdiakon. Der genaue Zeitpunkt seiner Wahl kann nicht bestimmt werden, wahrscheinlich aber wurde sie noch vor Ablauf des Jahres 1227 vorgenommen; die Weihe erfolgte erst zwischen Juni und Sept. 1229. Gleich nach S.s Wahl soll Kg. Heinrich (VII.) (1211–42) den Augsburger Dom überfallen und geplündert haben. Eine Anwesenheit des Königs in Augsburg zu diesem Zeitpunkt ist möglich, aber ansonsten nicht nachzuweisen. Die Quelle – ein Schreiben Papst Gregors IX. – kann nicht als glaubwürdig betrachtet werden: Sie spiegelt wohl den Versuch wider, das staufische Haus wegen des gescheiterten Kreuzzugs in schlechtes Licht zu rücken.

    S. ist in den folgenden Jahren öfter in der Umgebung Kg. Heinrichs nachzuweisen, seine Aufenthalte waren aber nicht mehr so bedeutsam wie die seines Vorgängers. An dem Aufstand Heinrichs gegen seinen Vater Ks. Friedrich II. (1194–1250) hat S. wohl nicht teilgenommen, obwohl er sich 1234 zusammen mit einigen anderen Fürsten und dem König in Boppard eidlich gegen diesen verband. Die anderslautenden Quellen stammen wieder von der päpstl. Kurie und werden durch weitere Anhaltspunkte nicht gestützt. Gegen eine Beteiligung spricht auch S.s Teilnahme am Mainzer Hoftag 1235 unmittelbar nach der Rückkehr Friedrichs II. nach Deutschland. Weitere Aufenthalte am Kaiserhof folgten.

    In der Auseinandersetzung zwischen Kaiser und Papst versuchte S. auf ksl. Seite zu vermitteln. 1240 wurde er von Albert v. Behaim gebannt, weil er sich nicht zur päpstl. Seite bekannt hatte. 1243 zog S. mit Kg. Konrad IV. (1228–54) gegen den Mainzer Ebf. Siegfried (III.) v. Eppstein (reg. 1230–49), der vom Kaiser abgefallen war. Dafür zog er sich erneut den Bann zu, den Innozenz IV. 1244 bestätigte. Die Absetzung des Kaisers durch den Papst und den Gegenkönig Heinrich Raspe scheint S. nicht anerkannt zu haben, denn er folgte dessen Einladung zu einem Hoftag nicht. Dies brachte ihm zunächst Exkommunikation und Suspendierung ein, im Sept. 1247 trat er schließlich auf Drängen des Papstes vom Bischofsamt zurück. Die Amtsübergabe an Hartmann v. Dillingen (reg. 1248–86) erfolgte jedoch erst Anfang 1248.

    S.s Verhältnis zu den bayer. Herzögen war – auch infolge seiner pro-kaiserlichen Haltung – nicht immer ungetrübt. Er unterstützte|Hzg. Otto II. (1206–53) jedoch 1241 bei den Vorbereitungen zur Abwehr der Mongolen, indem er die Minoriten der Diözese anwies, das Kreuz zu predigen. Zum Ernstfall kam es aber nicht, da die Mongolen nach dem plötzlichen Tod Ögädäis, des Sohnes von Dschingis-Khan, nicht weiter vorrückten. S.s sonstige Tätigkeiten in seinem Bistum weisen neben den üblichen Schenkungen, Bestätigungen und Schlichtungen keine Besonderheiten aus. Wie sein Vorgänger förderte er die Klöster: So wies er den Minoriten, die wohl schon unter diesem nach Augsburg gekommen waren, einen besseren Platz für die Errichtung ihres Klosters zu. Bauliche Aktivitäten am Dom und an anderen Kirchen sind nicht gesichert. Mit der Bürgerschaft Augsburgs geriet S. wohl des öfteren in Konflikt, weshalb die Anfänge des Augsburger Rats in seine Regierungszeit datiert werden können.

    Auch in der Zeit nach S.s Rücktritt sind noch Weihehandlungen bezeugt. 1254 nahm er an der feierlichen Erhebung und neuen Beisetzung der Gebeine des hl. Willibald 1254 in Eichstätt teil. 1256 ist S. dann als Zisterzienser-Mönch in Kaisheim belegt und dort sechs Jahre später gestorben.

  • Quellen

    Qu Annales Scheftlarienses maiores, hrsg. v. P. Jaffé, MGH SS 17, 1861, S. 335–43; Epistolae saec. XIII e regestis pontificum Romanorum selectae, hg. v. K. Rodenberg, T. 2, 1887.

  • Literatur

    P. Braun, Gesch. d. Bischöfe v. Augsburg ( . . . ), Bd. 2, 1814;
    F. Zoepfl, Das Bistum Augsburg u. seine Bischöfe im MA, 1955;
    V. Liedke, Die Augsburger Sepulkralskulptur d. Hoch- u. Spätgotik, T. IV: Von d. Anfängen um 1280 bis z. gr. Pestjahr 1420, Die Grabdenkmäler d. Bischöfe u. d. Kanoniker d. Augsburger Domkap., in: Ars Bavarica 53/54, 1988, S. 1–102, bes. S. 19;
    Ch. Hillen, Curia Regis, Unterss. z. Hofstruktur Heinrichs (VII.) 1220–1235 nach d. Zeugen seiner Urkk., 1999;
    Augsburger Stadtlex.;
    Gatz IV.

  • Portraits

    posthumes Epitaph, um 1430 (ehem. Zisterzienserabtei Kaisheim).

  • Autor/in

    Christian Hillen
  • Empfohlene Zitierweise

    Hillen, Christian, "Siboto von Seefeld" in: Neue Deutsche Biographie 24 (2010), S. 306-307 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137275765.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA