Lebensdaten
1892 bis 1915
Geburtsort
Barmen
Sterbeort
bei Arras
Beruf/Funktion
Alpinist
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118761188 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Dülfer, Johannes Emil
  • Dülfer, Hans
  • Dülfer, Johannes Emil

Orte

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Zitierweise

Dülfer, Hans, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118761188.html [13.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Emil, Kaufm. in Barmen, später in Dortmund;
    M Luise Alexander; ledig.

  • Leben

    D. war einer der besten und erfolgreichsten Felskletterer und bahnbrechend auf dem Gebiet der Sicherungs-, Seil- und Klettertechnik. Vor allem die von ihm erdachten und ausgeführten Seilquergänge (schiefes Abseilen) ermöglichten ihm das Überwinden von frei nicht kletterbaren Wandpartien und damit die Lösung bedeutender bergsteigerischer Probleme. Eine Abseilmethode ist nach ihm „Dülfersitz“ benannt. – D. lernte in Begleitung seines Vaters die Alpen kennen. 1911 kam er von Dortmund nach München, wo er zunächst in der medizinischen, später in der juristischen und schließlich in der philosophischen Fakultät eingeschrieben war. Er galt als hervorragender Pianist. – Vorwiegend im Kaisergebirge und in der Rosengartengruppe in den Dolomiten gelangen ihm innerhalb von 4 Jahren etwa 50 Erstbegehungen, darunter die bergsteigerischen Spitzenleistungen seiner Zeit. 1911 durchkletterte D. den nach ihm benannten Kamin am Totenkirchl. Im Sommer 1912 gelang ihm im Kaisergebirge die erste Erkletterung der Fleischbank-Ostwand, der Predigtstuhl-Westwand und der Lärcheck-Ostwand. In den Dolomiten bestieg er 64 Gipfel, darunter zahlreiche auf neuen Wegen. 1913 errang D. im Kaisergebirge seine größten Erfolge: die erste Erkletterung der direkten Totenkirchl-Westwand und – alleingehend – die Bezwingung des Dülferrisses an der Fleischbank. In den Dolomiten sind von den Neutouren dieses Jahres die freie Erkletterung des Torre del Diavolo und die Begehung der Westwand der Großen Zinne hervorzuheben. Eingehend widmete er sich der Erschließung der Larsec-Gruppe, die er 1914 beenden wollte. Am 1.8.1914 glückte ihm mit der Ersteigung der Südwand der Cisleser Odla seine letzte Neutour. – Nach Kriegsausbruch meldete sich D. als Freiwilliger.

  • Werke

    Künstliche Hilfsmittel auf Hochtouren, in: Mitt. d. Dt. u. Österr. Alpenver., 1912;
    Der Predigtstuhl im Kaisergebirge, in: Dt. Alpenztg., 1912/13.

  • Literatur

    H. Franz, in: Österr. Alpenztg., 1915; L. Trenker, ebd. 1934;
    W. Lehner, in: Dt. Alpenztg., 1915;
    E. Gretschmann, in: Mitt. d. Dt. u. Österr. Alpenver., 1925;
    Fritz Schmitt, H. D. u. Hans Fiechtl, zwei Meister im Fels, ebd. 1935;
    ders., Das Buch vom Wilden Kaiser, 1951 (P); E. Schwarz, in: Der Bergsteiger, 1951 (P).

  • Autor/in

    Fritz Schmitt
  • Empfohlene Zitierweise

    Schmitt, Fritz, "Dülfer, Hans" in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 159 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118761188.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA