Lebensdaten
1865 bis 1932
Geburtsort
Wien
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Jurist ; Rechtshistoriker
Konfession
-
Normdaten
GND: 107719827 | OGND | VIAF: 29712467
Namensvarianten
  • Schwind, Ernst Moritz Augustin Freiherr von
  • Schwind, Ernst Freiherr von
  • Schwind, Ernst Moritz Augustin Freiherr von
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Zitierweise

Schwind, Ernst Freiherr von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd107719827.html [21.09.2020].

CC0

  • Genealogie

    V August(in) (1800–92, österr. Frhr. 1865), Beamter in d. k. u. k. Finanzverw., 1841 Hofsekr. d. allg. Hofkammer in W., 1843 Controlinsp. d. Hofwache, 1864 WGR, österr. Staatsrat, 1854 Rr.kreuz, dann Kommandeurkreuz d. Leopoldordens (s. Wurzbach; ÖBL), S d. Franz v. S. (1752–1818, Reichsrr. 1792), Hofsekr. d. k. k. Vereinigten Hofkanzlei (s. Gen. 1), u. d. Franziska Holzmeister v. Forstheim (1771–1842);
    M August(in)e (1829–80), T d. Johann Arzberger (1778–1835), aus Arzberg (Oberfranken), 1808 Dir. d. physikal.-mechan. Instrumentenfabrik in Daubrawitz (Mähren), 1815 Dir. d. Maschinenbaus auf d. Eisenwerk in Blansko b. Brünn, 1816 Prof. d. Maschinenlehre am Polytechn. Inst. in W., Erfinder (s. ADB I; Pogg. I; ÖBL; Hist. Lex. Wien; Biogr. Lex. Böhmen), u. d. Wilhelmine v. Schwind;
    Ov Mori(t)z v. S. (s. 1);
    Innsbruck 1898 Elsbeth (1873–1957), T d. Anton Hopfgartner, HR, u. d. Franziska Potschka;
    1 S Fritz (* 1913), nach Habil. 1939 f. Röm. Recht in Gießen seit 1948 Doz. an d. Univ. Wien, 1955 o. Prof. (Rektor 1967/68), 1969–83 Präs. d. Österr. Juristentages, Mitgl. d. Ständigen Schiedshofes in Den Haag, wirkl. Mitgl. d. Österr. Ak. d. Wiss., Ehrenmitgl. d. Institut de droit international, widmete sich v. a. d. Internat. Privatrecht u. d. Rechtsvergleichung, Dr. h. c. mult. (s. L), 2 T Ernestine (Erna) (1900–86, Franz Frhr. v. Cornaro, 1897–1989, Dr. iur., Hptm., Industr.angest.), Maria Anna (1902–62, Ernst Ruckensteiner, 1899–1970, o. Prof. f. Röntgenol. an d. Univ. Innsbruck, s. Pogg. VII a);
    E Roswitha (* 1946, Leo Reisinger, 1944–85, Dr. iur., Dr. rer. sc. oec., Prof. f. angewandte Informatik u. Statistik an d. Univ. d. Bundeswehr in München), Dr. phil., Mitgl. d. Inst. f. österr. Gesch.forsch., Axel (* 1948), Dr. iur., Bankdir. in W.

  • Leben

    Nach der Matura 1883 absolvierte S. ein Rechtsstudium an der Univ. Wien (Promotion 1888), woran sich eine praktische Ausbildung in der Finanzprokuratur anschloß. Zugleich (1887–89) besuchte er als ao. Hörer das Institut für österr. Geschichtsforschung. 1891 habilitierte sich S. an der Univ. Wien für Dt. Recht (Zur Entstehungsgesch. d. freien Erbleihen in d. Rheingegenden u. d. Gebieten d. nördl. dt. Colonisation d. Mittelalters, 1891), 1894 wurde er zum ao. Prof., 1897 zum o. Prof. für Dt. Recht und Österr. Reichsgeschichte an der Univ. Innsbruck ernannt. 1898 nach Graz berufen, nahm er 1899 einen Ruf an die Wiener rechtsgermanistische Lehrkanzel an, die er bis zu seiner krankheitsbedingten Versetzung in den Ruhestand 1932 innehatte. S. stand mit seinen historisch-dogmatischen Abhandlungen – im Zeitraum der Entstehung des dt. BGB und des schweizer. ZGB – am Beginn der neuen dt. Zivilistik. In seinem Hauptwerk zu „Wesen und Inhalt des Pfandrechtes“ (1899, Nachdr. 1970) kritisierte er das Pfandrecht des BGB und die diesem zugrundeliegenden wissenschaftlichen Konstruktionen. Mit dem modernen Grundpfandrecht befaßte er sich u. a. in einer Studie über „Schuld und Haftung im geltenden Recht“ (in: Jherings Jbb. für Dogmatik 68, 1919, S. 1–204), die mit als Grundlage für sein „Lehrbuch des Dt. Privatrechts“ (2 Bde., 1919–21) diente. Als Editor von Rechtsquellen gab S. ausgewählte Urkunden zur österr. Verfassungsgeschichte im Mittelalter heraus (mit A. Dopsch, 1895, Nachdr. 1968). In Innsbruck übernahm S. die Neuedition der Lex Baiuvariorum für die MGH (1926, Nachdr. 1973), die in Hinblick auf die gewählte Textgrundlage auf heftige Kritik stieß. Große Verdienste erwarb er sich um das „Wörterbuch der dt. Rechtssprache“, bei dem er sich v. a. um die Einbringung österr. Rechtsquellen bemühte. S. war an der Univ. Wien (Rektor 1919/20), besonders an der jur. Fakultät (Dekan 1902/03, 1912/13, 1922/23), in vielen akad. Kommissionen und studentischen Wohlfahrtseinrichtungen engagiert und beteiligte sich maßgeblich an den Verhandlungen über die Studienreform (Die Reform d. jur. Studienordnung, 1913). Seine Überzeugung von der Bedeutung der geschichtlichen Rechtsbetrachtung und -erkenntnis veranlaßte ihn zu einem leidenschaftlichen Plädoyer (Grundlagen u. Grundfragen d. Rechtes, 1928) gegen die von Hans Kelsen entwickelte|„Reine Rechtslehre“, die er als wissenschaftlich nicht fundiert ansah. Er forderte damit eine scharfe Replik Kelsens heraus (Rechtsgesch. gegen Rechtsphilos.?, 1928, Neudrr. 1971, 1994), womit eine Kontroverse eröffnet war, die S. wegen seiner Erkrankung nicht fortsetzen konnte.

  • Auszeichnungen

    korr. Mitgl. d. Österr. Ak. d. Wiss. (1921).

  • Werke

    Weitere W Die Reallastenfrage, in: Jherings Jbb. f. d. Dogmatik d. heutigen röm. u. dt. Privatrechts 33, 1894, S. 1–148;
    Die rechtl. Formen d. Realcredits nach d. bürgerl. Gesetzbuche f. d. dt. Reich, 1902;
    Krit. Stud. z. Lex Baiuvariorum, in: NA 31, 1906, S. 401–51, ebd. 33, 1908, S. 607–94, ebd. 37, 1912, S. 417–51;
    Kauf bricht Miete, in: FS ABGB II, 1911, S. 931–51;
    Gutachten zu d. Rechtsstreite d. Frhn. Ernst v. Saurma gegen d. Frhn. Friedrich v. Saurma wegen d. Fideikommißherrschaft Sterzendorf, 1915;
    Österr. u. d. Friede, 1917;
    Die Wiener Univ. u. d. österr. Hochschulpol., 1925;
    German. Rechtsgesch., in: FS Hermann d. Cherusker u. sein Denkmal, 1925;
    Empfiehlt sich d. Einf. neuer Formen d. Sachhaftung (Grundschuld, Reg.hypothek)?, in: Zweiter Dt. Juristentag in d. Tschechoslowakei, 1925, S. 1 ff.

  • Literatur

    Neue Freie Presse v. 16. u. 17. 7. 1932;
    H. v. Voltelini, in: FF 1932, S. 327;
    ders., in: ZSRGG 53, 1933, S. XI–XIX;
    ders., in: Alm. d. Ak. d. Wiss. in Wien, 1933, S. 219–23;
    A. Dopsch, in: MIÖG 47, 1933, S. 377–79;
    A. Lhotsky, Gesch. d. Inst. f. österr. Gesch.forsch. 1854–1954, ebd., Erg.bd. 17, 1954, S. 197;
    H. Lentze, Die germanist. Fächer an d. jurid. Fak. d. Univ. Wien, in: Studien z. Gesch. d. Univ. Wien II, 1965, S. 92 f.;
    G. Oberkofler, Studien z. Gesch. d. österr. Rechtswiss., 1984, S. 402 f.;
    Fritz Schwind, in: W. Brauneder (Hg.), Juristen in Österr. 1200–1980, 1987, S. 263–67 u. 354 f.;
    ders., Vorfahren u. Erinnerungen aus d. Fam. S. seit e. Viertelj.tausend, 2001, bes. S. 35–44 (P);
    Jb. d. Wiener Ges., 1929;
    Gotha. geneal. Tb., Frhrl. Häuser, 1867, S. 866–68.

  • Portraits

    Fotos in: Bildarchiv d. Österr. Nat.bibl., Wien;
    Univ.archiv Wien.

  • Autor/in

    Elisabeth Berger
  • Empfohlene Zitierweise

    Berger, Elisabeth, "Schwind, Ernst Freiherr von" in: Neue Deutsche Biographie 24 (2010), S. 87-88 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd107719827.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA