Lebensdaten
1912 bis 2000
Geburtsort
Fürth
Sterbeort
Goslar
Beruf/Funktion
Turner
Konfession
-
Normdaten
GND: 126797803 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Schwarzmann, Alfred

Porträt(nachweise)

Orte

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Zitierweise

Schwarzmann, Alfred, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd126797803.html [19.04.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Georg, Kaufm. in F., Oberturnwart d. TV 1860 Fürth;
    M Lina Sorger;
    Schw Helene Schmidt (* 1906), in F.;
    Pforzheim 1938 Gertrud (Trude) (1914–2003), T d. Ernst Emil Grimmer (* 1884), Tapezier in Hamburg, u. d. Martha Doris Christin Lehsten (1881–1942), aus Schwerin;
    1 S Joachim (* 1941), Textiltechniker in Baden-Baden, 1 T Helma (* 1948), Dipl.-Fachlehrerin in G., 1963 u. 1964 mit d. Reitgemeinschaft Goslar Dt. Meisterin im Voltigieren, 1978 Voltigierrichterin, Ausbilderin u. 1991 erste Bundestrainerin d. Voltigierer, 1990–2002 Mitgl., seit 1994 Vors. d. Voltigierkomitees d. Weltreiterverbands (FEI), 2006 Vors. d. Richtergremiums b. d. Voltigier-Weltmeisterschaften in Aachen, Silbernes Reiterkreuz (2002).

  • Leben

    S. besuchte die Volksschule in Fürth und absolvierte hier eine Ausbildung zum Konditor. Seit frühester Kindheit wurde er von seinem Vater, der ihn auch trainierte, für den Turnsport begeistert. Nach Anfangserfolgen in Jugendklassen (Sieg b. Bayer. Landesturnfest 1926) errang er als Vertreter des „TV 1860 Fürth“ beim Bayer. Turnfest 1930 seinen ersten Sieg im Mehrkampf. Bei den Dt. Meisterschaften im folgenden Jahr in Essen erreichte S. als jüngster Teilnehmer den 11., beim Dt. Turnfest in Stuttgart 1933 den 4. Platz im Zwölfkampf. 1934 wurde er in Dortmund Dt. Zwölfkampfmeister und zählte seitdem zur nationalen Auswahlriege. Den Höhepunkt seiner Sportlerkarriere erreichte der für seine gleichermaßen athletischen wie ästhetischen Darbietungen bekannte S. bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin: Mit Goldmedaillen in der Mannschaftswertung, im Zwölfkampf und im Pferdsprung, Bronzemedaillen am Barren und am Reck sowie hervorragenden Plazierungen an den Ringen, am Seitpferd und beim Bodenturnen zählt S. zu den erfolgreichsten Sportlern in der Geschichte des dt. Kunstturnens und der Olympischen Spiele. Für seine Erfolge wurde S., der seit 1936 als Berufssoldat an der Heeressportschule in Wünsdorf tätig war (Turn- u. Sportlehrerexamen an d. Dt. Hochschule f. Leibesübungen, Berlin 1937), zum Leutnant befördert. 1938 gewann er in Karlsruhe drei weitere dt. Meistertitel (Zwölfkampf, Sprung, Reck) und nahm seit 1939 als Fallschirmjäger am 2. Weltkrieg teil (Hptm. 1944). 1948–94 war S. Sportlehrer am Ratsgymnasium in Goslar, wo er sich trotz einer Kriegsverletzung (Lungenschuß) und eines schweren Motorradunfalls 1949 als Mitglied des „MTV Goslar“ auf die Olympischen Spiele 1952 in Helsinki vorbereitete. Daß es ihm hier noch als Vierzigjährigem gelang, die Silbermedaille am Reck zu gewinnen, gilt als sportliche Ausnahmeleistung. Neben seiner Tätigkeit als Lehrer fungierte S., der 1952 bei Sepp Herberger (1897–1977) sein Fußballehrerexamen ablegte, 1948–60 als niedersächs. Landeslehrwart sowie zeitweise als Bundeslehrwart des Dt. Turner-Bundes, als Kampfrichter sowie als Landes- und Bundestrainer. Eine Expertenjury des Sportmagazins „Kicker“ (H. 84, P) wählte ihn 1999 zu „Deutschlands Turner des Jahrhunderts“.

  • Auszeichnungen

    Rr.kreuz (1940); Silbernes Lorbeerbl. (1952); BVK (1972); Jahn-Plakette (1982).

  • Literatur

    V. Kluge (Hg.), Olymp. Spiele v. 1896–1964, 1968;
    ders., Die Olymp. Spiele v. 1896–1980, Namen, Zahlen, Fakten, 1981;
    A. Götze, Das Turnjh. d. Deutschen, 1992 (P);
    Olymp. Turnen Aktuell 5, 1999 (P);
    Munzinger Sportarchiv.

  • Autor/in

    Stefan Jordan
  • Empfohlene Zitierweise

    Jordan, Stefan, "Schwarzmann, Alfred" in: Neue Deutsche Biographie 24 (2010), S. 31 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd126797803.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA