Lebensdaten
1913 bis 1996
Geburtsort
Zürich
Sterbeort
Forch (Kanton Zürich)
Beruf/Funktion
Photograph
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 117184802 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Schulthess, Emil

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Zitierweise

Schulthess, Emil, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117184802.html [25.05.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Jacob Emil (1880–1960), aus Z., Gärtner;
    M Marie Leu (1886–1976). aus Benken (Kt. Zürich);
    5 Geschw;
    - 1937 Bruna Castellini (1915–86);
    1 S, 1 T.

  • Leben

    Nach dem Besuch der Primär- und der Sekundärschule absolvierte S. in seiner Heimatstadt 1928-32 eine Ausbildung zum Grafiker; 1931/32 war er Hospitant an der von Hans Finsler (1891–1972) gegründeten und geleiteten Fachklasse für Photographie der Kunstgewerbeschule Zürich. Bei Studienaufenthalten in Paris 1934/35 intensivierte S. die fotografische Arbeit, die in der Werbegrafik immer wichtiger wurde. Die 1932 begonnene Laufbahn als freischaffender Grafiker, vorwiegend für die Tourismusbranche, gab S. 1937 auf und trat beim Druck- und Verlagshaus Conzett & Huber in Zürich eine Stelle als Hausgrafiker an. Als der Verlag 1941 die Kulturzeitschrift „Du“ gründete, übernahm S. auch deren grafische Gestaltung. Außerdem entwarf er Typografie und Buchumschläge der Klassikerausgaben der Ma-nesse Bibliothek, und damit Gestaltungselemente, die über Jahrzehnte beibehalten wurden. In zunehmendem Maß übernahm er im Verlag Aufgaben als Bildredaktor und Fotograf.

    1945 begleitete S. den Schweizer Fotografen Werner Bischof (1916–54) auf eine Reise durch mehrere kriegsversehrte Länder Europas („Du“, Mai 1946). Seit 1957 war S. freier Fotograf und Buchautor und veröffentlichte insbesondere Ländern und Kontinenten gewidmete Fotobücher. Bände wie „USA“ (1955, zuvor schon publ. in 5 Sonderheften v. „Du“, 1954/55), „China“ (1964), „Afrika“ (1966), „Sowjetunion“ (1971) oder „Landschaft der Urzeit“ (1988) wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und erreichten hohe Auflagen. Aufsehen erregten die Publikationen „Antarctica“ (1960) und „Amazonas“ (1962), die ihren Themen dank des extremen Breitformats in besonderer Weise gerecht wurden. 1951-90 war S. Art Director des von der Fluggesellschaft Swissair herausgegebenen Jahreskalenders, dessen großformatige Monatsblätter stets Luftaufnahmen zeigten; das konsequent beibehaltene Erscheinungsbild führte zu einem hohen Erkennungsgrad auch im Ausland (die anfängliche Auflage von 25 000 Exemplaren stieg auf über 300 000 Exemplare).

    Mit seinen technisch ausgeklügelten, logistisch anspruchsvollen fotografischen Großprojekton hat S. handwerklich perfekte und formal prägnante Bildarbeiten geschaffen. Er erweiterte die Möglichkeiten des fotografischen Ausdrucks und zeigte die Welt in noch nie gesehenen Bildern. Die im Juni 1950 im Norden Norwegens erstellte 24teilige Bildfolge „Mitternachtssonne“ machte S. weltweit bekannt. Sie zeigt den s-förmigen Lauf der nicht untergehenden Sonne und besteht aus 24 im Stundentakt aufgenommenen Fotos. Andere ungewohnte Ansichten der Sonnenbahn entstanden 1956 am Äquator und 1958 am Südpol. 1955 gelangen S. einmalige Bilder einer ringförmigen Sonnenfinsternis in der Sahara. 1969 entstand auf der Dufourspitze, dem höchsten Punkt der Schweiz, das 360°-Fotopanorama „Top of|Switzerland“ mit Hilfe einer eigens dafür konstruierten Anlage. In Zusammenarbeit mit dem dt. Industriefotografen Hermann Schlüter und der fototechnischen Firma „Seitz Phototechnik“ entwickelte S. in der Folge ein System ferngesteuerter rotierender Kameras, welche, an einem Helikopter hängend, Rundpanoramen ermöglichten; es kam erstmals 1974 für das zwei Meter lange Panorama „Matterhorn“ zum Einsatz. Die auf diese Weise in der Schweiz entstandenen „Rundumfotos“ wurden 1982 in dem Band „Swiss Panorama“ publiziert.

  • Auszeichnungen

    US Camera Award f. d. 360°-Panorama „Mitternachtssonne“ (1951);
    Annual Award d. American Soc. of Magazine Photographers (1958);
    Prix Nadar f. d. schönste Fotobuch (1960): Kulturpreis d. Dt. Ges. f. Photographie (1964);
    US Camera Achievement Award (1967);
    Goldene Blende (1972);
    Goldene Letter (Leipzig 1983);
    Josef Sudek-Medaille (Prag 1989);
    - „Schulthess-Buttress“ in d. Antarktis (1962).

  • Werke

    u. a. Fotoarbb. u. -Serien im Photoarchiv, Emil Schulthess Erben, Zürich;
    Bildbände: Afrika I, Afrika II, 1958/59;
    Ausst.:
    Afrika, New York, Mus. of Natural History, 1958;
    New York. IBM Center, 1963;
    Hamburg, Staatl. Landesbildstelle, 1965;
    Rochester, Eastman Kodak Company, 1972;
    |

  • Nachlaß

    Nachlaß: Emil Schulthess Erben, Zürich.

  • Literatur

    W. Binder, Ein Lichtkünstler, Zum Tod d. Photographen E. S., in: NZZ v. 24.1.1996;
    J. Krichbaum, Lex. d. Photographien, 1981;
    M. Auer, Enc. Internat. des Photographes de 1839 à nos jours. Bd. 2.1985 (P);
    Contemporary Photographers, hg. v. C. Naylor u. R. Bobrowski, 21988;
    H.-M. Koetzle. Das Lex. d. Fotografen, 1900 bis heute (2002);
    Schweizer Lex.

  • Autor/in

    Georg Sütterlin
  • Empfohlene Zitierweise

    Sütterlin, Georg, "Schulthess, Emil" in: Neue Deutsche Biographie 23 (2007), S. 697-698 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117184802.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA