Lebensdaten
1883 bis 1971
Geburtsort
Coesfeld (Westfalen)
Sterbeort
Köln
Beruf/Funktion
Historiker ; Politiker ; Publizist
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118843494 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Wulfert, Leo (Pseudonym)
  • Schwering, Leo
  • Wulfert, Leo (Pseudonym)
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Zitierweise

Schwering, Leo, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118843494.html [20.10.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Karl (1846–1925), aus Osterwick, Dr. phil., Math., PD, Gymn.prof., 1901–21 Dir. d. Apostelgymn. in K., Vf. zahlr. math. Abhh., Entdecker d. nach ihm benannten Linienkoordinaten (s. Wi. 1912; Pogg. III–V; Kölner Personenlex.), S d. Lambert, Dr. med., Arzt, u. d. Leokadia Keuß;
    M Elisabeth (1854–1929), T d. Max Bisping (1817–90), aus Fröndenberg (Westfalen), Musikpäd. in Lippstadt u. Münster, Komp., Vf. e. Klavierschule, gründete 1853 in Münster e. Musikinst. f. gemeinschaftl. Klavierspiel (s. MGG), u. d. Sophie Knievel;
    B Lambert (1878–1969), Gymn.lehrer, Leiter d. Naturwiss. Gymn. in K.-Mülheim, Ernst (1886–1962), Dr. iur. utr., Dr. rer. pol. h. c. (Köln), RA, Beigeordneter, Stadtverordneter, 1948, 1950 u. 1952–56 OB, danach Bgm. in K., 1950–62 CDU-LT-Abg. NRW, Präs. d. Dt. Städtetages, Gr. BVK mit Stern, Komtur d. päpstl. Gregorius-Ordens, Gr.kreuz mit Stern d. Rep. Italien (s. L), Felix (1884–1961), Min.beamter;
    1915 Ida Haehner (1884–1976);
    7 K u. a. Max Leo (* 1924), Kunsthist., Dir. am Stadtmus. in K., Vf. zahlr. Werke z. Kölner Volkskde.; Verwandter Walther (1885–1915 ⚔), klass. Philol. (s. Bursian-BJ 173, S. 62);
    E Markus (s. W).

  • Leben

    Nach dem Abitur am Kölner Apostelgymnasium studierte S. Klassische Philologie, Geschichte und Erdkunde in Bonn und wurde 1907 zum Dr. phil. promoviert. Zeitweise strebte er eine Universitätskarriere an, arbeitete dann aber seit 1911 im höheren Schuldienst am Gymnasium Kreuzgasse in Köln. Seit 1912 war er als Vorsitzender der Kölner Sektion des Volksvereins für das kath. Deutschland und als Journalist für die Zentrumspresse und andere Zeitungen (z. B. „Der Tag“) tätig. Als Zentrumsabgeordneter im Preuß. Landtag 1921–32 befaßte er sich v. a. mit Kulturpolitik. 1920 wurde er in den Vorsitz des Reichsverbands des christl. Mittelstands gewählt. Der anfangs überzeugte Monarchist wandelte sich zum Befürworter der Demokratie. 1932 wegen eines aussichtslosen Listenplatzes nicht mehr in den Landtag gewählt, kehrte er in den Schuldienst zurück, nahm aber zunächst ein Jahr Urlaub und engagierte sich vor dem 5.3.1933 als Wahlredner für das Zentrum. Danach unterrichtete S. wieder am Gymnasium Kreuzgasse, wurde aber aus politischen Gründen zum|1.6.1934 zwangsweise pensioniert. Er betätigte sich schriftstellerisch, versuchte sich in der Herausgabe einer Zeitung („Wochenend“), gründete 1939 ein „Silentium“ für Gymnasiasten, hielt v. a. in Kölner Pfarreien fast 500 religiöse und kulturhistorische Lichtbildervorträge und beteiligte sich im Gesprächskreis um das Kölner Kolpinghaus, der meist einmal wöchentlich im Anschluß an seine Vorträge tagte. Der im weiteren Sinne dem Widerstand zugehörige Kreis wurde am 15.8.1944 mit der Verhaftung von S. und anderen Mitgliedern zerschlagen.

    Nach dem Krieg betätigte sich S. als einer der aktivsten Begründer der CDP/CDU in Köln und im Rheinland und nahm als Vorsitzender der Programmkommission an den Gründungstagungen der rhein. CDP/CDU in Walberberg und Köln teil. 1945/46 war er Vorsitzender des rhein. Landesverbands der CDU, bis er von Adenauer abgelöst wurde, 1946–58 Mitglied des nordrhein-westfäl. Landtags. Nach seinem Rückzug aus der aktiven Politik beschäftigte sich S. v. a. mit der Geschichte der frühen CDU. Er wurde der erste Chronist der rhein. Parteigründung, die er aus eigenem Erleben in verschiedenen Büchern, Broschüren, Aufsätzen und Reden beschrieb.

  • Werke

    Belgien, 1916;
    Belgien, der Angelpunkt d. Weltkrieges, 1917;
    August Reichensperger, 1936;
    Propheten, 1939;
    Vorgesch. u. Entstehung d. CDU, Köln o. J. [1952];
    Frühgesch. d. Christl. Demokrat. Union, 1963;
    Konrad Adenauer, Ehrenbürger d. Stadt Köln, 1969;
    In den Klauen d. Gestapo, Tageb.aufzeichnungen d. J. 1944–45, hg. u. kommentiert v. Markus Schwering, 1988 (P);
    Hörspiel:
    Andrées Ballonfahrt (1931, Dtld.sender, unter Ps. Leo Wulfert).

  • Literatur

    H. Stehkämper, Protest, Opposition, Widerstand im Umkreis d. (untergegangenen) Zentrumspartei, Ein Überblick, in: J. Schmädecke u. P. Steinbach (Hg.), Der Widerstand gegen den NS, 1985, S. 113–50, 889–916;
    H. Heitzer, Die CDU in d. Brit. Zone, 1945–1949, Gründung, Organisation, Progr. u. Pol., 1988;
    G. Buchstab, B. Kaff u. H.-O. Kleinmann, Verfolgung u. Widerstand 1933–1945, Christl. Demokraten gegen Hitler, 21990;
    J. Trapp, Kölner Schulen in d. NS-Zeit, 1994;
    W. Herbers, in: G. Buchstab, B. Kaff u. O. Kleinmann (Hg.), Christl. Demokraten gegen Hitler, Aus Verfolgung u. Widerstand z. Union, 2004, S. 453–60;
    R. Morsey, Gründung u. Gründer d. christl. Demokratie aus d. Widerstand, in: Die Überlebenden d. dt. Widerstandes u. ihre Bedeutung f. Nachkriegsdtld., hg. v. J. Scholtyseck u. St. Schröder, 2005, S. 41–54;
    Kölner Personenlex.;
    - Nachlaß: Hist. Archiv d. Stadt Köln (Bestand 1193);
    zu Ernst:
    W. Herbers, „Denn d. Zeit v. 1948 bis 1960 war doch in d. Anfängen fürchterlich u. am Ende nicht leicht“, E. S. in d. Kölner Lokalpolitik, in: Köln in d. 50er J., Zw. Tradition u. Modernisierung, hg. v. J. Dülffer, 2001, S. 15–38 (P);
    Klimesch (P);
    Munzinger;
    Kölner Personenlex. (P);
    Nachlaß:
    Hist. Archiv d. Stadt Köln (Bestand 904).

  • Portraits

    Ölgem. v. C. Schulten, 1953, Abb. in: M. Schwering, 1988 (s. W).

  • Autor/in

    Winfried Herbers
  • Empfohlene Zitierweise

    Herbers, Winfried, "Schwering, Leo" in: Neue Deutsche Biographie 24 (2010), S. 80-81 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118843494.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA